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Wirtschaft - Villach
Pensionistinnen sind durch die geringe Pension oft armutsgefährdet. © Pixabay.com

Pensionsschere beschämend:

Equal Pension Day 2017

Villach – Zum dritten Mal wird heuer der Equal Pension Day begangen. Das ist jener Tag, an dem Männer in Österreich jene Pensionssumme erreicht haben, die Frauen erst mit 31. Dezember zusammen haben werden. Diesmal findet der Equal Pension Day morgen, dem 27. Juli statt.

„Dass es einen solchen Equal Pension Day geben muss, ist für die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts beschämend. Doch es wäre noch beschämender, so zu tun, als wäre alles in bester Ordnung. Denn das ist es nicht“, mahnt heute, Mittwoch, Frauenreferentin LHStv.in Beate Prettner zum bewussten „Hinschauen“. Denn nur wer hinschaut, registriert und Bescheid weiß, sei bereit, dagegen anzukämpfen.

Wirtschaftliche Unabhängigkeit

„Es macht betroffen, wenn viele Frauen im Alter über kein ausreichendes Einkommen verfügen“, so Prettner. Der Grund für eine Pensionsschere von sagenhaften 42 Prozent (Österreichschnitt; Kärnten und Wien sind als einzige Bundesländer minimal besser) liege auf der Hand: geringeres Einkommen ist das eine, Versicherungs-Lücken durch Karenz, Kinderbetreuung oder Pflegezeiten das andere. „Viele Frauen haben im Alter mit dem Einkommen kein Auskommen, sie sind abhängig vom Partner. Und das, obgleich sie ein Leben lang gearbeitet haben. Wirtschaftliche Unabhängigkeit kann und darf kein Tabuthema mehr sein“, appellierte die Frauenreferentin.

Entscheidungsfreiheit für Frauen

Ein wichtiger Schritt hin zu mehr Chancengerechtigkeit sei nicht zuletzt ein adäquates Kinderbetreuungsangebot. „Frauen bzw. Mütter müssen tatsächliche Entscheidungsfreiheit haben; das darf zu keiner Alibiaktion verkommen“, meinte Prettner. Mit Alibi meint sie etwa Kinderbetreuungseinrichtungen, deren Öffnungszeiten nicht der Nachfrage entsprechen.

Pensionsschere liegt bei 42 %

Nach dem aktuellen Einkommensbericht 2016 des österreichischen Rechnungshofes beziehen Pensionistinnen im Schnitt ein mittleres Bruttojahreseinkommen von 13.902 Euro, Pensionisten dagegen von 23.802 Euro. Damit erreichen Frauen nur 58 Prozent der Pensionsbezüge von Männern, d.h. hier besteht ein Einkommensunterschied bzw. ein Gender Pension Gap von 42 Prozent. Besonders hoch ist der Unterschied bei den Alterspensionen. Frauen erhalten hier im Schnitt 13.418 Euro brutto, Männer aber 25.506 Euro. Frauen erreichen als nur 53 Prozent der Alterspensionen der Männer, der Gender Pension Gap beträgt hier 47 Prozent.

Prekäre Situatuion für Pensionistinnen

Pensionistinnen zählen daher zu jener Bevölkerungsgruppe, die besonders stark von Armut betroffen ist. Als arm bzw. armutsgefährdet gelten Personen, die monatlich weniger als 1185 Euro zur Verfügung haben. „Wenn man nun die durchschnittliche Pension von Frauen heranzieht, wird deutlich, in welcher prekären Situation sich Pensionistinnen befinden“, sagte Prettner. Besonders problematisch werde es für geschiedene Frauen, die lange nicht erwerbstätig waren oder als Zuverdienerin in der Familie mit Teilzeitarbeit ein geringes Gehalt bezogen haben.

„Vielen Frauen ist diese „Ausgangslage“ nicht bewusst. Erst wenn sie mit einem Informationsschreiben der Pensionsversicherung über die Höhe ihrer zu erwartenden Eigenpensionen konfrontiert werden, fallen sie aus allen Wolken. So gesehen ist der Equal Pensions Day eine Chance, für diese Armutsfalle zu sensibilisieren“, ist Prettner überzeugt.

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