Zum Thema:

29.04.2017 - 11:30„Schwarze Empörung in Kärnten heuchlerisch“28.04.2017 - 20:00Mallorca war gestern – V-Club ist heute!28.04.2017 - 15:51Abwärme-Transportleitung kommt28.04.2017 - 12:18Was tun bei Regenwetter in Villach?
Politik
Das Programm der Toleranzgespräche 2017 wurde im Spiegelsaal der Landesregierung vorgestellt. © Stadt Villach / Wajand

Im Zeichen der Freiheit

Toleranzgespräche 2017

Fresach/Villach – Braucht Freiheit Demokratie? Und was ist die Freiheit wert, wenn über Jahrzehnte geltende Wertegebäude und Systeme einstürzen. Was, wenn liebgewordene Traditionen über Bord geworfen oder hart erkämpfte Persönlichkeitsrechte im Internet gedankenlos freiwillig aufgegeben werden? Diese und andere Fragen stehen im Mittelpunkt der Europäischen Toleranzgespräche 2017, die vom 30. Mai bis 3. Juni 2017 im Kärntner Bergdorf Fresach und in der Stadt Villach stattfinden.

Trump, Brexit & die Türkei im Umbruch. Nichts ist mehr so wie noch vor einem Jahr. Selbst die USA stellen die Globalisierung in Frage, und die EU steht an einem weiteren Scheideweg. Die Initiatoren des Denk.Raum.Fresach diskutieren 2017 die Auswirkungen dieser geopolitischen Veränderungen. Die heurigen Toleranzgespräche stellen vielfältigen Dimensionen der Freiheit, die gerade heute wieder von vielen Seiten bedroht ist, in den Mittelpunkt.

„Der Vormarsch globaler Internet-Konzerne und zunehmend autokratischer Regime in Ost und West geben uns schwer zu denken. Freiheit ist nichts Selbstverständliches, sondern muss immer wieder neu erworben werden“, erklärte der Präsident des Kuratoriums der Europäischen Toleranzgespräche, Dr. Hannes Swoboda, bei der Vorstellung des Programms 2017 im Spiegelsaal der Kärntner Landesregierung. Der Superintendent der evangelischen Kirche, Mag. Manfred Sauer, betonte, dass sich die Toleranzgespräche auch mit Martin Luther und der Reformation auseinandersetzen werden: „Wir werden offensiv und kontrovers beleuchten, wie gehen wir mit Freiheit um, und stehen wir dafür in unseren Kirchen?“

Programm in Villach ausgeweitet

Villachs Bürgermeister Günther Albel wies auf die historische Bedeutung seiner Heimatstadt im Kampf gegen Bevormundung und Abhängigkeit hin: „Villach war schon immer ein Kristallisationspunkt für Aufklärung, Freiheit und Emanzipation, eine lebendige und offene Handelsstadt und nicht zuletzt auch das Kärntner Zentrum des Protestantismus.“ Als Reformationsstadt habe Villach viel zu geben: Das Thema der Europäischen Toleranzgespräche 2017 sei daher wie maßgeschneidert für die Stadt und ihre Kultur – diesen Bürgerdialog werde man weiterhin unterstützen.

„Deshalb freut es mich ganz besonders, dass Villach heuer verstärkt mit einigen hochinteressanten Veranstaltungen ins Zentrum der Toleranzgespräche 2017 rückt!“ Im dritten Jahr der Toleranzgespräche wird nämlich, so Albel, das Vorprogramm in Villach deutlich ausgebaut. Konkret wird es erstmals eine Kinopremiere samt Diskussion mit dem/der Regisseur/in geben (30. Mai) und eine Theaterpremiere der Neuen Bühne Villach auf dem Drauschiff (31. Mai). Der 31. Mai ist einem großen Schülerinnen- und Schülerforum gewidmet, auf dem Presse- und Meinungsfreiheit sowie die Bedrohungen des Internet mit Experten diskutiert werden (Tour de Liberté im Sudhaus der Villacher Brauerei).

Von links Landtagspräsident Ing. Reinhart Rohr, der Präsident des Kuratoriums der europäischen Toleranzgespräche, Dr. Hannes Swoboda, und Bürgermeister Günther Albel. - © Stadt Villach / Wajand

Neu ist auch der „Bürgerdialog“ am 1. Juni in Fresach. Erstmals soll Bürgerinnen und Bürgern gleich nach dem Auftakt Gelegenheit geboten werden, in einen offenen Dialog einzutreten und an der „Fresacher Freiheits-Charta“ mitzuarbeiten. Zahlreiche weitere Innovationen wie beispielsweise ein „UnternehmerInnentag“ am 2. Juni und ein Poetry Slam am 3. Juni ebenso wie ein „Festival der Toleranz“ und eine Multimedia-Show zur „Langen Nacht der Freiheit – Weltklang der Poesie“ runden das spannende Programm ab.

Eröffnung mit Prof. Bassam Tibi

Die Toleranzgespräche 2017 finden in der Pfingstwoche, vom 30. Mai bis 3. Juni, statt. Die offizielle Eröffnung erfolgt am 31. Mai in Villach, in Anwesenheit von Bundespräsident Dr. Alexander Van der Bellen und zahlreicher Spitzenpolitiker. Das Eröffnungsreferat am 1. Juni in Fresach hält der bekannte Orientalist und Islamkritiker, Prof. Bassam Tibi von der Universität Göttingen. Er wird insbesondere auf die Zukunft der Freiheit und die Folgen der Globalisierung eingehen. Am Nachmittag steht aus Anlass 500 Jahre Martin Luther – „Luther und die Freiheit – Was bleibt von der Reformation?“ mit Bischof Alois Schwarz und Superintendent Manfred Sauer auf dem Programm. Danach folgt eine Podiumsdiskussion über „Die illiberale Demokratie als Antwort auf die Globalisierung“ mit dem Politologen Vedran Dzihic. Workshops zum Thema „Frauen in der Kirche, Frauen im Islam“ oder „Glückssuche und Schmerzempfinden“ runden das Programm ab.

Kommentare laden
Zum Thema

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen