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Bürgermeister Günther Albel (Mitte) und Mag. Hans Haider, Obmann des Vereines Erinnern, vor dem Denkmal der Namen.
Bürgermeister Günther Albel (Mitte) und Mag. Hans Haider, Obmann des Vereines Erinnern, vor dem Denkmal der Namen. © Stadt Villach/Augstein

Günther Albel schlägt Kulturpreis für "Verein Erinnern" vor

Bürgermeister setzt wichtiges Zeichen

Villach – Als „Zeichen gegen den Extremismus, der gerade international wieder erschreckend spürbar wird, als Würdigung und auch als klares Bekenntnis, um das Feld nicht den Ewiggestrigen zu überlassen“ soll der „Verein Erinnern“ den heurigen Kulturpreis der Stadt Villach erhalten. Das schlägt Kulturreferent Bürgermeister Günther Albel dem Gemeinderat vor.

Seit 1994 versucht der „Verein Erinnern“ unter Obmann Mag. Hans Haider in unermüdlicher Arbeit verschiedenste Aspekte der verdrängten national-sozialistischen Vergangenheit der Stadt Villach ins öffentliche Gedächtnis zu rufen. „Das Denkmal der Namen ist nur ein Symbol für das Wirken des Vereines Erinnern“, bringt es Kulturreferent Bürgermeister Günther Albel auf den Punkt.

„Der Verein organisiert entsprechende Veranstaltungen und gibt verschiedene Publikationen heraus.“ Ein besonderes Anliegen ist, die Erforschung der Lebensdaten jener Menschen aus Villach und Umgebung, die Opfer der national-sozialistischen Gewaltherrschaft wurden. Zahlreiche Dokumente und Interviews mit Zeitzeugen, unter anderem über das Novemberpogrom 1938, über die Deportation der Jüdinnen und Juden sowie der Villacher Sinti.

Klares Bekenntnis gegen Ewiggestrige

„Es ist uns als Stadt ein großes Anliegen, sich der Vergangenheit zu stellen, dunkle Flecken in der Geschichte aufzuarbeiten, hinzuschauen, auch wenn es nicht angenehm und einfach ist“, bringt es Bürgermeister Albel auf den Punkt.

Der Kulturpreis für den engagierten Verein sei nicht nur Würdigung und klares Bekenntnis gegen Verhetzer und Ewiggestrige, sondern gleichzeitig auch eine Botschaft an die jungen Menschen, sich nicht den Rattenfängern anzuschließen, die, so Bürgermeister Albel, „mit einfachen Botschaften schnelle Lösungen vortäuschen, die sie niemals halten können.“

Aufgearbeitete Geschichte

Mit der Errichtung des „Denkmals der Namen“ hat der „Verein Erinnern“ eine Entwicklung in Gang gebracht, die bis heute ein wichtiger Teil der Aufarbeitung der Geschichte ist. Auf dem 1999 enthüllten gläsernen Denkmal sind die Namen, Geburtsdaten, Todesdaten und Todesorte jener Kinder, Frauen und Männer aus dem Villacher Bezirk vermerkt, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden.

„Es ist das einzige Erinnerungszeichen in Villach, das an die Gräueltaten der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft erinnert“, erklärt Bürgermeister Albel. „Es wurde wiederholt beschädigt. Aber die Symbolik des Glases steht für die Zerbrechlichkeit des Lebens.“

Gegen Extremismus und Gewalt

Seit vielen Jahren gehört die Kultur des Gedenkens zu einem wichtigen Bestandteil des öffentlichen Lebens in unserer Stadt. Bürgermeister Albel: „Wir haben auch Ausstellungen und Schwerpunkte zu den schwierigen Themen gezeigt. Gerade in unseren Tagen ist der Standpunkt extrem wichtig, jede Form von Extremismus und Gewalt schärfstens abzulehnen.“

Erinnerungsarbeit sei wichtig und notwendig, um vor allem auch den Jugendlichen den Weg in eine gute Zukunft zu bereiten. „Wir wollen uns und auch die nachfolgenden Generationen vor menschlichen Katastrophen, wie sie die nationalsozialistische Ideologie produziert hat, schützen. Auch dafür steht der diesjährige Kulturpreis an den „Verein Erinnern“.

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