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Wirtschaft
Ludwig Graber, Adolf Kulterer, Stefan Sternad, Georg Mathiesl, Thomas Truppe und Christian Gelter fordern von der Politik: "Ärmel aufkrempeln und Gas geben!" © WKK/ Just

44 Prozent mehr Betriebsschließungen

Viele Wirte kurz vor dem Aus

Finkenstein/ Kärnten – "Die Stimmung ist im Keller. Als Wirt hat man mittlerweile so viele bürokratische Aufgaben zu erledigen, dass zu wenig Zeit für die eigentliche Arbeit bleibt. Darunter leiden die Individualität, die Gastlichkeit, die ganze Wirtshauskultur", erklärt der Finkensteiner Gastronom Ludwig Graber (Kirchenwirt), seines Zeichens auch Obmann der Kärntner Wirtshauskultur.

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In den vergangenen drei Monaten gab es in Kärntens Gastronomie um 44 Prozent mehr Betriebsschließungen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Schuld daran sind der wachsende bürokratische Aufwand, unlautere Konkurrenz durch Vereine, rigorose Kontrollen und enorm hohe Lohnnebenkosten.

Auflagen

„Wir sind Wirte mit Herz und Leidenschaft, aber die bürokratischen Auflagen nehmen uns die Luft zum Atmen“. Sechs Kärntner Gastronomen mit WK-Wirtesprecher Stefan Sternad an der Spitze brachten heute auf den Punkt, was sich 4000 Kärntner Gastronomen denken. So zeigt eine aktuelle Umfrage unter Kärntens Wirten, dass 70 Prozent der Befragten davon ausgehen, dass sich das Wirtschaftsklima heuer weiter verschlechtern wird. Lediglich 12 Prozent meinen, es werde viel oder eher besser werden. Als entscheidend für die schwierige Lage bezeichnen viele die überbordenden Verordnungen und rigorosen Kontrollen für Gastronomiebetriebe. „Der Tenor unser Mitgliedsbetriebe ist: Wirt zu sein, ist eine tolle Arbeit, auf die man stolz sein kann. Wenn man bei seiner täglichen Arbeit aber dermaßen von bürokratischen Hürden behindert wird, hört es auf, Spaß zu machen“, erklärt Stefan Sternad, Obmann der WK-Fachgruppe Gastronomie.

Schließungen

In persönlichen Gesprächen wurde Sternad bereits von etlichen Wirten berichtet, dass sie ihre Betriebe bis Jahresende schließen oder deutlich verkleinern wollen. „Wir reden hier von Fakten: Viele Betriebe schließen, weil die Belastungsgrenze bereits mehr als überschritten ist. Das Maß für uns Gastronomen ist übervoll.“ Von der Politik seien nun endlich Taten anstatt Lippenbekenntnissen gefordert: „Zum Schluss jammern, dass es im ländlichen Raum keine Wirte mehr gibt, das ist zu wenig. Gerade die Bürgermeister sind gefordert, um künftig wieder für ein Miteinander in den Gemeinden zu sorgen“, so Sternad.

Derzeit sei das Gegenteil der Fall. Vor allem der unlautere Wettbewerb durch Vereine, Feuerwehren und gemeinnützige Organisationen trägt zu sinkenden Umsatz- und Gewinnzahlen der Wirte bei, sagt Adolf Kulterer, Sprecher der WK-Aktion „FairPlay“: „Vereine werden mit öffentlichen Steuergeldern beim Bau ihrer Vereinshäuser unterstützt, in die dann professionelle Schankanlagen eingebaut werden. Das ist das Steuergeld, das von Unternehmern erwirtschaftet wurde und dafür genutzt wird, um unlautere Konkurrenz für die Betriebe zu unterstützen. Der Politik muss endlich klar werden, dass nur Unternehmer Arbeitsplätze schaffen! Aber anstatt die Betriebe zu unterstützen, benimmt sich die Politik wie die drei Affen, die nichts sehen, nichts hören und nicht sprechen.“

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