Zum Thema:

Wirtschaft
Von rechts: Projektpartner Tourismusverband-Vorstandssprecher René Sulzberger, Bürgermeister Günther Albel, Tourismusregion-Geschäftsführer Georg Overs und „Relief von Kärnten-App“-Entwickler FH Prof. DI (FH) DI Dr. Jürgen Schussmann präsentieren das modernisierte Relief von Kärnten. © Stadt Villach/Oskar Höher

Europas größte Landschaftsplastik

Das Relief von Kärnten

Villach – Bürgermeister Günther Albel und Projektpartner Tourismusverband-Vorstandssprecher René Sulzberger laden zur Präsentation des neuen und multimedial gestalteten Relief von Kärnten im Schillerpark. Ein neues 3-D-Erlebnis verbindet 100-jährige Tradition mit modernstem Hightech.

„In den vergangenen Wochen haben wir das 1913 im Schillerpark eröffnete Relief von Kärnten durch den Einbau multimedialer Effekte modernisiert und so noch spannender gemacht“, sagt Bürgermeister Günther Albel, und er betont, wie wichtig der Erhalt dieses außergewöhnlichen Kleinodes für spätere Generationen ist. Spektakuläre Ton-, Bild- und Lichteffekte bieten nun ein völlig neues, spannendes 3-D-Erlebnis und verbinden so 100-jährige Tradition mit Hightech. Film- und Lichtprojektoren heben nun Täler und Flüsse hervor, das Straßennetz ist sichtbar gemacht, Naturphänomene werden dargestellt und 128 kärntenweite Top-Ausflugsziele werden nun über den Blick durch Leih-Tablets sichtbar gemacht. Die Gesamtkosten der multimedialen Gestaltung betragen rund 145.000 Euro.

Perfektes Ausflugsziel für Regenwettertage

Das Kärnten Relief wurde von den heimischen Touristikern schon jetzt als spannendes Regenwetterausflugsziel in Villach beworben. „Durch die digitale Neuinszenierung erhält das Relief noch einmal eine enorme Attraktivitätssteigerung. Nun ist das gesamte touristische Abbild von ganz Kärnten auf einer App im Relief abrufbar“, freut sich Projektpartner René Sulzberger, Vorstandssprecher vom Tourismusverband Villach, und er kann sich sogar vorstellen, das Kärnten Relief für die Schulungen von neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Tourismusbetrieben zu nutzen.

Relief von Kaernten - © Stadt Villach/Höher

Denkmalgeschützt und Spezialobjektive aus Tokio

Die besonderen Herausforderungen bei der Planung und Umsetzung des Bauvorhabens waren die Abstimmung der Installationen und Montagen mit dem Bundesdenkmalamt, die entsprechende Bespielung der Relieffläche aufgrund der eingeschränkten Montagehöhen für die Projektoren sowie die Arbeiten über der Relieffläche. „Das Team unserer Abteilung Hochbau und Liegenschaften, Elektrotechnik hat mit den technischen Einbauten ganz hervorragende Arbeit geleistet“, sagt Bürgermeister Günther Albel. „Alle Installationen und Montagen waren so auszuführen, dass das denkmalgeschützte Objekt nicht beeinträchtigt wurde. Aufgrund der baulichen Gegebenheiten konnten die Projektoren nicht auf die optimale Höhe montiert werden. Wir haben daher Spezialobjektive angeschafft, die eigens für diese Anlage in Tokio produziert wurden.“ Und da die Fläche des Reliefs weder betreten noch für Abstützmaßnahmen genutzt werden konnte, musste ein Spezialgerüst aufgebaut werden.

Umgesetzte Maßnahmen

  • 6 Projektoren für die Bespielung des Reliefs
  • 1 Projektor zur Bespielung der nordseitigen Leinwand
  • Beschallungsanlage zur sprachlichen und musikalischen Bespielung
  • Steuer- und regelbare Beleuchtungsanlagen für die Fläche des Reliefs
    und die Gangbereiche
  • Ost- und südseitige Beschattung
  • Errichtung eines Technikraumes für die Multimediatechnik
  • Die nord- und westseitige Beschattung wird 2016 umgesetzt
  • Interaktive Verortung von 128 Top-Ausflugszielen in Kärnten

Verortete Informationen direkt aufs Tablet

182,32 Quadratmeter groß liegen Kärnten und die Nachbarregionen den Betrachtern im Relief von Kärnten zu Füßen. „Die nun einprogrammierten technischen Ergänzungen kann man sich so vorstellen, als ob ein unsichtbares Netz an Daten über das Relief gelegt wird, die nun von Besucherinnen und Besuchern individuell per Tablets aktiviert werden“, erklärt René Sulzberger die Ortsbeschreibungen, die von einer Mitarbeiterin des Tourismusverbandes recherchiert wurden. Dadurch ist das Anschauen lebendiger und spannender geworden.

Mit dieser interaktiven „Relief von Kärnten-App“ kann seit dem Frühjahr verortete Information über Kärnten direkt ins Videobild eines Tablets übertragen werden. Ganz ohne QR-Code oder Getippsel in Suchmaschinen wird das angepeilte Objekt in Echtzeit direkt auf dem Handy oder iPad erklärt und beschrieben. Möglich macht das eine völlig neue Technologie, die über das Kamerabild die eigene Position im Raum millimetergenau berechnet. Damit erhält man Informationen über Städte, Berge, Ausflugsziele und vieles mehr direkt in das Kamerabild eingeblendet. Tablets gibt es vor Ort zum Ausborgen.

Die spannende Geschichte des Kärnten Reliefs

Diese größte derartige Landschaftsplastik Europas wurde im Jahr 1913 eröffnet. Die Herstellung geht auf den damaligen Direktor der Fachhochschule, Ernst Pliwa, zurück. Der damalige Direktor der Villacher Fachschule regte bereits im Jahr 1889 in der Generalversammlung der Sektion Villach des ehemals Deutschen und Österreichischen Alpenvereins die große Darstellung Kärntens an. Die Stadt stellte dem Verein einen Platz zur Aufstellung in Aussicht. Lehrer, Schüler und der Schulwart der Fachschule begannen am 1. April 1891 mit den Arbeiten. Als Längenmaßstab war 1:10.000, als Höhendarstellung 1:5.000 angenommen.

24 Jahre Bauzeit und ein Gebäude mit blecherner Dachhaut

Vor 103 Jahren, ohne Landkarten und Satelliten-Aufnahmen, konnten sich die Wenigsten ein Bild von unserer Landschaft machen. Das Relief war eine Sensation. Ist es auch heute noch, denn die Herstellung – man ging ursprünglich von drei Jahren aus, im Endeffekt waren es 24 – war spektakulär. Es war schwierig, exakte Landkarten als Grundlage zu erhalten. Jeweils Abschnitte von 1,8 mal 1,4 Meter wurden schließlich als Höhenschichtmodell angefertigt von dem ein Gipsnegativ abgenommen wurde. Das endgültige Positiv wurde aus Weißzement gegossen und auf dem Betonfundament montiert und bemalt.

Das Reliefgebäude im Schillerpark war einst nach den Plänen des städtischen Baurates Rudolf Müller errichtet worden. Anfangs hatte es durch ein großflächiges Glasdach natürliche Beleuchtung. Da sich das nicht bewährte, wurde es nach wenigen Jahren durch eine Dachhaut aus Blech und elektrische Beleuchtung ersetzt.

Öffnungszeiten: Das Relief ist von Mai bis Ende Oktober, Montag bis Samstag, 10 bis 16.30 Uhr geöffnet. Ruhetage: Sonn- und Feiertag. Kärnten Card Betrieb.

Schlagwörter:
Kommentare laden
Zum Thema

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen