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© pixabay

Gewalt in Heimen:

Finanzielle Anerkennung für Opfer

Kärnten – Für Gewaltopfer in Heimen wurde eine zusätzliche finanzielle Entschädigung beschlossen. Auf Antrag von Sozialminister Alois Stöger erhalten die rund 7.000 Betroffenen zukünftig eine gesetzliche Rentenleistung von 300 Euro monatlich.

 1 Minuten Lesezeit (239 Wörter)

„Das ist eine finanzielle Anerkennung für alle, bei denen die öffentliche Verantwortung versagt hat und die dadurch ihrer Kindheit und Jugend beraubt wurden“, so Stöger. Für das Jahr 2017 betragen die Gesamtkosten rund 3 Millionen Euro, danach durchschnittlich 9 Millionen Euro jährlich. Über die Aufteilung der Kosten wird die Bundesregierung, vertreten durch Finanz- und Kanzleramtsminister, Gespräche mit Kirche und Ländern führen.

Staatlicher Verantwortung gerecht werden

„Mit der zusätzlichen Rentenleistung setzen wir einen weiteren Schritt, um der staatlichen Verantwortung gegenüber Missbrauchsopfern endlich gerecht zu werden“, freut sich Stöger über den Beschluss.

Nach 1945 wurden tausende Kinder und Jugendliche aus ihren Familien entfernt oder von ihren Eltern in Heimen untergebracht, wo sie in vielen Fällen gequält oder vernachlässigt wurden. Bislang haben die Heimträger die rund 7.000 Betroffenen mit insgesamt über 80 Millionen Euro entschädigt.

In ganz Kärnten kam es in von der katholischen und evangelischen Kirche betriebenen Heimen zu zahlreichen Vorfällen, u.a. auch in einem Heim in Treffen. 30 Betroffene aus Kärnten meldeten sich beim „Weißen Ring“. Die Dunkelziffer sei hoch.

„Weißer Ring“

Seit sechs Jahren betreut die Verbrechensopfer-Einrichtung WEISSER RING Opfer von Gewalt und Missbrauch in Heimen. Der WEISSE RING hat im Laufe von sechs Jahren fast 3.500 Fälle von Gewalt und Missbrauch in staatlichen und kirchlichen Einrichtungen betreut. Den allermeisten von ihnen wurden finanzielle Unterstützungen sowie Kostenübernahmen von Psychotherapien und Rechtsberatungen gewährt.

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