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Leute - Klagenfurt
© Bilder: Bundesheer/Christian Debelak

Übungsplatz - Biotop der Vielfalt

Wer hätte das gedacht?

Klagenfurt – "Gelbbauchunke, Urzeitkrebse, Neuntöter, östliche Smaragdeidechse und sechs nachgewiesene Fledermausarten leben am Garnisonsübungsplatz 'Atschalas' im Nordosten von Klagenfurt", berichtet das Bundesheer. Klingt erstmal ungewöhnlich, dennoch entwickelte sich unter schwerem militärischen Gerät ein Biotop großer Vielfalt.

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Dieser Lebensraum wird und wurde laut Bundesheer durch die regelmäßige militärische Nutzung, die auch im Masterplan der Landeshauptstadt festgeschrieben ist, geschaffen. Im Rahmen des Projektes „ökologisches Flächenmanagement 2017“ werde die Belebung dieser Fläche sogar intensiviert.

Urkrebse und Gelbbauchunke

Zwei Urkrebsarten, der Urzeitkrebs (Triops cancriformis) und der Feenkrebs (Branchipus schaefferi), sowie die Gelbbauchunke (Bombina variegata) leben auf dem Übungsplatz. Die Gelbbauchunke war die „Amphibie des Jahres 2014“. Sie alle leben in den Pfützen und Kleintümpeln.

Im Jahr 2004 wurden diese Urzeitkrebse, die bereits als ausgestorben galten, von Gerald Malle sowie im Mai 2005 von Peter Stietka-Ogris mit seinen Kindern Petra und Patrick beobachtet. Daraufhin wurden die Zoologen Karina Smole-Wiener und Erich Eder aufmerksam und begannen im Frühjahr 2006, das Vorkommen dieser Urzeitkrebse am Übungsplatz wissenschaftlich aufzuarbeiten. Es folgten Bundesheer-Kaderfortbildungen mit dem Thema „Natur- und Umweltschutz“.

Der Urzeitkrebs lebt gemeinsam… - © Bundesheer/Christian Debelak

Heeres-Fahrschulbetrieb schafft die Voraussetzungen

Die Voraussetzungen für diese Kleinbiotope sind durch Übungsfahrten mit Lastkraftwagen und andere Geländefahrzeuge der Kärntner Heeresfahrschulen geschaffen worden. Ist einmal so ein Kleintümpel entstanden, bietet dieser den kleinen Froschlurchen, aber auch den Urkrebsen einen optimalen Lebensraum.

Klaus Krainer, Geschäftsführer der Arge Naturschutz, weist auf die Wichtigkeit der Schaffung und Erhaltung dieser Lebensräume hin. „Diese Lebensräume benötigen den ständigen Übungsbetrieb des Bundesheeres und bieten dennoch Rückzugsräume für seltene Tierarten“, so Krainer.

…mit dem Feenkrebs… - © Bundesheer/Christian Debelak

Bundesheer sorgt für ökologischen Lebensraum

Weitere auf der „roten Liste“ stehende und somit geschützte Tierarten wie der Neuntöter oder auch Rotrückenwürger genannt, die Smaragdeidechse und sechs Fledermausarten wurden in „Atschalas“ ebenfalls nachgewiesen. Folgende Fledermausarten kommen dort vor: Fransen-, Zweifarben-, Mücken-, Weißrand- oder Rauhhaut-, die Mopsfledermaus sowie der Abendsegler.

„Neben den geschützten kommen auch andere Vogelarten, welche hier nisten oder auf Futtersuche sind, vor. Aber auch Zugvögel machen hier Zwischenstation, bevor sie in ihr Winterquartier in den Süden weiterfliegen“, erklärt Oberstleutnant Gerald Malle, Umweltschutzbeauftragter im Militärkommando Kärnten und leidenschaftlicher Ornithologe. „Dieser ökologisch sehr wichtige Lebensraum muss regelmäßig überprüft und bewirtschaftet werden“, so Malle.

…und der Gelbbauchunke in den Kleinbiotopen am Garnisonsübungsplatz. - © Bundesheer/Christian Debelak

Übungsplätze als optimale Lebensräume

Weitere Vorkommen der zwei Urzeit-Krebsarten wurden auch auf den Übungsplätzen Allentsteig und Völtendorf in Niederösterreich sowie am Truppenübungsplatz Treffling in Oberösterreich gesichtet. „Vermutlich wurden diese Tierchen vom Truppenübungsplatz Allentsteig durch Panzer und andere Heeresfahrzeuge nach Kärnten eingesiedelt“, nennt Gerald Malle als Ursache für das Heimischwerden dieser Urzeit-Krebsarten.

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