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Politik
© Stadt Villach / Augstein

Sicherung von 700 Arbeitsplätzen

Stadt übernimmt Pachtverhältnis

Villach – Neuer Vertrag für die KärntenTherme sorgt laut Bgm. Albel für eine stabile Entwicklung der wichtigsten Schlechtwettereinrichtung Kärntens. Die Stadt pachtet nunmehr die KärntenTherme selbst. Albel spricht von „Anlaufschwierigkeiten“, nunmehr will man aber „mit Zuversicht auf die kommenden Jahre blicken“.

Nach „intensiven Verhandlungen“ präsentierte Villachs Bürgermeister Günther Albel die Lösung für die KärntenTherme. Zukünftig wird die Stadt direkte Pächterin der Therme und der Betrieb in der Folge neu ausgeschrieben. „Um eine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen, gewährt die Stadt Villach bis zum Jahr 2032 bei der Pacht Mindereinnahmen im Ausmaß von durchschnittlich 275.000 Euro (siehe Grafik). Bei einem positiven Geschäftsverlauf verringert sich dieser Betrag. Zusätzlich wird die Stadt der KärntenTherme-Gesellschaft bei Neuerungen in der mittelfristigen Zukunft ein Innovationsdarlehen von 500.000 Euro gewähren,“ so Albel in einer Aussendung.

Schwierige Ausgangslage

Der Bürgermeister erinnert an die Ausgangslage: „Aufgrund der allseits bekannten und fremdbestimmten Anlaufschwierigkeiten durch den Auflegerbruch, die kurzzeitige Schließung und die daraus resultierenden Folgen stand sogar eine Insolvenz der Betriebsgesellschaft im Raum. Diese unerfreuliche Situation ergab sich sowohl für den Pächter als auch für die Stadt unerwartet und vor allem unverschuldet. Dazu kamen öffentliche Spekulationen über einen drohenden Schaden von über 14 Millionen Euro mit allen möglichen negativen Folgen. Das alles ist jetzt vom Tisch, wir können nun wieder mit Zuversicht auf die kommenden Jahre blicken.“

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Vertrags“kosmetik“ war nicht möglich

„Dazu war es allerdings notwendig, ohne Zeit-, aber sehr wohl mit hohem Ergebnisdruck zu verhandeln, um ein vollständig neues Paket auf die Beine zu stellen. Insbesondere die Lösung der umfangreichen steuer- und beihilfenrechtlichen Fragestellungen nahm viel Zeit in Anspruch. Oberflächliche Vertragskorrekturen hätten dabei nicht ausgereicht“, betont Bürgermeister Albel. „Dafür liegt jetzt ein Resultat vor, das sowohl in wirtschaftlicher als auch in rechtlicher Sicht ein stabiles Fundament darstellt.“

Stadt Villach schreibt Thermenbetrieb neu aus

Im Detail bedeutet dies, dass die Stadt Villach anstelle der derzeitigen KärntenTherme Betriebs GmbH in ein direktes Pachtverhältnis mit der KärntenTherme GmbH eintritt. Gleichzeitig wird nach einer öffentlichen europaweiten Ausschreibung, die ein renommiertes Expertenunternehmen durchführt, ein Unterpachtvertrag mit einem Betreiber abgeschlossen. Von den insgesamt 11 Millionen Euro Pacht, die bis zum Jahr 2032 an die KärntenTherme GmbH zu leisten sind, gewährt die Stadt gegenüber dem zukünftigen Betreiber Mindereinnahmen im Schnitt von 275.000 Euro pro Jahr. Der Unterpachtzins beträgt wertgesichert mindestens 574.800 Euro jährlich und wurde auf Basis der Daten der ÖHT (Österreichische Hotel und Tourismus) -Bank errechnet.

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Pachteinnahmen steigen erfolgsabhängig

Vertraglich wurde auch festgelegt, dass die Pachthöhe bei positiven Geschäftsergebnissen ansteigt. „Wir haben uns die Möglichkeit eingeräumt, nach drei Jahren die Pachthöhe auch rückwirkend nach oben anzupassen. Wir erwarten uns zukünftig eine gesunde Entwicklung des laufenden Betriebes durch eine intensivere Ausschöpfung der Zusatzangebote wie des Gastro-, Fitness- und Kosmetikbereiches“, sagt Albel.

Wichtige Funktion für Kinder und Sportvereine

„Man muss aber auch klipp und klar sagen: Es gibt kein öffentliches Bad und keine öffentliche Therme in ganz Österreich, ja wahrscheinlich in ganz Europa, die ohne öffentliche Unterstützung auskommt“, erklärt Bürgermeister Albel. „Dafür erhalten wir auch entsprechende Gegenleistungen, die mir besonders wichtig sind, vorrangig jene im Rahmen des Kinder-, Schul- und Sportvereinsschwimmen – die sogenannten Gemeinwohlverpflichtungen. Diese stellen einen jährlichen Gegenwert von knapp 300.000 Euro dar.“

700 Arbeitsplätze und 300.000 Gäste

Darüber hinaus ging es bei der Ausverhandlung des „Thermen-Paketes“ aber auch um die Sicherung von mehr als 700 Arbeitsplätzen und die beachtliche Wertschöpfung in Villach. Die Therme spielt als überregionaler Tourismusmagnet und als Kärntens wichtigste Schlechtwettereinrichtung dabei eine ganz wesentliche Rolle spielt. „Die Entscheidung, die KärntenTherme zu errichten, war eine goldrichtige“, ergänzt Bürgermeister Albel unmissverständlich. „Sowohl für die Stadt Villach und unsere Bürger als auch für die Tourismuswirtschaft. Die Rechnung wäre ja zweifelsfrei auch aufgegangen, hätte sich nicht die internationale Wirtschaftslage so dramatisch verschlechtert und wäre nicht die leidige Sache mit dem Auflegerbruch passiert.“

„Dass die KärntenTherme nicht zu teuer gebaut wurde, bestätigt übrigens auch der Rechnungshof. Die KärntenTherme, die mittlerweile zu den absolut bedeutendsten Ganzjahresdestinationen des Bundeslandes zählt, konnte allein im vergangenen Jahr bereits fast 300.000 Besucher begrüßen. Wir legen dem Stadtsenat und dem Gemeinderat ein Paket zur Beschlussfassung vor, das die Interessen der Stadt umfassend absichert und die weitere Entwicklung unserer KärntenTherme positiv beeinflussen wird“, stellt Albel abschließend fest.

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