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Gerhard Stadtschreiber (KGF), Wolfgang Deutz (kaufmännischer Direktor LKH Villach), Patientenanwältin Angelika Schiwek, Susanne Herbek (ELGA Geschäftsführerin), LHStv.in Beate Prettner und Hannes Steinberger (Projektleiter ELGA Kärnten)
Gerhard Stadtschreiber (KGF), Wolfgang Deutz (kaufmännischer Direktor LKH Villach), Patientenanwältin Angelika Schiwek, Susanne Herbek (ELGA Geschäftsführerin), LHStv.in Beate Prettner und Hannes Steinberger (Projektleiter ELGA Kärnten) © Büro LHStv.in Prettner

ELGA kommt im LKH Villach an:

Neue medizinische Zeitrechnung beginnt

Villach – Bis Ende des Jahres 2016 sollen alle öffentlichen Spitäler in Kärnten ELGA anwenden. Nach der AUVA startet nun das LKH Villach mit der elektronischen Gesundheitsakte. Die Details wurden heute, Montag, von Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner, ELGA-Geschäftsführerin Susanne Herbek, ELGA-Projektleiter in Kärnten, Hannes Steinberger und dem kaufmännischen Direktor des LKH Villach, Wolfgang Deutz, im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt.

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LKH Villach bekommt ELGA

Entlassungsbriefe, Labor- und Radiologie-Befunde, in weiterer Folge auch verschriebene Medikamente, die sogenannte e-Medikation. Das alles ist Teil der elektronischen Gesundheitsakte ELGA, die nach Plan mit 18. Juli 2016 im LKH Villach mit der Einführung starten soll. „Die elektronische Gesundheitsakte ELGA bringt den Patientinnen und Patienten aber auch den Ärztinnen und Ärzten im Rahmen einer integrierten Gesundheitsversorgung große Vorteile“, sagte Prettner. Die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt könne schnell auf die Krankengeschichte der Patientin oder des Patienten zugreifen. „Das ist vor allem in medizinischen Notfällen von Vorteil“, so Prettner.

Vermeidung unnötiger Untersuchungen

Speziell bei älteren und multimorbiden Menschen aber auch generell lassen sich unnötige Doppeluntersuchungen vermeiden. Das erspare den Patientinnen und Patienten, zum Beispiel bei einem Röntgen, die Strahlenbelastung, und wirke sich zusätzlich positiv auf die Kostenstruktur des Gesundheitswesens aus. Mit der sogenannten e-Medikation sollen künftig in ELGA auch alle verordneten und in der Apotheke abgegebenen Medikamente ein Jahr für den Patienten selbst bzw. für Behandler verfügbar sein. Auch nicht verschreibungspflichtige jedoch wechselwirkungsrelevante Arzneimittel – sogenannte OTC-Medikamente (Over-The-Counter-Medikamente) können in die e-Medikationsliste eingetragen werden. „Immer wieder kommt es vor, dass vor allem ältere Patientinnen und Patienten Medikamente einnehmen, die von unterschiedlichen Ärztinnen bzw. Ärzten verschrieben wurden, und die ungewollte Wechselwirkungen oder einen ähnlichen oder sogar gleichen Wirkungsbereich haben,“ betonte Deutz, der gleichzeitig allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die perfekte Vorbereitung dankt.

Gemeinsame Struktur

Hannes Steinberger führte ELGA im Auftrag des Landes und des Gesundheitsfonds in Kärnten ein und organisiert die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Krankenanstalten. „Die größte Herausforderung war es, die Technik und die Organisation der verschiedenen Krankenhäuser Kärntens gemeinsam in eine übergeordnete Struktur zu bringen“, berichtet er. Tatsächlich verändert ELGA durch die bestmögliche Integration in die bestehenden Krankenhausinformationssysteme die Abläufe für Ärzte und Pflegepersonal kaum. „So gut wie alles läuft im Hintergrund ab“, erklärte Michael Pinter, der im LKH Villach für die Umsetzung sorgt.

Ein weiterer großer Vorteil: Jede Patientin bzw. jeder Patient hat nun Zugang zu den eigenen Diagnosen und Befunden. „Über das ELGA-Portal können sämtliche Gesundheitsdaten zeit- und ortsunabhängig aufgerufen, ausgedruckt und gespeichert werden“, ergänzte Herbek. „Und nicht nur das: Man kann Teile von ELGA, zum Beispiel alle oder nur ausgewählte Befunde oder die gesamte e-Medikationsliste, unsichtbar stellen oder sich gänzlich davon abmelden.

Zeitgerecht wurde auch die ELGA Ombudsstelle bei der Patientenanwaltschaft des Landes Kärnten eingerichtet, die zusätzlich zur telefonischen ELGA-Serviceline und den Informationsportalen im Internet als zentrale Anlaufstelle bei Fragen und Anliegen zur Verfügung steht. Patientenanwältin Angelika Schiwek: „Wir dienen als direkter Kontaktpartner und Informationsdrehscheibe rund um die elektronische Gesundheitsakte und stehen allen Bürgerinnen und Bürgern bei Fragen zu ihrer persönlichen Gesundheitsakte zur Verfügung“. Steinberger: „Ich werde immer wieder mit der Frage konfrontiert, wie sicher ELGA ist. Ich kann jedem versichern, dass Sicherheit und Datenschutz oberste Priorität haben. Es gelten die höchsten Sicherheitsstandards, die auch laufend weiterentwickelt werden.“ Eine Funktion aus diesem Bereich ist zum Beispiel, dass jede Patientin und jeder Patient genau nachvollziehen kann, wer, wann auf welche seiner Daten zugegriffen hat.

Beschränkter Zugriff

Zugreifen dürfen übrigens nur behandelnde Gesundheitseinrichtungen, wie Ärztinnen bzw. Ärzte, Pflegeeinrichtungen oder Laboratorien. Diese können standardmäßig bis zu 28 Tage nach Stecken der e-card in der Ordination oder nach Entlassung im Spital auf die Gesundheitsdaten ihrer Patientinnen und Patienten zugreifen. „Keine Berechtigung haben Amts- oder Betriebsärzte und staatliche oder private Versicherungen“, stellte Steinberger klar und betonte: „Bei missbräuchlicher Verwendung drohen sehr hohe Strafen.“

Die elektronische Gesundheitsakte biete die bestmögliche und zeitnahe Information für die behandelnden Ärztinnen bzw. Ärzte und garantiere, dass die Patientinnen bzw. Patienten dadurch optimal betreut werden können.

Umfangreiche Testphase

Bereits seit Herbst letzten Jahres werden umfangreiche Tests in unterschiedlichen Systemen durchgeführt, um sicherzugehen, dass bei der Live-Schaltung alles reibungslos funktioniert. „Wir haben uns mit dem österreichischen ELGA-Team den Nutzen und die erweiterten Risiken genauestens angesehen“, so Steinberger. Abnahmeprozesse laufen bis unmittelbar vor den Start. Neben umfangreichen Schulungen gibt es vor und nach der Inbetriebsetzung nochmals gesonderte Unterstützung der Mitarbeiter vor Ort. Nach einer Konsolidierungsphase folgen die restlichen öffentlichen Spitäler in Kärnten.

„Die zielgerichtete Umsetzung für den Spitalsbereich ist dank der vorbildlichen Arbeit des ELGA Teams und entsprechender Vorbereitung der anwendenden MitarbeiterInnen gesichert“, betonte Prettner. Im kommenden Jahr soll der niedergelassene Bereich im Anschluss an ELGA folgen und hier gebe es offensichtlich noch enorme Wissenslücken, auch bei der Standesvertretung. „Daher bieten wir seitens des ELGA Projektteams gerne unsere Unterstützung an und werden eine Informationsveranstaltung für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte organisieren, um transparent alle Informationen aus erster Hand weitervermitteln zu können“, kündigte Prettner an.

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