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Leute - Villach
2012 veröffentlichte Queeen ihren ersten Song auf Soundcloud. © queeensrap

QUEEEN im Interview:

Von Rap, Disstracks und dem Weg als Ziel

Villach – Heute, dem 6. Juli, veröffentlichte die Villacher-Rapperin „Queeen“ ihr neues Musikvideo zu „Changes“. Grund genug für uns, einmal hinter die Kulissen der aufstrebenden Villacherin zu blicken und mit ihr über ihre Anfänge im Musikbunsiness, ihre Ziele und ihre neue Single zu reden.

Das Video zur neuen Single „Changes“ ist seit heute auf Youtube zu bewundern.

Seit wann bist du als Rapperin tätig? Und wie bist du ein Teil der Villacher Hip-Hop Szene geworden?

2012 habe ich meinen ersten Song auf Soundcloud hochgeladen. Songtexte habe ich schon lange davor geschrieben. Da ich deutschen Rap bzw. Hip Hop gehört habe, war dies auch die Musikrichtung die mich in meiner „Jugend“ geprägt und vor allem inspiriert hat.

Bist du neben dem Rappen berufstätig? Ich denke mir ja, dass das Musikbusiness viel Zeit beansprucht. Vor allem wenn du wie jetzt gerade eine neue Single herausbringst. Bist du also nur im Feierabend und am Wochenende Rapperin bzw. wie können wir uns deinen normalen Tagesablauf vorstellen und wann findest du Zeit um ins Studio zu gehen?

Ja ich arbeite im Büro des Bürgermeisters und die Frage, ob ich nur am Feierabend oder Wochenende Rapperin bin, ist total schwierig zu beantworten. Für mich ist „QUEEEN“ genau diese Matea dich ich sein will, aber heute eben noch nicht sein kann. Deswegen: Ich trenne meinen Job beim Bürgermeister klar von meinen künstlerischen Aktivitäten. Es ist notwendig, dass es 2 Persönlichkeiten von mir gibt und das ist auch vollkommen richtig so. Ich bin 40 Stunden konzentriert und fokussiert im Büro und den Rest meiner Zeit bin ich Rapperin. Wenn jemand der Meinung ist, dass dadurch meine Seriosität verloren geht, oder das eine mit dem anderen nicht vereinbar ist, hat Kunst nicht verstanden. Meine Songs schreibe ich immer wenn ich Zeit hab, das kann mitten in der Nacht sein, morgens beim Kaffee trinken zu Hause, oder abends nach der Arbeit. Ich tippsel oft wirre Textphrasen in mein iPhone. Wenn der Song steht, fahre ich zum Aufnehmen und zum Videodrehen mittlerweile nach Wien. Für den Dreh der neuesten Single „Changes“ z.B. sind wir an einem Sonntag um 00:00 Uhr von Villach losgefahren, waren um 04:00 Uhr in Wien, um 08:00 Uhr am Drehort und um 23:00 Uhr wieder in Villach – es ist crazy, aber wenn du etwas unbedingt willst, ist dir nichts zu anstrengend oder zu kompliziert.

Wie hat sich die Arbeit als Rapperin verändert seit du 2012 angefangen hast?

Meine Arbeit ist professioneller geworden das ist ja klar. Natürlich wirst du mit der Zeit auch einfach bekannter. Was mir jedoch am meisten auffällt ist, dass es „damals“ einfacher war Klicks auf deine Songs zu bekommen. Die Beitragsreichweite im Internet hat sich so krass verändert. Wir glauben alle, dass es heutzutage so „leicht“ ist viral zu gehen… das stimmt nicht. Facebook und Youtube haben begonnen, bewusst deine Reichweite zu verringern. Du musst Geld für Werbung zahlen, damit von deinen 3.000 Facebook Fans auch wirklich, 3.000 Leute deinen Beitrag sehen. Was ich damit sagen will ist, du brauchst als Künstler neben Geld für Musik- und Videoproduktionen auch ein Marketingbudget. Wenn du nicht bei einem Label gesigned bist, sondern alles selbst machst und finanzierst – so wie wir, kann das schon ziemlich teuer werden.

Du sprachst gerade davon, dass IHR alles selber macht und finanziert… Arbeitest du mit einem Produktionsteam zusammen? Bzw. schreibst du alle deine Texte selbst und wer macht die Beats?

Zurzeit arbeite ich mit Rapper Atsche aus Wien zusammen. Die Videos setzt immer Mario Köstinger von Fuel Vision gemeinsam mit Atsche, der übrigens auch Filmemacher ist, um. Beatproducer hat man immer mehrere. Die Beats zu „Komm Mal Her“ und „Changes“ sind beispielsweise von Jerry Divmond. Die Texte und das Toplining mach ich natürlich selbst! Bei Featurings wie bei den Songs mit Atsche arbeiten wir den Refrain gemeinsam aus und jeder selbstständig seinen Part.

Ich stelle mir vor, dass der Konkurrenzkampf zwischen Hip-Hop Künstlern, so wie in der gesamten Musikbranche, sehr groß ist. Hattest du schon öfter Probleme bzw. einen spürbaren Konkurrenzkampf mit anderen Künstlern?

Konkurrenzkampf gibt es, nur wird dieser im Rapbusiness komplett anders ausgetragen, als in anderen Genres. Hast du schon mal nen Disstrack von Andrea Berg gegen Helene Fischer gehört? Oder Andreas Bourani vs. Tim Bendzko? Im Rapbusiness geht’s einfach hart zur Sache. Für mich ist das normal, das gehört dazu. Ich teile ja auch verdammt gerne aus! Wer mich kennt weiß, dass ich mir Respektlosigkeiten, vor allem wenn sie von Menschen kommen die mich persönlich kennen, nicht gefallen lasse. Einen konkreten Konkurrenzkampf mit jemanden gibt es nicht, zumindest nicht einen der von meiner Seite aus irgendwelche Relevanz hätte. Dass es Menschen gibt, die mich am Boden sehen wollen, mich hassen, meine Arbeit schlecht reden, und Lügen erzählen, nur um mir zu schaden, weiß ich mittlerweile…irgendwie amüsiert mich das…

Was willst du mit deiner Musik aussagen?

Das ist immer verschieden. Manchmal möchte ich Lebensereignisse abschließen, die mich krass belasten. Manchmal möchte ich einfach nur zeigen, wie gut ich rappen kann. Oft will ich, dass meine Hater das Kotzen kriegen und sich wegen mir ärgern. Es geht aber auch oft darum, Trost zu spenden, oder Menschen zu motivieren ihre Träume zu leben. Das Wichtigste ist, Gefühle auszulösen, egal ob positive oder negative. Das ist der Schlüssel zu den Menschen.

Die Single „Komm Mal Her“ von Atsche und dir ist seit knapp 4 Wochen online und hat mittlerweile über 31.000 Klicks auf Youtube. Das ist eine beachtliche Zahl, wie siehst du das und was glaubst du ist der Grund dafür?

Das sehe ich ähnlich. Atsche und Ich waren geflashed, damit haben wir nicht gerechnet. Im Grunde genommen, war dies das 1. gemeinsame Ding, das wir gemeinsam rausgehauen haben und die Single hat all unsere persönlichen Rekorde gebrochen. Was der Grund dafür ist, ich weiß es ehrlich gesagt nicht. „Komm Mal Her“ ist einfach state of the art, Rap klingt heute genau so, wir stehen den „Rapgrößen“ Sound- und Videotechnisch kaum mehr in etwas nach.
Der Song ist viel melodischer, er ist einfach gestrickt, geht gut ins Ohr, die Videoqualität zerstört alles und wir hatten einfach krasse Supporter die das Ding gepushed haben. Ich bin dankbar über die Fanbase, das motiviert einen so weiter zu machen!!!

„Changes“ ist die neue Single die vergangenen Donnerstag veröffentlicht wurde. Erzähl uns ein bisschen wie es zur Single gekommen ist und worum es geht.

Das Video zu Changes ist ja seit heute online. Wie schon erwähnt arbeite ich zurzeit mit Rapper Atsche zusammen. Changes ist die Single die allen klarmachen soll, dass „ab jetzt alles anders“ wird. Atsche ist genau wie ich ein verdammter „HACKLER“ und kämpft ebenso seit Jahren für seinen Traum. QUEEEN x ATSCHE fusioniert ergibt Veränderungen also CHANGES … 2 Menschen 1 Ziel, Leute rundherum die haten und den Style nicht verstehen, aber nichts und niemand kann uns aufhalten. Ach ja und ich verteile in meinem Part wieder standesgemäß verbale Ohrfeigen … muss so sein.

Was willst du noch als Queeen erreichen? Was wäre dein Traum?

Ich könnte jetzt von Charts sprechen, von Musik als Hauptberuf, von Konzerten vor 100.000 Menschen, aber was dann? Der Weg ist das Ziel…so wie es jetzt läuft soll es weitergehen.

 

Wir wünschen Queeen auf jeden Fall noch viel Erfolg in ihrer weiteren Musikkarriere und freuen uns schon auf weitere Tracks der Villacher Rapperin.

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