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Politik
© Hoeher Oskar

Reaktion Petra Oberrauner:

„Stadtrat Weidinger stellt sich gegen Gemeinwohl“

Villach – Vizebürgermeisterin Dr.in Petra Oberrauner ist empört über die Haltung ihres Stadtsenatskollegen Stadtrat Mag. Peter Weidinger in der Diskussion um ein 400 Quadratmeter großes Grundstück der Stadt Villach in Egg am Faaker See.

Der neue Besitzer eines Appartementhauses erhob gegen die Stadt Klage, weil er die Fläche nicht zum Nulltarif für seine Gäste nutzen darf. Sein Vorgänger hatte die Wiese allerdings von der Stadt gepachtet.

„Der neue Eigentümer ist nicht bereit, die ohnehin sehr geringe Pacht von 3500 Euro pro Jahr für unser Grundstück zu bezahlen“, wundert sich Vizebürgermeisterin Dr.in Petra Oberrauner. „Darum haben wir jetzt vor, unser öffentliches Strandbad in Egg um das umstrittene Grundstück zu erweitern. Es kommt damit der Allgemeinheit zu Gute, die vielen Badegäste werden sich über mehr Platz freuen.“

Stadtrat Peter Weidinger hatte sich in Medienberichten dafür ausgesprochen, die Stadt solle dem Appartementbetreiber die Fläche überlassen. Vizebürgermeisterin Oberrauner: „Es ist überhaupt nicht einzusehen, dass so teure und wertvolle Flächen nur Einzelnen zu Gute kommen, schließlich sind alle Villacherinnen und Villacher hier Eigentümer.“ Weidinger unterstütze damit Einzelinteressen weniger Personen. „Die Bürgerinnen und Bürger haben hier mit ihrem Steuergeld die Kanalisierung finanziert, jetzt sollen sie auch den See genießen können.“  Die wertvollen Flächen rund um den See und Seezugänge würden ohnehin immer weniger werden, „dank einer Politik, wie Weidinger sie repräsentiert. Für uns stehen die Interessen der Bürgerinnen und Bürger im Vordergrund, die sich über  ein vergrößerter öffentliches Strandbad zweifelsfrei sehr freuen werden!“, sagt die Vizebürgermeisterin und appelliert: „So geht es nicht, Herr Stadtrat Weidinger! Sie stellen sich gegen das Gemeinwohl aller Villacherinnen und Villacher.“

Statement der ÖVP

Nach dem Appell der Vizebürgermeisterin Oberrauner, dass sich Peter Weidinger (ÖVP) nicht gegen das Gemeinwohl aller Villacherinnen und Villacher stellen solle, folgte nun eine Stellungnahme des ÖVP-Klubobmann Christian Pober.

„Frau Oberrauner soll nicht von ihrer Untätigkeit als Wirtschaftsreferentin ablenken. Sie soll sich lieber fragen, wie sie einen Unternehmer, der viel Geld in die Infrastruktur investieren möchte, unterstützten könnte“, so Pober.

Nun kontert die SPÖ

Wie auch die Vizebürgermeisterin, kritisiert Andreas Sucher, Klubobmann und Stadtrat der SPÖ das Handeln von Weidinger scharf.

Sucher wirft Weidinger vor, das Grundstück, das den Villacherinnen und Villachern gehöre, einem wohlhabenden Privaten gratis überlassen zu wollen: „Während die SPÖ für alle Bürger da ist, sieht sich Weidinger offensichtlich als Rettungsschwimmer der Reichen“, so Sucher, der außerdem darauf hinweist, dass die Vorbesitzerin des Grundstückes mehr als zehn Jahre anstandslos Pacht bezahlt habe. Diese belaufe sich übrigens auf lediglich rund 70 Cent pro Quadratmeter im Monat.

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