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LHStv.in Beate Prettner beim Girls Day bei Infineon mit "Nachwuchstechnikerin";
LHStv.in Beate Prettner beim Girls Day bei Infineon mit "Nachwuchstechnikerin"; © Büro LHStv.in Prettner

Einkommensunterschied bei Vollzeitbeschäftigung liegt in Kärnten bei 10.334 Euro bzw. 21,9 Prozent

Die Lohn-Lücke ist 81 Tage groß

Villach/Klagenfurt – Der Tag der Lohngerechtigkeit hat sich seit 2005 um etwa einen halben Monat verbessert: Damals betrug der Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen 26,7 Prozent. Heute sind es österreichweit 22,4 Prozent.

81 Tage Ungerechtigkeit

81 Tage muss Frau länger arbeiten, um auf das Jahresgehalt von Mann zu kommen. 81 Tage Unterschied. 81 Tage Ungerechtigkeit. – „Diese 81 Tage haben nur einen einzigen positiven Aspekt, dass sie nämlich, wenn auch langsam, immer weniger werden“, erklärt die Villacher Frauenreferentin LHStv.in Beate Prettner heute, Samstag, im Vorfeld des Equal Pay Day.

Es bewegt sich was

Der Tag der Lohngerechtigkeit hat sich seit 2005 um etwa einen halben Monat verbessert: Damals betrug der Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen 26,7 Prozent. Heute sind es österreichweit 22,4 Prozent. In Kärnten liegt die Differenz bei 21,9 Prozent (positiver Spitzenreiter ist Wien mit 18,1 Prozent, Schlusslicht Oberösterreich rangiert bei 26,9 Prozent). „Das zeigt: Es bewegt sich was, die Richtung stimmt, doch das Tempo muss erhöht werden“, so Prettner.

10.334 Euro Unterschied in Kärnten

Aktuell kommen ganzjährig vollzeitbeschäftigte Männer in Österreich laut Daten der Statistik Austria auf ein Einkommen von 47.985 Euro, Frauen auf 37.219 Euro. In Kärnten sind es laut AK 47.184 Euro bzw. 36.850 Euro. Das entspricht einem Unterschied von österreichweit 10.766 Euro bzw. einer Differenz von 10.334 Euro in unserem Bundesland. Frauen müssen heuer somit statistisch gesehen um 82 Tage länger arbeiten, um das Einkommen von Männern zu erreichen. In Kärnten sind es die besagten 81 Tage. Womit der heurige Equal Pay Day in Kärnten auf den 12. Oktober fällt. Ab diesem Tag arbeitet Frau statistisch betrachtet bis Jahresende gratis.

Schwerpunkt Berufsorientierung

Was LHStv.in Prettner Hoffnung gibt, sind die immer mehr werdenden Mädchen, die sich heute in männliche Ausbildungen und männliche – sprich besser bezahlte – Berufe wagen. „Es ist also vielfach die Berufswahl, die darüber entscheidet, wie groß die Lücke ist, die gehaltsmäßig zwischen den Geschlechtern klafft“, so Prettner. Ergo werde auch in Zukunft ein wichtiger Schwerpunkt auf der Berufsorientierung liegen, um bereits junge Frauen auf besser bezahlte Berufe abseits der „Frauenklassiker“ aufmerksam zu machen. „Das Frauenreferat bietet hierzu unter anderem im Rahmen des Girls Day, für Volksschülerinnen das ganze Jahr über Betriebsbesuche, Einblicke in die HTLs durch speziell ausgebildete HTL-Schülerinnen und Experimentierworkshops in den Schulen. Für Ältere findet heuer vom 24. bis 26. November wieder die BOMM, die Berufsorientierungsmesse für Mädchen, statt“, berichtet Michaela Slamanig, Leiterin des Kärntner Frauenreferates.

Gerechtigkeit durch Hartnäckigkeit

Prettner rät den Frauen, mutiger und offener über Löhne und Gehälter zu reden: Es könne kein Fehler sein, Kostentransparenz einzufordern, Lohndiskriminierung anzusprechen und um Gehälter zu verhandeln. „Leider kann man nicht überall von einer automatischen Gerechtigkeit ausgehen. Oft erhält man Gerechtigkeit erst durch Hartnäckigkeit“, so Prettner. Hartnäckig will sie sich weiterhin dafür einsetzen, dass sich die 81-Tage-Lücke schneller schließt als der schleppende Aufwärtstrend befürchten lässt.

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