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25 bis 29-Jährige besonders gefährdet

Bis 2050: Hälfte der Weltbevölkerung kurzsichtig

Villach – Die 58. Jahrestagung der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft (ÖOG), die vom 25.-27. Mai 2017 im Congress Centrum Villach stattfindet, thematisiert den rasanten Anstieg der Kurzsichtigkeit (Myopie), v. a bei Kindern und Jugendlichen. Die Ursachen liegen u.a. bei der ständigen Nutzung von Handys und Tablets.

„Es braucht dringend eine Strategie zur Prävention und Früherkennung der Myopie, um Auswirkungen, wie die Entstehung weiterer Augenerkrankungen zu vermeiden und neue Behandlungsmöglichkeiten und Lösungsansätze zu finden. Deshalb fokussieren wir uns heuer auf dieses hochbrisante Thema, das eine der großen gesundheitspolitischen Herausforderungen der Zukunft darstellt“, so Univ. Prof. Dr. Andreas Wedrich, Präsident der ÖOG.

Besonders gefährdet: 25 bis 29-Jährige

Univ.-Prof. Dr. Herbert A. Reitsamer, wissenschaftlicher Sekretär der ÖOG: „Die häufigste Form der Kurzsichtigkeit ist ein übermäßiges Längenwachstum des Auges, das durch Brillen, Kontaktlinsen oder refraktive Chirurgie korrigiert wird. Kurzsichtige sehen in der Nähe scharf und in der Ferne unscharf. Aktuelle Daten für die Anzahl der in Österreich Betroffenen gibt es derzeit nicht. Aufgrund einer Metaanalyse der American Academy of Ophthalmology dürfte der Prozentsatz der westeuropäischen Bevölkerung aber zw. 28,5 und 37% betragen. Bis 2050 wird nach Modellrechnungen die Hälfte der Weltbevölkerung (54 – 56%) kurzsichtig sein. Eine besonders hohe Prävalenz besteht für Europa für die Altersgruppe zwischen 25 und 29 Jahren. Wie in der Gutenberg-Gesundheitsstudie der Universität Mainz gezeigt werden konnte, steigt das Risiko mit höherem Bildungsgrad bzw. längerer Schulzeit.“

Gefahr von Erblindung durch Folgeerkrankungen

Durch die optische Korrektur der Kurzsichtigkeit mit Brille, Kontaktlinse oder Chirurgie wird jedoch nicht die Gefahr von Folgeerkrankungen reduziert. “Die Zahl der Menschen mit Sehverlust wird sich sogar versiebenfachen und die Kurzsichtigkeit wird 2050 die häufigste Ursache für Erblindung sein und damit den Grauen Star ablösen. Besonders besorgniserregend ist die Zunahme der Menschen mit hoher Myopie, die mit besonderen Risiken für Netzhauterkranken, Glaukom und Altersbedingter Makuladegeneration einhergeht. Im Jahr 2050 werden etwa eine Milliarde Menschen von hoher Kurzsichtigkeit betroffen sein. Die medizinischen Folgen sind evident und die Anzahl der Menschen in der Bevölkerung, die bereits in jungen Jahren signifikante Pathologien aufzeigen werden ist hoch“, so Reitsamer weiter.

Ursachen und Prävention

Hauptursachen für die Kurzsichtigkeit sind zu viel Naharbeit bzw. Lichtmangel in der Kindheit oder Jugend. Die österreichischen Augenärzte empfehlen daher, dass sich Kinder so viel wie möglich im Freien aufhalten sollten (mind. eine Stunde pro Tag) und gleichzeitig die Zeiten der Naharbeit (Lesen, Arbeiten am Handy, PC, Laptop, Tablet) reduzieren. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen helfen außerdem, die Myopie rechtzeitig zu erkennen, gegenzusteuern und Folgeerkrankungen zu verhindern. „Aber auch die Hersteller der elektronischen Geräte müssten künftig verstärkt mit einbezogen werden, um die Geräte „augenfreundlicher“ zu gestalten“, so Reitsamer abschließend.

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