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Leute
Reportage
Die Gäste im St. Egydenerhof. Noori Basir und seine Kinder. © 5min.at

Lokalaugenschein:

St. Egyden lebt mit Flüchtlingen auf Augenhöhe

Sankt Eygden – Angst, Chaos, Polizeieinsätze, streikende Flüchtlinge, Gewaltbereitschaft und kriminelle Delikte – so sieht oft das Bild rund um Flüchtlingsheime aus, welches oftmals auch bewußt so gezeichnet wird. Ein Ort meistert das Thema „Flucht und Asyl“, lebt auf Augenhöhe mit den Menschen, die vor Krieg und Zerstörung ihr Land hinter sich ließen und rückte dennoch immer wieder ins Zentrum der Berichterstattung – wir waren in Sankt Egyden.

Ein Ort der Zuflucht

Der St. Egydenerhof wurde unter Betreiberin Kristina Haider zu einem Ort der Zuflucht und des Miteinanders. Hier werden Familien mit Kindern genauso untergebracht wie alleinstehende Männer und: es funktioniert. Es funktioniert auch die Zusammenarbeit mit der örtlichen Bevölkerung. „Unsere Gäste und die örtliche Bevölkerung leben auf Augenhöhe. Wir konnten zeigen, dass ein Zusammenleben auch friedvoll und ohne größere Probleme machbar ist“, zeigt sich Haider froh über die Aufnahme und die Willkommensbereitschaft gegenüber den Flüchtlingen im Ort. Zahlreiche freiwillige Helfer aus dem Ort unterstützen die Flüchtlinge mit Sach- und Kleidungsspenden, Deutschkursen oder einfach einem „offenen Ohr“.

Gemeinschaftsprojekte fördern Zusammenleben

Wie einfach es auch sein kann, das Zusammenleben verschiedener Nationen und Religionen unter einem Haus zu fördern, zeigt ein simples Beispiel, welches wir während des Lokalaugenscheins „dokumentieren“ durften. „Wir stellen gemeinsam einen schönen Zaun auf, das die Kinder im Sommer schön beruhigt spielen können und die Gefahr hin zur angrenzenden Straße reduziert wird“, meint Kristina Haider, die selbst beim Projekt Hand anlegte. In diesem Falle, sagt ein Bild mehr als Tausend Worte …

Nutzung des „Lorenzihofes“

Aber: Der Lorenzihof und die Unterbringung weiterer Flüchtlinge im Ort sorgte heuer für Proteste. Einen kleinen Ort mit einer „Masse“ von Menschen zu überfordern hat gezeigt, wie unprofessionell hier die Planer in Wien am Werk waren. Dass die örtliche Bevölkerung beim Thema Asyl sehr wohl Bereitschaft zeigt mitzuhelfen und Flüchtlinge aufnehmen will, ist am Beispiel des St. Egydenerhof eindeutig sichtbar. Auch auf uns wirkte die Stimmung vor Ort mehr als positiv und wir konnten uns mit den Bewohnern des Heimes auf Deutsch unterhalten. „Vor allem die Kinder lernen sehr sehr schnell und passen sich ihrem neuen Umfeld an,“ meint Haider. „Wir begleiten unsere Gäste im Quartier bis hin zum positiven oder auch negativen Asylbescheid und versuchen die Zeit bis zu diesem Punkt sinnvoll zu gestalten. Integrationsmaßnahmen beginnen hier schon beim Deutschkurs, den wir mit den Asylwerbern laufend umsetzen,“ bestätigt sie. Mit der zusätzlichen Unterbringung weiterer Asylwerber im „Lorenzihof“ und einer vertraglichen Pachtzins-Bindung auf sieben Jahre, hat man aber einen Ort nicht nur verunsichert, sondern auch dargestellt, wie unsensibel man mit dem Thema umgeht.

Verunsicherung

„Aktuell gibt es noch keine offizielle Bestätigung zur Nutzung des Lorenzihofes als Standort für Soldaten“, meinte Hendrikus van den Broek zu uns. „Weder die Bürgermeister der Gemeinden noch die Bürger-Initiative hat bis heute eine offizielle Bestätigung erhalte,“ erklärt er. Es sind zwar derzeit Soldaten untergebracht, aber für Van den Broek ist der „formelle Akt“ noch nicht durch. Verunsicherung scheint nach wie vor da zu sein, ob es bei Soldaten bleibt, der Bund eine andere Nutzung nach einer gewissen Zeit vorsieht oder wieder etwas passiert. Wir hoffen im Sinne der St. Egydener und auch der bereits untergebrachten Flüchtlinge, dass dieses Kapital demnächst auch „formell“ beendet sein wird und damit der beschauliche, friedliche Ort wieder zur Ruhe kommen kann.

Fest der Begegnung

Am 22. Mai ab 11 Uhr laden die Bewohner des Heims zum „Tag der Begegnung“.

Viele sprechen schon sehr gut deutsch. Kommt vorbei und seid neugierig. Die Bewohner beantworten euch eure Fragen gerne.

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