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Seine Fernanda hat René Kopeinig in einem Salsa-Club kennengelernt: "Ich war der schlechteste Tänzer – sie hatte Mitleid!" © KK/ Privat

5 Fragen an: René Kopeinig

Im Einsatz für die mexikanische Regierung

Villach – Der 33-jährige René Kopeinig aus Villach (Trabenig) studierte Geoinformation an der FH Kärnten und ist ein ehemaliger österreichischer Radrennfahrer. Er begann seine Radkarriere 2003 beim steirischen Team Merida Austria. Er errang Platz 3 bei den österreichischen U23 - Bergstaatsmeisterschaften und beendete 2008 seine Karriere. Seit 2012 lebt er in Mexiko und ist dort als Expert Engineer in Geoinformation und Fernerkundung für die Vereinten Nationen und andererseits als technischer Berater für die mexikanische Regierungsbehörde tätig. Begonnen hat alles mit einer Lehre zum Karosseriebautechniker ...

In vier Tagen nach Mexiko

René Kopeinig, der bei „Magna“ tätig war, bewarb sich spontan auf eine Stellenausschreibung in einem UNDP-Journal – nach einem Skype-Interview hatte er einen neuen Job. Vier Tage später landete er in Mexiko und damit in seinem neuen Leben. Kopeinig arbeitet heute für „Conabio“, die Kommission für Artenvielfalt und das United Nations Development Programme (UNDP). Er und seine Kollegen werten Satellitenbilder nach Waldarten aus, um so Veränderungen festzustellen. Das dafür entwickelte System ist weltweit ein Pilotprojekt. Daneben berät er die mexikanische Regierung in technischen Fragen.

1.) Wie kam es damals dazu, dass du deine Radkarriere beendet hast? 
Kopeinig: Meine Noten haben im ersten Jahr auf der Fachhochschule wegen dem vielen Training sehr gelitten. So habe ich mich dafür entschieden, das aufzugeben, was mir weniger wert war. Die Entscheidung fiel mir sehr leicht und ich bereue sie keine einzige Sekunde lang. Sport ist toll – keine Frage – aber Bildung ist wichtiger.

2.) Wie genau darf man sich dein Leben, deinen Alltag und deinen Beruf in Mexiko vorstellen? 
Kopeinig: Mexiko-Stadt ist eine der grössten Städte der Welt, daraus erschließt sich, dass immer sehr viel Verkehr herrscht. Ansonsten ist das Leben eher ruhig. Das tolle an Mexiko-Stadt ist die Vielseitigkeit, man hat viele Möglickeiten der Freizeitgestaltung. Meine Beruf ist wie jeder andere 40-Stunden-Job, ich arbeite in einer siebenköpfigen Arbeitsgruppe, bestehend aus vier Mexikanern und zwei Deutschen und ich habe dabei den Part des „Quotenösterreichers“ über. In der Arbeit und zu Hause wird spanisch gesprochen.

3.) Wie läuft es privat bei dir in Mexiko und vermisst du deine Heimat? 
Kopeinig: Hier läuft es ganz gut, ich kann mich nicht beklagen. Ich lebe mit meiner Freundin Fernanda und unserer Hündin Yoko etwas außerhalb der Stadt auf circa 2.700 Metern Seehöhe, wo man den ganzen Großstadtlärm nicht so mitbekommt. Ich reise jedes Jahr maximal zweimal nach Kärnten. Mexiko ist nicht unbedingt gleich um´s Eck: Ich habe oft den Wunsch mit meiner Familie einen Kaffee zu trinken–  ist aber leider recht teuer und aufwändig.

René Kopeinig ist nebenher auch noch begeisterter Landschaftsfotograf - © KK/ Privat

4.) Wie geht´s weiter – was bringt die Zukunft?
Kopeinig: Ich bin nun 33 Jahre alt und habe kein Verlangen langsamer, ruhiger oder weniger wissbegierig zu werden. Das einzige Risiko das ich eingehen kann, ist kein Risiko einzugehen. Ich strebe immer nach mehr und suche ständig neue Herausforderungen, sei es im Alltag oder im Job. Momentan kann ich noch nichts Konkretes sagen, das wird sich aber bald ändern.

Auch wenn Mexiko-Stadt ein pulsierender Ort ist – es gibt auch ruhigere Plätze - © Privat/ KK

5.) Wenn du zurückblickst, dein Weg vom Karosseriespengler-Lehrling (Firma Glinzner,  Villach) hin zum Technischen Berater der mexikanischen Regierung – war deine Karriere  Zufall oder Glück ?
Kopeinig: Ich denke eher es war eine Kombination aus viel harter Arbeit und etwas Glück. Ganz ehrlich: Ich hatte nie einen richtigen, detaillierten Plan. Ich habe immer das getan, was mir gerade Spaß gemacht hat und was ich für das Richtige hielt. Um 2005 hatte ich nicht viel Geld und habe dennoch fast mein gesamtes Erspartes in eine Abendmatura investiert. Einige Freunde haben mir gesagt, ich würde es sowieso nicht schaffen und wofür das jetzt gut sein soll. Im Nachhinein war das wohl die beste Investition meines Lebens. Als ich dann mit bestandener Matura, auch noch auf der Fachhochschule studieren wollte, hörte ich oft den Satz: Du willst lei nix arbeiten in deinem Leben, du ewiger Student. Zum Glück machte ich mir noch nie was aus der Meinung anderer und hielt an meinem Weg fest, ich tat wieder, was ich für das Richtige hielt. Mein Motto lautet daher: Wenn du machst was alle machen, machst du irgendetwas falsch!

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