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Prasch
© 5 min

Der beliebte ORF-Moderator gewährte uns einige private Einblicke

„Meine Mutter hatte immer Angst um mich!“

Villach – Arnulf Prasch moderiert in der kommenden Woche bereits zum 20. Mal "Wenn die Musi spielt", doch nicht nur auf der Showbühne fühlt er sich wohl, sondern auch in seiner Feuerwehruniform. Mit uns spricht der beliebte Moderator über seinen Beruf, seine Hobbys, das Treffen mit dem "Dalai Lama" und seine Herzensangelegenheit - die Freiwillige Feuerwehr!

Sehr geehrter Herr Prasch, Sie sind unter anderem aus „Servus, Srečno, Ciao“ oder „Wenn die Musi spielt“ bekannt, sind beim ORF auch im täglichen Dienst tätig und gehören zu den beliebtesten Moderatoren in Österreich. Wie läuft so ein typischer Arbeitstag für Sie ab?

Bei mir ist jeder Arbeitstag anders, einzigartig und eine neue Herausforderung! Man hat jeden Tag eine bestimmte Beschäftigung, zum Beispiel Dreharbeiten für „Servus, Srečno, Ciao“, am nächsten Tag folgt dann das „schneiden“ und fertig machen des Beitrages, gleichzeitig muss dann oft ein Radiobeitrag für die Sendung am Nachmittag gestaltet werden und vieles mehr.

Also, kein Tag gleicht dem anderen – jeder Tag neu – das ist das spannende an meinem Beruf, in dem ich mittlerweile schon seit 31 Jahren im Landesstudio Kärnten (ORF)  tätig bin. Zurzeit laufen die letzten Vorbereitungsarbeiten für das „Wenn die Musi spielt“ am 23. Juli, wofür ich das Drehbuch selbst schreibe!

Eben typisches Journalistenleben, da wir sowohl Fernsehen und Radio, als auch die Online-Redaktion beliefern, sind wir sogar „Trimedial“ unterwegs, was in der heutigen Zeit, wo das „Netzwerken“ so wichtig ist, natürlich neue, spannende Herausforderungen mit sich bringt –  es wird immer mehr berichtet, aber auch immer mehr in der gleichen Zeit. Das heißt man muss sich die Zeit gut einteilen, gut überlegen, aber trotzdem spontan reagieren können.

Spontan muss er auch bei der Freiwilligen Feuerwehr sein - © 5 min

In den vielen Jahren Ihrer Fernsehkarriere hatten Sie es mit unzähligen Geschichten und Personen zu tun. Welche dieser Geschichten bzw. Personen ist Ihnen am meisten in Erinnerung geblieben?

Die intensivste Begegnung dieser 31 Jahre war jene mit dem „Dalai Lama“! Als Heinrich Harrer (1912-2006; Bergsteiger) sein Museum (enthält Ausstellungsstücke, die von seinen Expeditionen erzählen) in Hüttenberg eröffnet hat, gab es ein großes Fest wofür der „Dalai Lama“ extra nach Kärnten angereist war.

Mein Auftrag war es, ihn am Flughafen in Klagenfurt mit der Fernsehkamera „in Empfang zu nehmen“ und nach Hüttenberg zu begleiten – was sehr schwierig war, da er von der Staatspolizei komplett abgesichert war und wir somit wenig Chance hatten, um an ihn heran zu kommen. Aber die Chance hat sich dann in Niederosterwitz, am Fuße der Burg Hochosterwitz dennoch ergeben.

Dort hat „Fürst Khevenhüller“ den „Dalai Lama“ zu einem Tee empfangen und dort habe ich gespürt – das ist meine Chance! Wenn nicht jetzt, dann komme ich überhaupt nicht mehr an ihn heran!

Also habe ich mich mit meinem (damals noch sehr schweren) Aufnahmegerät mit viel Mut nach vorne gearbeitet und bin einfach auf ihn zugegangen. Doch leider bin ich nicht weit gekommen, denn plötzlich war ich „in der Luft“, da mich zwei Security-Leute aufgehoben haben. In diesem Moment hat der „Dalai Lama“ jedoch gesehen in welcher „Not“ ich bin und hat gezeigt ich soll näher kommen und ich habe dann wirklich ein persönliches Interview mit ihm gemacht und das war sehr ergreifend für mich und sicher mein bisher größtes Erlebnis in meiner beruflichen Karriere, denn wer hat schon die Chance sich auf einem Meter Entfernung mit dem „Dalai Lama“ zu unterhalten.

Ihr Geburtsort ist  St. Veit/Glan und durch Ihre Tätigkeit beim ORF sind Sie hauptsächlich in Klagenfurt beschäftigt. Trotzdem wohnen Sie in Villach. Was macht unsere Stadt für Sie so besonders und lebenswert?

Villach ist für mich der beste Ort, um in Kärnten zu wohnen!

Erstens, sind wir hier im „Dreiländereck“  – nur 20 Autominuten von Slowenien und Italien entfernt, leben wir am Schnittpunkt dreier Kulturen, in einer Stadt, die einerseits Eisenbahnknotenpunkt ist und andererseits fließt ein Fluss durch unsere Stadt. Und zweitens ist meine Theorie und ich glaube diese entspricht auch der Praxis, dass all jene Orte durch die ein Fluss fließt eine eigene Energie haben!

Wasser hat eine unglaubliche Energie, eine unglaubliche Kraft und diese Kraft kommt nach Villach, fließt natürlich weiter, aber viel von dieser Kraft der Drau spielt sich hier ab und schafft so ein unglaublich gutes Lebensgefühl.

Man hat in Villach alle Annehmlichkeiten einer Stadt und trotzdem lebt man  – wie hier in Völkendorf, wo ich meine Heimat gefunden habe, am Land. Man hört den Hahn krähen, man kennt die Nachbarn, es ist äußerst angenehm hier zu leben und ich könnte mir keinen besseren Ort dafür vorstellen!

Auch bei der Feuerwehr legt er gerne Hand an! - © 5 min

Sie haben mit 18 Jahren einen eigenen Chor gegründet und waren schon als Kind musikalisch. Zählt die Musik auch heute noch zu den privaten Hobbys? Und hat man in einem Beruf als Journalist, wie Sie ihn haben, Zeit für viele Hobbys?

Wenn man sich in seinem Leben einmal mit Musik beschäftigt, lässt einen das nie wieder los.

Bei mir war es eine Familientradition, neben meinem Großvater haben auch mein Onkel und meine Eltern in einem Chor gesungen. Also war es für mich logisch auch dem Chor in meinem Heimatdorf „Passering“ beizutreten.

Da es mir viel Freude gemacht hat, habe ich auch die Chorleiterausbildung gemacht und in St.Veit/Glan einen kleinen Chor mitgegründet, den ich dann auch 14 Jahre lang geleitet habe. Dafür war dann leider nicht mehr genug Zeit, aber für die Musik bleibt immer genug Zeit. Diese begleitet mich durch mein ganzes Leben – auch beruflich!

Für Hobbys hat man schon Zeit. Vor allem weil man sich die Zeit nehmen soll! Denn das Leben besteht nicht nur aus Arbeit, das wahre Leben findet zu Hause mit der Familie und mit dem was man gerne tut, statt. Ich bin mit großer Begeisterung auf den Bergen unterwegs, zum Beispiel haben wir im letzten Jahr einen 2-wöchigen Wanderurlaub in den Nockbergen hier in Kärnten verbracht. Wir beschäftigen uns seit neuestem mit Imkerei, haben 3 Bienenstöcke zu Hause, das bringt viel Ruhe und man sollte sich diese Zeit wirklich nehmen und das mache ich sehr gerne!

Sie sind Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr in Villach-Völkendorf, sind Beauftragter des „Österreichischen Bundesfeuerwehrverbands“ und bezeichnen diese ehrenamtliche Tätigkeit oft als „Herzensangelegenheit“. Wieso hat es Ihnen gerade dieses Ehrenamt so angetan?

Die Feuerwehr begleitet mich eigentlich seit Beginn an. In meinem Heimatdorf in „Passering“ gab es damals schon eine sehr aktive Freiwillige Feuerwehr. Ich habe immer schon bei den Trainings zu den Wettbewerben zugesehen und wollte eigentlich immer Feuerwehrmann werden. Allerdings hatte meine Mutter so viel Angst um mich, dass mir das nie ermöglicht wurde.

Dann bin ich zum Studium nach Klagenfurt gekommen, in dieser großen Stadt hat sich das nie ergeben. Doch als ich dann knapp nach der Jahrtausendwende (endlich) in Villach angekommen bin, hat mich der damalige Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Völkendorf im Jahr 2001 gefragt, ob ich der Feuerwehr als unterstützendes Mitglied beitreten würde. Meine Reaktion war so klar, wie auch spontan – Gerne! Aber wenn, dann als aktives Mitglied. Und die tolle Kameradschaft, die es bei den Feuerwehren gibt, lässt sich sicher auch in keiner anderen Organisation auf diese Art und Weise ausleben, wie es bei der Feuerwehr der Fall ist. Diese Kameradschaft ist auch mir persönlich sehr wichtig!

Nirgends sonst gibt es die Möglichkeit, dass Menschen, die ihre Freizeit für andere hergeben, so schnell Hilfe leisten. Und dieses Freiwillige Feuerwehrwesen in Österreich ist weltweit einzigartig. Nicht nur dieses Faktum begeistert mich, sondern auch selbst Hilfe zu leisten. Und ich hatte auch schon die Möglichkeit selbst bei realen Einsätzen dabei zu sein, egal was passiert ist – wir fragen ja nicht warum oder wieso, sondern nur wo wir helfen können!

Mir liegt es auch am Herzen, darauf hinzuweisen. wie wichtig dieses Feuerwehrwesen für die Bevölkerung ist und ich möchte auch junge Menschen dafür mobilisieren, sich dieser Bewegung anzuschließen und zu sagen – Wir geben unsere Freizeit her, um anderen zu helfen. Denn es kommt auch sehr viel von der Bevölkerung zurück, auch Studien, die oft veröffentlicht werden zeigen, dass Feuerwehrleute das größte Ansehen genießen.

Daher werde ich auch in Zukunft versuchen, oft hinter den Kulissen, aber auch aktiv im Einsatz, so oft es mir möglich ist dafür zu sorgen, dass dieses Feuerwehrwesen immer mehr an Bedeutung gewinnt!

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