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Wirtschaft - Villach
Die jungen
Die jungen "Weltsparer": Sebastian (11), Jasmine (8), Alexander (3) und Luca (2) © Privat / Montage

Kein Kinderlachen:

Ein Weltspartag nur für Einheimische?

Villach – Für so manchen ist der Weg zur Bank heute gar nicht mehr notwendig. Das digitale Zeitalter, Telebanking, Bankomatbehebungen, Kreditkarten und Co. haben vieles im täglichen Umgang mit Geld verändert. Daher soll der Weltspartag, wie die Banken meinen, wieder an Bedeutung gewinnen und vor allem den Kindern das Thema Sparen näher bringen. „Sumsi“ das herzige Maskottchen der Raiffeisenbanken zum Beispiel soll den Kids ein Kinderlachen ins Gesicht zaubern. Aber nicht alle Kinder bei Raiffeisen durften sich heuer freuen …

 8 Minuten Lesezeit (989 Wörter) | Änderung am 04.11.2016 - 13.17 Uhr

Bernd Reich und seine Lebensgefährtin Claudia Mitteregger sind selbst begeisterte Sparer. Das Paar aus Niederösterreich will dieses Bewusstsein und den sensiblen Umgang mit Geld aber auch der nächsten Generation weiter geben und zelebriert jährlich den Weltspartag. So auch heuer, wo sich die Familie samt ihren Enkelkindern Sebastian (11), Jasmine (8), Alexander (3) und Luca (2) zu Besuch bei Verwandten in Villach befanden.

Traurige Gesichter

„Wir haben uns mit unseren Enkeln schon gefreut – vor allem die Kinder, die jedes Jahr in der Bank herzlich Willkommen waren. Ein Zuckerl, ein Luftballon oder ein kleines Präsent zauberte immer ein Kinderlachen in die Gesichter unserer Enkel,“ erzählt Mitteregger. Bestückt mit Raiffeisenbank Niederösterreich Sparbüchern, besuchte die Familie heuer die Raiffeisenbank Villach und wollte dort am 31. Oktober 2016 die Sparbücher der Kids mit Sparguthaben auffüllen. „Eine Dame am Schalter teilte uns mit, dass die Weltspartagsgeschenke nur an Einheimische vergeben werden. Wir können jederzeit für unsere Enkel einsparen, aber ein Weltspartagsgeschenk gäbe es keines,“ schildert Claudia Mitteregger, die verwundert über die Vorgehensweise des Institutes war. Während andere Kinder mit Präsenten ausgestattet wurden, mussten die vier Enkel traurig zur Kenntnis nehmen, dass dies bei der Raiffeisenbank Villach anscheinend nur für Einheimische Kinder gilt.„Daraufhin haben wir die Bank unverrichteter Dinge verlassen. Luftballons oder Zuckerln hätten wie jedes Jahr ein Kinderlachen bei unseren Enkeln erzeugt, dies war nicht möglich,“ schildert Mitteregger.

Auf zur Sparkasse

Gut, dass die „Weltsparer“ aus Niederösterreich auch zwei Sparbücher der Sparkasse Niederösterreich dabei hatten, denn der nächste Weg führte sie zur Kärntner Sparkasse in der Kärntner Straße (beim jetzigen LEINER). „Hier wurden unsere Enkel sehr liebevoll empfangen und der Weltspartag mit kleinen Präsenten zelebriert,“ meint Bernd Reich, der die Vorgehensweise der Raiffeisenbank Villach nicht verstehen kann: „Uns geht es nicht um die Geschenke, die kosten vermutlich ein paar Cent. Die Banken wollen die Sparer von morgen aktivieren, wollen den Weltspartag vor allem mit den Kindern feiern und nur weil wir aus Niederösterreich stammen, werden unsere Enkel abgewiesen. Wir wollten ja etwas einzahlen und nichts abholen, die Banken Arbeiten und Wirtschaften ja auch mit unseren Spareinlagen“, ärgert sich der Niederösterreicher über die Ungleichbehandlung.

Unmut über Facebook kundgetan

Reich ärgerte die Abweisung seiner Enkel am Weltspartag so, dass er auch via Facebook nach der Raiffeisenbank suchte und der Raiffeisenbank Drautal seinen Vorfall schilderte. „Das Institut, welches anscheinend mit der Raiffeisenbank Villach nichts zu tun hat, antwortete kompetent via Facebook und entschuldigte sich für diesen Vorfall im Sinne von Raiffeisen,“ schildert Reich.

Kein Kommentar

5 Minuten Villach überprüfte den Fall auch bei der Raiffeisenbank Villach und fragte bei Prok. Mario Plaikner, dem Leiter der Kundenbetreuung nach. „Am Weltspartag war in der Filiale sehr viel los. Dieser Vorfall ist uns leider nicht bekannt und kann daher auch nicht kommentiert werden.“ Plaikner bot aber nach Schilderung des Falles an, die Weltspartagspräsente für die Enkel noch im Nachhinein auszuhändigen. „Die Betroffenen brauchen einfach bei uns in der Filiale vorbeischauen.“ Für Bernd Reich hingegen ist das Maß voll: Er zieht aus dem Vorfall seine Konsequenzen: „Wir werden alle Raiffeisenbank-Sparbücher auflösen und zur Sparkasse wechseln. “

Sparkassen wollen Thema Sparen vermitteln

Alexander Brunner, Leiter des Privatkundengeschäftes der Kärntner Sparkasse, sieht im Weltspartag den Tag, „wo wir unseren Jüngsten Danke sagen. Zum Weltspartag sind bei uns alle Kinder willkommen die in die Filialen kommen. Heuer haben wir mit Kinderschminken, einem Zauberer oder sogar einem Kasperltheater versucht, das Thema Sparen und den sensiblen Umgang mit Geld den Kids näher zu bringen. Bei den Erwachsenen versuchen wir mit Vorträgen oder Einladungen zu Kabaretts das ganze Jahr über eine gute Kundenbeziehung zu erhalten.“

Und hier noch ein Auszug die Stellungnahme der Raiffeisenbank Drautal:

“Wir nehmen uns jede Kritik zu Herzen. Es tut mir sehr leid, dass Sie und vor allem die Kinder diese negative Erfahrung am Weltspartag gemacht haben. Für die Raiffeisenbank Villach kann ich keine Stellungnahme abgeben, da die Raiffeisenbank Drautal und die RB Villach nicht zusammengehören. Die Raiffeisenbankengruppe in Österreich setzt sich aus mehr als 500 selbständigen Raiffeisenbanken zusammen. Aus meiner persönlichen langjährigen Erfahrung ist mir nicht bekannt, dass in den Raiffeisenbanken auswärtige Sparer generell so behandelt werden und in den Filialen der RB Drautal, in denen ich an Weltspartagen Sparkassen ausgeleert habe, ist kein Kind ohne Geschenk hinausgegangen. Heutzutage ist es nicht mehr selbstverständlich, dass Kinder sparen wollen, deshalb tut es mir doppelt leid, dass diese möglicherweise sogar unbedachte Handlung eines Mitarbeiters in der Hitze des Gefechtes gesetzt wurde.”

Wissenswertes zum Weltspartag:

Weltspartag ist nicht immer am 31. Oktober
Offiziell ist der Weltspartag der 31. Oktober. Jedoch wird es in Österreich und auch in anderen Ländern so gehandhabt, dass dieser Tag auch am letzten Werktag vor dem 31. Oktober stattfinden kann, wenn dieser auf einen Feiertag oder ein Wochenende fällt. Denn an diesem speziellen Tag sollen Banken und Sparkassen für Kunden geöffnet haben. Allerdings blieb es mit der Zeit nicht bei einem Tag, denn es wurden sogar Weltsparwochen bzw. Jugendsparwochen eingeführt, sodass bei einigen Banken und Sparkassen eine ganze Woche dem Thema Sparen im besonderen Maße gewidmet wird.

Geschenke am Weltspartag bei Kindern beliebt
Viele Kunden besuchen jedes Jahr zu dieser Zeit ihre Bank oder Sparkasse, denn einige unterschiedliche Angebote und sogar Geschenke warten auf die Kunden. Insbesondere an die kleinen Sparer wird gedacht, denn diese erhalten nicht selten einige Geschenke, wenn sie ihr Erspartes am Weltspartag einzahlen. Nicht selten richten einige Banken und Sparkassen für Kinder sogar extra Schalter ein, an welchen die kleinen Kunden ihr Erspartes abgeben und gegen ein Geschenk einlösen können. Aber auch Erwachsene können häufig von besonderen Angeboten profitieren. Deshalb ist der Weltspartag insbesondere für Kinder immer noch ein großes Ereignis, auch wenn er zunehmend an Bedeutung verloren hat.

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