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Wirtschaft
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© Stadt Villach / Augstein

Kärntner Abfallwirtschaftsverbände sichern sich Anteile an MVA Arnoldstein

96.000 Tonnen Abfälle pro Jahr

Arnoldstein – Seit Wochen wurde intensiv verhandelt – jetzt erzielte man einen Durchbruch: Die KÄRNTNER Entsorgungsvermittlungs GMBH (KEV), ein Zusammenschluss von fünf Kärntner Abfallwirtschaftsverbänden, übernimmt jene 25,1 Prozent der Anteile an der Thermischen Behandlungsanlage in Arnoldstein, die derzeit noch von der Saubermacher Dienstleistungs AG (SDAG) gehalten werden.

Kostenpunkt: Rund 7 Millionen Euro. Die restlichen 74,9 Prozent stehen bekanntlich im Eigentum der Kelag.

Albel: „Wichtiger Zukunftsschritt!“

„Das ist ein enorm wichtiger Zukunftsschritt für die KEV und ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass es gelingen kann, gemeinsam und über die Gemeindegrenzen hinaus, Kärnten zu stärken. Die Städte und Gemeinden sichern sich damit   nämlich ein starkes Mitspracherecht inklusive Sperrminorität, und das bei einem Unternehmen, bei dem die KEV selbst größter und wichtigster Kunde ist, wodurch die Entsorgungssicherheit auf Jahre hinaus gewährleistet ist. Außerdem wird vorausschauend die Behandlungskapazität gesichert. Besonderes Plus: Wenn sich die nunmehrigen Investitionen in rund 10 Jahren entsprechend refinanziert haben, kommen die zu erwartenden anteiligen Gewinnausschüttungen dann vollends den Städten und Gemeinden zu Gute.

Letztendlich sind es die Bürgerinnen und Bürger, die dadurch profitieren werden, dass dadurch die Müllgebühren konstant gehalten werden können“, freut sich der Geschäftsführer der KEV, Villachs Bürgermeister Günther Albel über den Verhandlungserfolg. Außerdem sei somit auch sichergestellt, dass diese Anteile an der „Thermischen Behandlungsanlage Arnoldstein“ in Kärntner Besitz kommen. In diesem Zusammenhang weist der Villacher Bürgermeister auch mit Nachdruck darauf hin, dass dieser wichtige Zukunftsschritt erst durch die langjährige hervorragende Kooperation der Firma Saubermacher, namentlich Herrn KR Hans Roth, und der Stadt Villach ermöglicht wurde. „Herzlichen Dank an die Firma Saubermacher und KR Hans Roth dafür!“

„Aufgrund unserer strategischen Ausrichtung möchten wir in andere Geschäftsfelder investieren“, erläutert Gerhard Ziehenberger, Technik-Vorstand bei Saubermacher, den Grund für den Verkauf der Anteile an der KRV. „Wir haben diesbezüglich einige Optionen und sind zuversichtlich, dass wir noch im Juni über den einen oder anderen Firmenzukauf berichten können. Dementsprechend ist das Timing für den Verkauf der KRV-Anteile perfekt“, so Ziehenberger weiter. „Es gab mehrere Interessenten mit verbindlichen Angeboten. Ich bin sehr froh, dass die Anteile von den Kärntner Abfallwirtschaftsverbänden übernommen werden und somit in der Region bleiben. Das war mir sehr wichtig“, zeigt sich auch Saubermacher-Eigentümer Hans Roth über das Verhandlungsergebnis erfreut.

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Behandlungskapazität von 96.000 Tonnen pro Jahr

Aufgrund gesetzlicher Vorgaben dürfen in Österreich seit dem Jahr 2004 keine Abfälle mehr unbehandelt abgelagert werden. Um die bis dahin in Verwendung stehenden Mülldeponien abzulösen, wurde Mitte der 1990er Jahre der Beschluss gefasst, den Kärntner Hausmüll thermisch zu behandeln. Die 1997 gegründete KEV hatte in der Folge ein Vergabeverfahren abzuwickeln, das die Errichtung und den Betrieb einer

„Thermischen Behandlungsanlage für Hausmüll“ zum Inhalt hatte. Die KRV ging aus dieser Ausschreibung als Bestbieter hervor. Nachdem sich die Bevölkerung Arnoldsteins in einer Volksbefragung mehrheitlich dafür ausgesprochen hatte, diese Anlage in Arnoldstein zu errichten, nahm die KRV das Projekt zügig in Angriff.

Die Thermische Behandlungsanlage Arnoldstein ist nunmehr seit 2004 in Betrieb und hat eine Behandlungskapazität von 96.000 Tonnen pro Jahr. 85.000 Tonnen davon entfallen auf Hausmüll, der von der KEV geliefert wird, wodurch die KEV der größte und wichtigste Kunde der KRV ist und das aufgrund einer vertraglichen Bindung bis mindestens 2034 auch bleiben wird. Der Abfall wird bei hohen Temperaturen verbrannt und so weitestgehend mineralisiert. Die dabei entstehende Wärme wird für die Erzeugung von Strom, Fernwärme und Dampf genutzt, also entsprechend verwertet.

Die Abgase werden in einem mehrstufigen Prozess umfassend gereinigt; ein laufendes Monitoring der in die Umwelt abgegebenen Stoffe ist selbstverständlich und auch der Öffentlichkeit zugänglich.

Stellungnahmen der einzelnen Vorsitzenden der Abfallwirtschaftsverbände:

Klagenfurts Stadtrat Wolfgang Germ (Verband Klagenfurt): „Durch den Kauf der Anteile wird die Zukunft am geregelten Abfallbehandlungssektor in Arnoldstein nachhaltig gesichert. Es ist nicht zuletzt aufgrund der zu erwartenden Renditen sinnvoll, diesen Weg zu gehen und so die Kosten für die Verwertung des Hausmülls so günstig wie möglich zu halten.“

Lavamünds Bürgermeister Ing. Josef Ruthardt (Verband Lavanttal): „Im Rahmen der Daseinsvorsorge spielt die Abfallwirtschaft eine wichtige Rolle. Durch die kommunale Beteiligung an der Hausmüll-Behandlungsanlage in Arnoldstein kann die Entsorgungssicherheit auch dauerhaft gewährleistet werden.“

Baldramsdorfs Bürgermeister Ing. Mag. Heinrich Gerber (Verband Spittal): „Es ist dem Abfallwirtschaftsverband Spittal ein großes Anliegen, für eine langfristige Wertschöpfung in der Region zu sorgen. Auch deshalb ist für uns die Beteiligung an der KRV strategisch sehr wichtig.“

St. Veits Bürgermeister Gerhard Mock (Verband Völkermarkt-St. Veit): „Ich bin froh und stolz darauf, dass wir für die Kärntner Gemeinden und Abfallwirtschaftsverbände bei der Thermischen Behandlungsanlage in Arnoldstein unseren Einfluss sicherstellen können.“

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