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Jahresrückblick der Ärgerlichkeiten

VKI-Lebensmittel-Check 2016

Villach – Versteckte Preiserhöhungen, Mogelpackungen, verwirrende Herkunftsangaben und unangemessene Bewerbung kaum enthaltener Zutaten: Solche Tricks der Lebensmittelbranche haben auch 2016 wieder zahlreiche Konsumentinnen und Konsumenten verärgert.

 3 Minuten Lesezeit (381 Wörter) | Änderung am 21.12.2016 - 12.34 Uhr

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat Bilanz gezogen, und über die Produkte, die im Laufe des Jahres über die Plattform www.lebensmittel-check.at gemeldet wurden abstimmen lassen. Fast 1.200 Leser der Print- und Online-Kanäle haben abgestimmt, welches Produkt sie besonders ärgerlich fanden. Die Negativliste stellt das Testmagazin KONSUMENT nun in seiner Jännerausgabe vor. Die drei größten Aufreger des Leservotings:

Nestlé Smarties & Vanillejoghurt

Das Joghurt wird damit beworben, dass es 71 Prozent Milch beinhalte, in der Zutatenliste sucht man Milch aber vergeblich. Stattdessen sind dort Vollmilchjoghurt, Magermilchpulver, Molkenerzeugnis und diverse Zusatzstoffe zu finden. Das Unternehmen erklärte auf Nachfrage des VKI, dass das Produkt zu 65 Prozent aus Magermilch und zu sechs Prozent aus Schlagobers bestehe. Daraus könne man sich die 71 Prozent Vollmilch mit mindestens 3,5 Prozent Fett zusammenrechnen. Fazit des VKI: Wo keine reine Vollmilch enthalten ist, sollte auch keine beworben werden.

Spar Natur pur Bio Pufuleti

Auf der Verpackung ist ein rot-weiß-rotes Band mit der Aufschrift „Bio-Maisgrieß aus Österreich“ angebracht. Auf der Rückseite ist unter dem grün-weißen Biozeichen die Abkürzung RO für Rumänien zu erkennen. Der Grieß stammt Spar zufolge tatsächlich aus Österreich, werde aber in Rumänien weiterverarbeitet, da es an heimischen Produzenten mangle, die vergleichbare Qualität herstellen könnten. Fazit des VKI: Produkte sollten nur dann mit Österreich-Bezug werben, wenn sie aus österreichischer Rohware in Österreich erzeugt wurden.

Milupa Aptamil Milch-Getreidebrei Weizen-Hirse-Hafer

Das Pulver für den Brei befindet sich in einem Beutel, der in einem Überkarton steckt. Ein Röntgenscan zeigt, dass der Beutel nur zu einem Drittel gefüllt ist. Milupa teilte auf Nachfrage mit, dass die Füllhöhe technisch bedingt sei. Um die Qualität und Sicherheit zu gewährleisten, werde das Pulver unter Schutzatmosphäre verpackt und daher sei eine komplette Befüllung nicht möglich. Fazit des VKI: Andere Hersteller bieten ähnliche Produkte in kleineren Verpackungen an, die konsumenten- und umweltfreundlich gestaltet sind.

So funktioniert der VKI-Lebensmittel-Check

Die Plattform www.lebensmittel-check.at trägt seit 2012 dazu bei, dass Unternehmen ihre Produkte verbraucherfreundlicher gestalten. Der VKI prüft alle dort eingehenden Konsumentenbeschwerden und fordert die Hersteller zu einer Stellungnahme auf. Zweimal pro Woche wird eine Produktbesprechung samt Stellungnahme veröffentlicht. Finanziell wird das Projekt durch das Gesundheits- und das Sozialministerium unterstützt.

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