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BGM Günther Albel und Univ.-Prof. Prim. Dr. Herwig Scholz
BGM Günther Albel und Univ.-Prof. Prim. Dr. Herwig Scholz © Stadt Villach/Adrian Hipp

Auszeichnung mit Paracelsusring

„Ich widme diesen Preis den Kranken“

Villach – „Mit dem Paracelsusring dankt die Stadt Villach bedeutenden Persönlichkeiten unserer Zeit für ihr verdienstvolles Wirken – und erinnert zugleich dankbar an die mit diesem Ring verbundene Persönlichkeit des Paracelsus, die auch über ein halbes Jahrtausend hinweg beeindruckend ist“, sagte Bürgermeister Günther Albel anlässlich der gestrigen Verleihung.

„Das Lebenswerk von Universitätsprofessor Primarius Dr. Herwig Scholz entspricht voll und ganz der Paracelsustradition. Durch sein Bemühen, Sucht als Krankheit öffentlich zu machen und die Betroffenen bestmöglich zu betreuen und zu unterstützen, hat er sich weit über die Grenzen hinaus einen Namen gemacht“, so Albel.

Hohe Auszeichnung der Stadt

Bürgermeister Albel: „Diese hohe Auszeichnung der Stadt Villach wurde bisher an 25 maßgebliche Persönlichkeiten verliehen, die sich im Sinne von Paracelsus Verdienste erworben haben. Der Vorschlag, des Paracelsus-Kuratoriums, dass Professor Herwig Scholz diese Würdigung erfahren soll, wurde im Gemeinderat der Stadt Villach einstimmig angenommen.“

Nie im Elfenbeinturm gelebt

Pre-Laudator Universitätsprofessor Dr. Reinhard Haller sagte, dass eine der Gemeinsamkeiten zwischen Paracelsus und Primarius Scholz jene sei, dass beide nie im Elfenbeinturm der Wissenschaft gelebt haben und er betonte weiter: „Ich gratuliere auch dem Paracelsus-Kuratorium und der Stadt Villach dazu, dass sie den geeigneten Kandidaten für den richtigen Preis gefunden haben.“ Laudator Universitätsprofessor Dr. Peter Hofmann zeichnete in seinen Worten ein Bild vom Werdegang und Lebensweg des Geehrten. „Viele bauen heute auf das auf, was Primarius Scholz gesät hat.“

Primarius Dr. Herwig Scholz dankte in seiner Rede für die Auszeichnung, „die ich sehr schätze und in der ich die Verpflichtung sehe, weiter nachzudenken, was ich eventuell noch verbessern könnte.“ Der Paracelsusring verpflichte ihn aber auch, sein Wissen weiterzugeben und für Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung zu stehen. Und, der Ring sei eine Bestätigung für seine langjährige „nicht immer unbestrittene“ medizinische Arbeit im Suchtbereich. „Ich widme diesen Preis den psycho- und neurologisch Kranken!“ Sein besonderer Dank galt neben der Familie auch seinen Mitarbeitern. „Im Suchtbereich gibt es eine Erkenntnis: Sucht ist eine rein emotionale Störung und man muss mit einem Suchtkranken auf emotionaler Schiene verkehren.“

Dr Hofmann, BGM Albel, Prim. Scholz, Gattin Dr. Monika Scholz, Dr. Haller - © Stadt Villach/Adrian Hipp

Universitätsprofessor Primarius Dr. Herwig Scholz

  • Univ. Prof. Prim. Dr. Herwig Scholz wurde 1940 in Freiwaldau, Schlesien, geboren. Sein Studium schloss er 1965 an der Karl-Franzens-Universität in Graz ab und begann mit der Facharztausbildung an der Uni-Nervenklinik Graz. Mit Erfolg arbeitete er fünf Jahre als Oberarzt an der Abteilung für Neurologie am Krankenhaus Valduna in Rankweil, widmete sich dem Aufbau und der Leitung der Sonderkrankenanstalt zur Behandlung von Suchtkrankheiten des Krankenhauses Maria Ebene in Frastanz und der Drogenstation „Carina“ in Feldkirch.
  • 1983 übersiedelte Dr. Scholz nach Kärnten und übernahm die ärztliche Leitung des Krankenhauses de la Tour in Treffen. Weiters wurde er im Jahr 1985 ärztlicher Leiter der Abteilung für Neurologie und Psychosomatik im LKH Villach.
  • 1997 wurde Primarius Dr. Scholz an der Karl-Franzens-Universität Graz zum „Universitätsprofessor“ ernannt. Bis zum Jahre 2010 war er auch an der Gründung der Ambulanz de la Tour im LKH Villach beteiligt.
  • Er arbeitete als ärztlicher Leiter am Department für Psychosomatik des Krankenhauses Waiern/Feldkirchen und leitete die Spielsuchtambulanz de la Tour in Villach. In seinen Büchern befasste er sich mit Alkoholismus und Depression und konnte in seinen zahlreichen Funktionen viel bewirken.
  • Seine weiteren Aufgabengebiete umfassen: Vorlesungen an der Universität Klagenfurt, der Universitätsklinik Graz, Lehrtherapeut an der Österreichischen Ärztekammer.
  • Primarius Scholz bemüht sich unter anderem auch um die neurologische Psychosomatik, die in dieser Form in Österreich sonst nicht betrieben wird und setzt sich massiv gegen die Legalisierung und Ausweitung des Automatenspiels und die Freigabe und Abgabe von Suchtmitteln an Jugendliche ein.
  • Ein spezielles Arbeitsfeld von Primarius Scholz stellt seit mehr als 20 Jahren die therapeutische Kommunikation und Konfliktvermeidung dar. Auf diesem Sektor hat er auch ein Lehr- und Arbeitsbuch verfasst und zahlreiche Ausbildungslehrgänge für Ärzte durchgeführt.

Der Paracelsusring – die Historie

Schon wenige Jahre nach dem zweiten Weltkrieg, am 12. Mai 1953, beschloss der Villacher Gemeinderat unter Vorsitz von Bürgermeister Jakob Sereinigg die Stiftung des „Paracelsusringes der Stadt Villach“.

Aus den Satzungen: Die Stadt Villach widmet zum Gedenken an die besondere und die lebendige Verbundenheit mit Theophrastus Bombast von Hohenheim, genannt Paracelsus, und zum Gedenken an dessen Vater Wilhelm Bombast von Hohenheim, der 32 Jahre in Villach wirkte, aus Anlass der 415. Wiederkehr der Verleihung des Kundschafterbriefes an Paracelsus durch Richter, Rat und Gemeinde der Stadt Villach, den „Paracelsusring der Stadt Villach 1953“.

Die Verleihung des goldenen Ringes, dessen Platte das Villacher- und das Hohenheimwappen vereint, soll erfolgen für:

  • Verdienste um die Erforschung der Lebensgeschichte der beiden Bombaste in der Kärntner Wahlheimat oder in weiterem Zusammenhang mit dem Kärntner Raum.
  • sonstige wissenschaftliche Arbeiten, die mit Paracelsus in Zusammenhang stehen.
  • wissenschaftliche oder künstlerische Leistungen im Geist und Sinn des Paracelsus.
  • Verdienste als besonderer Gönner und Förderer der Kärntner Paracelsustradition.

Paracelsusring - © Stadt Villach/Adrian Hipp

Der Paracelsusring – die Geehrten

1954: Univ.-Prof. Dr. Kurt Goldammer (Paracelsusforscher). – 1957: Univ.-Prof. Dr. Ernst Rothlin (Pharmakologe). – 1960: Univ.-Prof. Dr. Erwin Schrödinger (Atomphysiker). – 1963: Univ.-Prof. Dr. Lorenz Böhler (Unfallchirurg). – 1966: Univ.-Prof. Dr. Hans Moritsch (Immunologe). – 1969: Univ.-Prof. OMR Dr. Robert Braun (Allgemeinmediziner). – 1973: Univ.-Prof. DDr. Konrad Lorenz (Verhaltensforscher). – 1976: Univ.-Prof. Dr. Robert Henri Blaser (Literaturhistoriker). – 1979: Univ.-Prof. Dr. Gotbert Moro (Historiker) und Univ.-Prof. DDr. Walter Pagel (Medizinhistoriker). – 1982: Univ.-Prof. Dr. Andreas Rett (Neurologe) und Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Schneider (Pharmaziehistoriker). – 1985: Prof. Cesar Bresgen (Komponist) und Dr. Erwin Jaeckle (Literat). – 1987: Univ.-Prof. Dr. Paul Watzlawick (Psychologe). – 1990: Univ.-Prof. Dr. Antal Festetics (Biologe). – 1993: Univ.-Prof. Dr. Hermann Lübbe (Philosoph) und Mag. Helmut Schüller (Caritaspräsident). – 1996: Mag.a Dr.in Rotraud Perner (Juristin und Psychotherapeutin). – 2001: Univ.-Prof. Dr. Erich H. Loewy (Medizinethiker) und Univ.-Prof. Dr. Hanno Millesi (Mikrochirurg). – 2005: DDr. Johann Klocker (Hämato-Onkologe und Psychotherapeut) und Primarius Dr. Hubert Sabitzer (Radioonkologe). – 2008: Dr. Peter Grohr (Arzt für Allgemeinmedizin, Anästhesist, Intensivmediziner). – 2013: Univ.-Prof.in Mag.a Dr.in Dr.in h.c. Claudia Draxl (Mathematikerin und Physikerin). – 2016: Univ. Prof. Prim. Dr. Herwig Scholz

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