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Gesundheitsreferentin präsentiert Maßnahmenpaket

Welt-Alzheimertag: Spezialambulanz im LKH Villach

Villach – Seit 1994 findet am 21. September der Welt-Alzheimertag statt. In Österreich sind rund 130.000 Menschen an Demenz erkrankt. In Kärnten leben mehr als 10.000 Menschen mit demenzieller Erkrankung. Tendenz steigend.

Jährlich kommen in Kärnten 2000 Neuerkrankte hinzu. „Demenz darf nicht tabuisiert werden. Immer mehr Familien werden in Zukunft in irgendeiner Weise davon betroffen sein“, sieht Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner in der „Volkskrankheit“ eine große gesellschafts- und gesundheitspolitische Herausforderung. Kärnten ist aufgrund der demografischen Entwicklung bzw. „verschärfter Überalterung“ stärker als andere Bundesländer betroffen.

„Wegweiser Demenz“

Im Rahmen einer Pressekonferenz stellte Prettner heute, Montag, den druckfrischen „Wegweiser Demenz“ vor, eine Broschüre mit allen relevanten Informationen zu Demenz. Eine derartige Broschüre hat es in dieser umfassenden, kompakten Form noch nie gegeben. Sie informiert über die Krankheit per se (Diagnose, Verlauf), über Anlaufstellen, Unterstützungsangebote, Betreuungsformen, Hilfestellungen für pflegende Angehörige. Wie wichtig diese Broschüre ist, zeigt nicht zuletzt eine von SORA erstellte Umfrage, wonach 40 Prozent der betroffenen Familien die Unterstützungsangebote nicht kennen würden. „Wir wollen mit dieser Broschüre helfen, den Betroffenen Orientierung zu geben“, so die Gesundheitsreferentin. Die erste Auflage beträgt 15.000 Stück.

Zudem wird am 21. September in der Landesregierung, Abteilung Gesundheit und Pflege, eine Hotline eingerichtet (7 Uhr bis 16 Uhr). Unter der Telefonnummer 050 536 15402 stehen diplomierte Pflegefachkräfte, JuristInnen, PsychologInnen für sämtliche Anfragen rund um die Erkrankung zur Verfügung.

Spezialambulanz am LKH Villach

Sowohl im Klinikum Klagenfurt als auch im LKH Villach sind zwei Spezialambulanzen für Demenz eingerichtet. Die beiden Primarärzte, Dr. Jörg Weber (Neurologie Klinikum Klagenfurt) und Dr. Peter Kapeller (Neurologie LKH Villach), sprachen bei der Pressekonferenz über Diagnose und Krankheitsverlauf. „Erste Anlaufstelle bei Verdacht auf eine demenzielle Erkrankung sollte entweder der praktische Arzt oder der niedergelassene Facharzt sein“, so Kapeller. Die Erkrankung sei nicht heilbar, allerdings wäre durch Medikamente ein verzögerter Verlauf möglich. Wichtig sei auch die Prävention. Laut Weber sollte man auf vier Faktoren besonders achten – soziale Kontakte, Bewegung, gesunde Ernährung, Stichwort mediterrane Ernährung, und regelmäßige geistige Beschäftigung. „Studien belegen etwa, dass das Gehirnvolumen und damit die Gedächtnisleistung bei regelmäßigem Konditionstraining wachsen“, so Weber.

Für Prettner steht fest: „Trotz der prekären Finanzsituation des Landes darf in diesem Bereich keinesfalls gespart werden. Kärnten hat mit zahlreichen Maßnahmen ein vorzeigbares Angebot geschnürt.“

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