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Rossbacher, Bezirksstellenleiter: "Um unsere Aufgaben bewältigen zu können, suchen wir permanent freiwillige Mitarbeiter aus allen Berufsbereichen!" © Rotes Kreuz

Ein Interview mit Harald Rossbacher

63.000 Arbeitsstunden an 7.875 Arbeitstagen

Villach – Anlässlich des 135-jährigen Jubiläums der Bezirkstelle Villach im Jahr 2015 wurde diese Dienstelle komplett „runderneuert“ und zum Teil auch neu errichtet. Bezirksstellenleiter Mag. Harald Rossbacher im Interview.

Welche gesellschaftsorientierten Leistungen sind im regionalen Bereich Villach für das Rote Kreuz derzeit vordringlich? Wo liegen die Schwerpunkte Ihrer Arbeit?

Rossbacher: Einer unserer Schwerpunkte ist die Flüchtlingsbetreuung. In Herbst 2015, als die ersten Flüchtlingswellen nach Österreich kamen, war auch der Großraum Villach stark betroffen. Das Rote Kreuz war ja von der ersten Minute an mit dabei zu helfen; auch wir in Villach. Nach dem Harley-Davidson- Treffen kamen ja die ersten Flüchtlinge durch den Karawanken–Tunnel. Durch den Ambulanzeinsatz beim Harley-Davidson–Treffen am Faaker See waren unsere Mitarbeiter mit ihren Kräften schon ziemlich am Ende. Und dann ist der Flüchtlingsstrom auch noch über uns „hereingebrochen“. Mit Unterstützung der Kolleginnen aus Spittal, Hermagor und Feldkirchen war diese Situation dann doch noch schaffbar, aber es war wirklich nicht einfach. Wir mussten über zweieinhalb Monate täglich Mitarbeiter für die zusätzliche Flüchtlingshilfe abstellen. Täglich mussten drei Verpflegungstransporte organisiert werden. Von Slowenien kommend wurden zwischen 400 bis 600 Flüchtlinge von uns nach Salzburg gebracht, von wo sie nach Deutschland weitergeleitet wurden.

Einsatzfahrzeuge anno dazumal - © KK

Wie viele MitarbeiterInnen sind in Villach hauptberuflich und freiwillig tätig? Wie viele Einsatzfahrzeuge werden bewegt und wie hoch ist die Zahl der Einsatzstunden?

Rossbacher: Um unsere Aufgaben bewältigen zu können, suchen wir permanent freiwillige Mitarbeiter. Das Rote Kreuz hat ja ein großes Leistungsspektrum. Wir bieten für jede Profession – wenn sich jemand ehrenamtlich betätigen will – einen eigenen Aufgabenbereich. Das Spektrum reicht von der Technik, über das Soziale, die Senioren, bis hin zur Betreuung von Kindern. Nicht zu vergessen natürlich der Rettungsdienst. Wir haben sogar Historiker, die sich mit der Aufarbeitung der Geschichte vom Roten Kreuz beschäftigen. Der aktuelle Mitarbeiterstand umfasst 93 hauptberufliche und 471 freiwillige Mitarbeiter. Die Freiwilligen leisteten an 7875 Arbeitstagen rund 63.000 Arbeitsstunden! Der derzeitige Stand an Einsatzfahrzeugen beträgt 21 Kraftfahrzeuge, die wir ständig bewegen.

Mag. Astrid Wedenig, Bezirksgeschäftsführerin - © Rotes Kreuz

Welches Zukunfts-Szenario können Sie aus heutiger Sicht schon erkennen und welche Lösungsansätze haben Sie dafür?

Rossbacher: Einen zukünftigen Schwerpunkt werden aufgrund der demografischen Entwicklung die älteren Menschen, die „Best Agers“(50+) und die „Golden Agers“ ( 70+) bilden. Geschulte freiwillige Ältere werden den Leistungsschwerpunkt des Jahres 2016, „Betreutes Reisen“, betreuen und aktivieren. Wir bieten in diesem Segment für Ältere und Beeinträchtigte in speziell ausgestatteten Bussen Urlaubsreisen an. Zuschüsse dazu, die wir brauchen, erwarten wir uns, im Wege von Verhandlungen, von der Öffentlichen Hand. Natürlich sind wir, nach wie vor und immer stärker, von freiwilligen Spenden abhängig. Wer unterstützendes Mitglied werden will oder weitere Informationen über unsere Arbeit erhalten will, wende sich bitte an unsere Homepage: www.roteskreuz.at/ktn/organisieren/villach.

„Rettungsengel“ anno dazumal - © Rotes Kreuz

 

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