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Wirtschaft
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CFD Trading:

Wird die Nachschusspflicht komplett abschafft?

Villach – Schon seit Dezember 2016 schwelt es zwischen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und den Anbietern gehebelter Produkte, CFDs. Hintergrund ist die immer wieder monierte Nachschusspflicht für die Trader, wenn der Verlust die Margin übersteigt. Mehrheitlich keine Nachschusspflicht am Markt Ein komplettes Verbot des Handels mit Differenzkontrakten war nicht geplant, allerdings sahen die infrage kommenden Broker […]

Schon seit Dezember 2016 schwelt es zwischen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und den Anbietern gehebelter Produkte, CFDs. Hintergrund ist die immer wieder monierte Nachschusspflicht für die Trader, wenn der Verlust die Margin übersteigt.

Mehrheitlich keine Nachschusspflicht am Markt

Ein komplettes Verbot des Handels mit Differenzkontrakten war nicht geplant, allerdings sahen die infrage kommenden Broker auch keinen Anlass, die Nachschusspflicht abzuschaffen. Die Auswirkungen für das Geschäft dürften sich bei den meisten Anbietern aber in Grenzen halten. Zahlreiche Broker verzichten von sich aus explizit auf das Nachschießen bei negativem Handelsverlauf. Dabei handelt es sich nicht um eine nette Geste, sondern um einen Bestandteil der allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Diejenigen Broker, die darauf verzichten, stellen keineswegs eine Minderheit dar oder sind besonders exotisch. In dieser Gruppe finden sich Namen wie FXFlat oder die comdirect. Beides Unternehmen, denen niemand unseriöses Geschäftsgebaren nachsagen kann. Neun von zehn Brokern, so eine Erhebung des CFD-Verbandes, verzichten bereits darauf.

Der Verband verwies in dem Zusammenhang mit dem Verbot der Nachschusspflicht auf die Zahlen aus dem Jahr 2015. Bei insgesamt über 70 Millionen Transaktionen am deutschen Markt wurde lediglich in 3.000 Fällen ein Nachschuss eingefordert. Dies entspricht einem prozentualen Anteil von 0,0043 Prozent. Der Verband führte weiter aus, dass die geforderten Nachzahlungen mehrheitlich im unteren dreistelligen Eurobereich angesiedelt waren.

Keine Verschiebungen erwartet

Brancheninsider gehen vor diesem Hintergrund davon aus, dass es im Handel keine großen Verschiebungen zu erwarten sind, sofern es die BaFin bei einem Verbot der Nachzahlungen belässt. Allerdings erwartet dieser Personenkreis, dass es noch zu einem weiteren Verbot kommen könnte. Möglicherweise wird die BaFin auch Leerverkäufe unterbinden, da die Mehrzahl der Nachschüsse mit diesen in Zusammenhang steht.

Worum geht es bei einem Hebelgeschäft genau?

Nicht jeder weiß auf Anhieb, worum es bei einem gehebelten Trade geht. Der Begriff basiert auf dem englischen Ausdruck „Contract for Difference“, ein Differenzkontrakt. Die Differenz basiert auf dem Unterschied des eigenen Kapitals und der tatsächlich gehandelten Summe.  Dieser wiederum ergibt sich aus dem vom Broker festgesetzten Hebel.

Wer 1.000 Euro zur Verfügung hat, kann davon beispielsweise 50 Aktien zu einem Kurs von 20 Euro kaufen. Steigt der Kurs der Aktien um fünf Prozent, verbucht er 50 Euro Gewinn.

Ein Differenzkontrakt nutzt einen Hebel. Liegt der Hebel bei 1 : 50, kann der Trader mit 1.000 Euro für 50.000 Euro Aktien kaufen. Die fehlenden 49.000 Euro stellt ihm der Broker als Kredit zur Verfügung. Bei einem Kursanstieg von fünf Prozent beträgt der Gewinn 2.500 Euro, der Einsatz hat sich vor Abzug des Spreads für den Broker, dessen Courtage, um das 2,5fache erhöht.

Üblicherweise werden diese Transaktionen an dem Tag beendet, an dem sie eröffnet wurden. Bleibt die Transaktion über Nacht geöffnet, berechnet der Broker dem Anleger Zinsen. Diese orientieren sich in der Regel an einem Referenzzinssatz, beispielsweise dem LIBOR (London Interbank Offered Rate).

Die Kritik der BaFin setzte an folgendem Punkt an: Verlief die Kursentwicklung in die umgekehrte Richtung und der Verlust überstieg 1.000 Euro, musste der Trader die Differenz nachzahlen. Betrug der Verlust 1.200 Euro, waren noch einmal 200 Euro fällig.

CFDs können auf alle erdenklichen Basiswerte geschlossen werden:

  • Aktien
  • Anleihen
  • Rohstoffe
  • Indizes
  • Zinssätze

Gehebelte Währungsgeschäfte werden allerdings mit dem Begriff „Forex“ für Foreign Exchange bezeichnet.

Neben steigenden Kursen können Anleger bei dieser Art Derivate auch auf fallende Kurse setzen. Die von der BaFin ebenfalls kritisierten Leerverkäufe spielen dabei eine Rolle. Was es mit einem Leerverkauf auf sich hat, zeigt das folgende Video:

Möglicherweise ist es der BaFin auch schlicht ein Dorn im Auge, dass Hebelgeschäfte für den Trader einen Totalverlust mit sich bringen können. Dieses Erlebnis haben Millionen von Lottospielern allerdings auch jedes Wochenende.

Die Handelssoftware der Broker bietet durchaus die Möglichkeit, einen sogenannten Stop-Loss einzugeben. Das bedeutet, dass der Trader auf der Handelsplattform vorgibt, bei welchem Kurs der Trade automatisch beendet wird. Damit kann er zum einen Verlustbegrenzung betreiben, auf der anderen Seite auch einen angefallenen Gewinn absichern.

Wie kann ich anfangen, mit Hebelkontrakten zu handeln?

Zunächst einmal bedarf es dafür eines Handelskontos bei einem entsprechenden Broker. Dieser bietet vorzugsweise ein kostenloses Demokonto und umfangreiches Lern- und Ausbildungsmaterial an. Gerade Einsteiger sollten sich mithilfe des Demokontos zunächst mit der Handelsumgebung vertraut machen.

MetaTrader 4-Plattform - © XM.com

Bei den am weitesten verbreiteten Handelsumgebungen handelt es sich um den MetaTrader 4 und 5 als Download. Der Webtrader stellt eine browserbasierte Handelsumgebung dar. MT 4 und MT 5 sind auch als Apps für Android und iOS erhältlich.

Tutorials, E-Books oder Webinare bieten den Einstieg in das Erlernen von Chartanalysen und dem Einsatz der unterschiedlichen Handelsstrategien. Der Handel mit Differenzkontrakten kann, wie das obige Berechnungsbeispiel zeigt, sehr lukrativ sein. Wichtigste Voraussetzung dafür ist jedoch die Geduld am Anfang, nicht gleich mit echtem Geld loszulegen. In einschlägigen Foren besteht darüber hinaus die Möglichkeit, sich mit anderen Tradern auszutauschen und von deren Erfahrungen zu profitieren.

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