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Bürgermeister Max Linder mit Josef Ortner und Roman Linder von der Feuerwehr © 5min.at

Nun spricht der Bürgermeister über das Unglück in seiner Gemeinde:

„Es wäre teilweise zu verhindern gewesen!“

Afritz – Knapp 24 Stunden nachdem das Unglück in Afritz seinen Lauf nahm, haben wir mit dem Afritzer Bürgermeister Max Linder über das Schadensausmaß, viele freiwillige Helfer und weitere Details jener Katastrophe gesprochen, die teilweise auch zu verhindern gewesen wäre, wie einige Anrainer im "5 Minuten"-Gespräch meinten!

Haben Sie schon einen Überblick über das Ausmaß des Schadens?

Aus finanzieller Sicht lässt sich der Schaden noch nicht abschätzen, was wir aber schon sagen können ist, dass zwischen 10 und 15 Hektar Fläche von Vermurungen und anderen Schäden betroffen sind. In dieser Fläche sind knapp über 50 Häuser betroffen und davon sind 17 Häuser im Inneren verschlammt!

Welche Hilfsorganisationen sind derzeit im Einsatz?

Die Freiwilligen Feuerwehren von Afritz und Feld am See sind nun mittlerweile seit 24 Stunden im Dauereinsatz. Das Bundesheer ist vor kurzem auch angerückt und teilt sich nun in zwei Teile auf. Ein Teil wird den Anrainern helfen ihre Häuser zu befreien, der zweite Teil der Soldaten wird den Bach wieder in sein Bachbett zurückleiten!

Beeindruckend sind auch die vielen freiwilligen Helfer, die einfach ankommen, eine Schaufel in die Hand nehmen und mithelfen. Man kann allen Helfern, egal ob den Freiwilligen, der Feuerwehr oder dem Bundesheer einfach nicht genug danken!

Bürgermeister Max Linder blickt auf die Spuren der Verwüstung des gestrigen Tages - © 5min.at

Wer leitet diesen großen Einsatz?

Ich persönlich habe die oberste Stelle der Einsatzleitung übernommen und werde dabei von einem Krisenstab unterstützt. Dieser besteht aus zwei Mitgliedern der Feuerwehr, einer Ansprechperson des Bundesheers, unserem Amtsleiter und einem Zuständigen der Wildwasser- und Lawinenverbauungen.

Wie konnte es zu solch einem Unglück kommen?

Es war bisher ein sehr niederschlagsreicher Sommer, alles war aufgeweicht. Nun gab es erneut sehr starken Niederschlag und dann reicht oft schon aus, wenn ein Baum im aufgeweichten Gelände den Halt verliert und schon beginnt das weiche, durchnässte Erdreich zu rutschen!

Als wir vorhin durch Afritz gegangen sind meinten einige Anwohner, dass man das alles verhindern hätte können und haben dabei von einem Zwischenfall im Jahr 2008 gesprochen. War diese Problematik frühzeitig bekannt?

So eine Mure zu verhindern ist schwer bis unmöglich, aber was die Afritzerinnen und Afritzer meinten, ist die Problematik des Bachs, der aus dem Bachbett getreten ist!

Im Jahr 2008 ist dieser Bach schon einmal zum Problem geworden und daraufhin haben wir uns als Gemeinde für einen Ausbau des Bachs stark gemacht und haben lange versucht etwas zu bewirken. Doch die stetige Antwort der zuständigen Behörde lautete:  Nein.

Sogar im letzten Jahr haben wir uns kämpferisch gezeigt und wollten im Nachsatz endlich einen Ausbau des Bachbetts erwirken. Doch wir bekamen auch damals nur eine Absage und nun ist wieder etwas passiert! Es wäre sicher teilweise zu verhindern gewesen.

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