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Wirtschaft - Villach
Hintergrund
© ÖBB/Philipp Horak

Neue Südbahn von Klagenfurt unter dem Sattnitzrücken nach Villach entlastet Anrainer

Züge werden sich von 25 auf 100 vervierfachen

Villach/Klagenfurt – Bis 2021 werden über 1,9 Milliarden Euro in die Kärntner Schieneninfrastruktur investiert. Hinzu kommen noch 60 Millionen (bis 2023) für die Stärkung des Kärntner Nahverkehrs. Allein heuer würden 250 Mio. Euro in die Bahninfrastruktur fließen.  „Die Koralmbahn wird den Süden Österreichs in das wirtschaftliche Zentrum Europas rücken“, so Klug. Eine Verbesserung der Lebensqualität, auch durch Reisezeitverkürzung, sei die Folge. „Von Graz nach Klagenfurt wird man künftig nur noch 45 Minuten benötigen und von Wolfsberg nach Klagenfurt 35 Minuten, was den großen Mehrwert nach dem Koralmbahn-Ausbau deutlich macht“. Bahninvestitionen seien auch ein Signal an die Jugend, sagte der Minister.

 3 Minuten Lesezeit (423 Wörter)

Kritik seitens der WK

Begrüßt hat heute Kärntens Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl die geplanten Investitionen der ÖBB in Kärnten. Vermisst wurde dabei allerdings eine Lösung für die Wörtherseestrecke, denn der Protest der Tourismusbetriebe am Nordufer des Wörthersees wird lauter: 2012 waren es 160 Züge pro Tag, die zum Teil mit nur wenigen Metern Abstand zu den Hotelzimmern durch die touristische Kernzone des Landes fuhren. In zehn Jahren, nach Fertigstellung des Koralmtunnels (2023) und des Semmeringbasistunnels (2025) werden 290 Züge täglich auf der Baltisch-adriatischen Achse zwischen Mittelmeer und Ostsee verkehren. „Die Anzahl der Güterzüge, die aufgrund alten Waggonmaterials besonders laut sind, wird sich von 25 auf 100 vervierfachen“, warnt Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl: „Wir sollten heute damit beginnen, tragfähige alternative Lösungen auszuarbeiten. Eine langfristige Lösung für die Trassenführung der Baltisch-Adriatischen-Achse im Kärntner Zentralraum ist nicht nur eine touristische Angelegenheit, sie betrifft Bevölkerung, Gewerbe, Handel – den gesamten Wirtschaftsstandort.“

Neue Lösung für die Stadt Villach

Denn die vor vielen Jahren mit zahlreichen Bürgerinitiativen beschlossen Trasse „W2“ mit einer Tunnelkette am Nordufer weist aus heutiger Sicht einige gravierende Nachteile auf. Mandl: „Die Baukosten sind hoch, die Konflikte mit den Grundeigentümern absehbar, vor allem fehlt eine Lösung für die Städte Klagenfurt und Villach.“ Hier setzt ein neuer Trassenvorschlag an, der in Fachkreisen schon jetzt auf hohe Zustimmung stößt. Der Güterverkehr soll im Süden von Klagenfurt von der Bestandsstrecke abgeleitet werden und in einer Tunnellösung unter dem Sattnitzrücken bis zur Einbindung in die Rosenbachstrecke im Raum Villach geführt werden. Mandl: „Das entlastet die Anrainer im Zentralraum vom Bahnlärm und bedeutet für die Kärntner Wirtschaft ein Investitionsprojekt von zwei bis drei Milliarden Euro. Das Wichtigste aber ist: Diese Trasse löst das Problem der Trassenführung im Bereich der großen Städte Klagenfurt und Villach.“ Denn besonders im Bereich Villach, wo kürzlich sogar die zur Sicherung der Stromversorgung dringend nötige Netzabstützung von der Stadt beeinsprucht worden sei, müsse mit schärfstem Widerstand gerechnet werden.

„Nach den gemeinsamen Bemühungen im November 2013, mit einer Wörtherseekonferenz Land, Bund und ÖBB auf eine zukunftsfähige Lösung einzuschwören, bedarf es eines weiteren geschlossenen Vorstoßes von Land, Sozialpartnern, Wirtschaft und Bevölkerung“, verlangt Mandl: „Nur so kann Infrastrukturminister Klug überzeugt werden, dass die ÖBB einen Planungsauftrag erhält, die neue Variante eines Güterverkehrstunnel durch die Sattnitz mit der Variante W2 (Tunnelkette) zu vergleichen.“

 

 

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