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Politik - Villach & Klagenfurt
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Weitreichende Kritik an "Tempo 100"

Tempolimit: Alle gegen einen

Villach/Klagenfurt – "Es ist an der Zeit, die Menschen wieder in den Mittelpunkt zu rücken und nicht das Benzin-Auto". Mit diesen Worten präsentierte Verkehrsreferent Rolf Holub heute das von der Landesregierung in Auftrag gegebene Lärm-Gutachten zu Tempo 100 auf der Wörthersee-Autobahn. Nicht nur bei unseren Leserinnen und Lesern führt das angestrebte Tempolimit zu Verärgerungen. Auch Politiker verschiedenster Parteien laufen Sturm.

„Diese Begrenzung ist ein Schildbürgerstreich und eine Schikane für die ohnehin leidgeprüften Autofahrer. Ich werde es nicht zulassen, dass Politik gegen Autofahrer und Pendler, die diesen Streckenabschnitt tagtäglich nutzen, gemacht wird. Die übergroßen Lärmschutzwände reichen völlig aus“, betont Straßenbaureferent Landesrat Gerhard Köfer vom Team Kärnten. Er warnte zudem neuerlich vor einer radikalen Radar-Abzocke, die bei Tempo 100 seiner Meinung nach unweigerlich drohen würde.

Darmann: „Dem Holubschen Spuk ein Ende setzen“

„Während sich tausende betroffene Autofahrer und Pendler bereits klar gegen die geplante Tempo 100-Schikane ausgesprochen haben, bleibt Holub stur bei seinen Plänen und will den ´Lärm-Hunderter´ auf der gut ausgebauten Wörtherseeautobahn gegen alle Widerstände der Kärntner durchboxen“, kritisiert der FPÖ-Obmann Gernot Darmann. „Die Regierungskoalition sollte in sich gehen und dem Holubschen Spuk sofort ein Ende setzen! Ich werde jedenfalls keinen Antrag der Landesregierung an das Verkehrsministerium für ein Tempo 100-Limit auf der Wörtherseeautobahn unterstützen“

Nikel: „Flexible Geschwindigkeitsbeschränkungen einführen“

„Holub will grundsätzlich nur Nutzer der Autobahnen zu Sündenböcken abstempeln, um die eigene Wählerklientel zu befriedigen“, meint BZÖ-Nikel. Viele Maßnahmen zur Lärmreduktion seien mit enormem finanziellem Aufwand in diesem Bereich schon längst realisiert worden. Sinnvoller wären vielmehr flexible Geschwindigkeitsbeschränkungen: „Die Höchstgeschwindigkeit sollte nach Parametern wie Verkehrsdichte, Sicht und Straßenverhältnissen angepasst werden“. Flexible Beschränkungen hätten einen besseren Verkehrsfluss und weniger Umweltbelastung zur Folge, so Nikel.

Wirtschaftskammer: „Regierungsbüros scheinen die ‚saure Gurkenzeit‘ für abstruse Verkehrsideen zu nutzen“

„Von der Verringerung der Geschwindigkeit würden laut Holub 3.000 Objekte und 6.000 Personen profitieren. Im Gegenzug hätten aber tausende Pendler und Berufskraftfahrer Tag für Tag mit der Reduktion zu kämpfen. „Ein 60er auf einer Autobahn kann doch nur ein schlechter Scherz sein. Man sollte einmal einen Transporteur fragen, was das für seinen Fahrfluss bedeutet“, so Rothmüller-Jannach.

Reaktionen unserer Community

Auch bei unseren Leserinnen und Lesern merkt man die Verärgerung über das geplante Tempolimit. „Wäre ein kompletter Irrsinn! Vorteil nur, dass wir zahlen können, weil sie überall stehen werden. Es wird trotzdem zu Unfällen kommen“, schreibt etwa eine Userin. „Tempo 100 ist der falsche Ansatz, da einerseits die LKW den meisten Lärm verursachen und andererseits viele PKW-Lenker die 130 deutlich überschreiten. Die bestehenden Geschwindigkeitsgrenzwerte stärker kontrollieren und LKW reduzieren wäre sinnvoller“, ergänzt ein weiterer.

Manche befürchten auch Verkehrsbehinderungen: „Wird eine totale Stau-Autobahn wie auf der Inntal Autostraße.“ Manchen ist aber auch eine Begrenzung auf 100 km/h noch zu wenig: „Viel zu schnell, Tempo 30 reicht auch.“ Scherz… 😉

Tempo 100 bei St. Pölten wurde abgesagt

Besonders interessant: Auch in St. Pölten kam Tempo 100 auf der Westautobahn nicht sonderlich gut an. SPÖ, ÖVP und Grüne hatten dafür im April eine Resolution beschlossen. Seitens des Verkehrsministeriums wurde das heute abgesagt, denn die Zahl der Autounfälle reicht nicht aus, um ein Tempolimit rechtzufertigen.

Zur Studie

Das Gutachten wurde von Verkehrsexperten Kurt Fallast durchgeführt und untersucht die Auswirkungen eines durchgehenden Tempolimits von 100 km/h für Pkw und 60 km/h für Lkw entlang der A2 im Wörthersee-Abschnitt zwischen dem Knoten Villach und Minimundus. Sowohl die Qualität des Verkehrsablaufes, die Lärmimmissionen und -emissionen sowie die Verkehrssicherheit würden sich deutlich verbessern: „Die Fahrzeit für den Pkw-Verkehr würde sich bei einer Temporeduktion auf der untersuchten Strecke um zwei Minuten, für den Lkw-Verkehr um maximal acht Minuten verlängern“, erklärte Fallast im Rahmen der Pressekonferenz.

Sowohl die Verkehrsflussqualität als auch die Verkehrssicherheit würden sich positiv verändern. Dies hätte die Analyse der 87 durchgeführten Mess- und Testfahrten auf der Strecke ergeben.

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