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Politik - Villach & Klagenfurt
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Alleine auf weiter Flur

Tempo 100: Holub bleibt auf Kurs

Wörthersee – Alleine auf weiter Flur. Breite Front gegen Holubs "Tempo 100"-Projekt. Doch die Grünen bleiben auf Kurs und argumentieren. Aber auch Landeshauptmann Peter Kaiser wird das Projekt nun nicht unterstützen.

 4 Minuten Lesezeit (580 Wörter)

Schlagabtausch zum Thema A2-Südautobahn. Nach Köfers Pressekonferenz und dem Start seiner Kampagne „SCHIKANE NEIN DANKE“ folgte promt die Antwort. „Tempo 100 auf der Wörthersee-Autobahn würde einen Zeitverlust von zirka 2 Minuten für den Individualverkehr und 8 Minuten für den LKW-Verkehr bedeuten, für viele Menschen aber die Lebensqualität enorm verbessern.“, so Holub zur aktuellen Diskussion um Tempo 100/60 auf der A2-Südautobahn im Abschnitt Wörthersee. Doch Straßenreferent Gerhard Köfer forderte die Vorlage des Gutachtens und befürchtet Auffahrunfällen und Mautflucht auf die Bundesstraßen.

Dem entgegnet Holub bezüglich Mautflucht: „Rechnet man die Auf- und Abfahrten, die Temporegulierungen von 50 bzw. 30 km/h sowie die LKW-Fahrverbote in manchen Wörthersee-Gemeinden mit ein, so wäre die Wörthersee-Autobahn immer noch die bei weitem schnellste Verbindung.“

Auch die längere Fahrzeit und damit eine längere Lärmbelastung sind für ihn kein Argument: „In der Praxis schwankt die Lautstärke von Geräuschen stark mit der Zeit, der Schalldruckpegel ändert sich also laufend. Unser Ziel ist es, die Maximalbelastung der Menschen deutlich zu reduzieren.“

Holub: „Vertrete Interessen Tausender BürgerInnen“

Auch gegen den Vorwurf die Beschränkungen seien eine „Privataktion“ wehrt sich Holbu. Dies entspreche nicht seinem Verständnis von verantwortungsvoller Politik. Schließlich vertrete er die Interessen Tausender BürgerInnen, die seit vielen Jahren für eine Verbesserung kämpfen. Die Kritik von Köfer, die Abteilung 9 wäre fälschlicherweise nicht eingebunden gewesen, hält Holub nicht für gerechtfertigt: „In der Studie ging es um die wissenschaftliche Untersuchung, ob die Voraussetzungen für die Geschwindigkeitsbeschränkungen grundsätzlich gegeben sind. Das Messen von Verkehrsbelastungen fällt als Umweltlandesrat in mein Ressort.“

Gegenwehr auch bei unserer Leserschaft

Das Thema TEMPO 100 wird auch bei uns emotional diskutiert. Hunderte Kommentare richten sich gegen die Beschränkung.

 

Keine Unterstützung von Kaiser

Köfer jedoch feierte einen weiteren Erfolg. Landeshauptmann Peter Kaiser wird das Projekt nicht unterstützen: „Es ist grundsätzlich positiv, dass Kaiser Holub hier einbremst, auch wenn dies reichlich spät kommt. Doch besser spät als gar nicht.“

Köfer gehe jetzt davon aus, dass aufgrund der Haltung Kaisers „… die abstrusen Tempo 100-Pläne von Holub ad acta gelegt werden.“

Doch auch dem entgegnet der Grüne Politiker: „Wenn der Landeshauptmann ohne die Studie überhaupt zu kennen bereits jetzt meiner Forderung medienwirksam eine Absage erteilt entsteht der Eindruck, dass nicht das Wohl der Menschen, sondern die Wählermaximierung im Mittelpunkt steht.“

Kritik von allen Seiten

„Das ist das Geld aller Autofahrer, das hier investiert wurde! Dennoch will Holub eine sehr gut ausgebaute Autobahn zu einer Landstraße degradieren und weitere Autobahnstrecken in Kärnten folgen lassen“, kritisiert auch Darmann (FPÖ), der sich zuversichtlich zeigt, dass Holub spätestens vom Wähler bei der nahenden Landtagswahl gestoppt wird.

Alternativvorschlag für Köfer nicht tragbar

Als „keinen gangbaren Weg“ bezeichnet Köfer weiter den „Kompromissvorschlag“, die Geschwindigkeit auf der Wörtherseeautobahn nur in der Nacht zu reduzieren: „Dieses Nachtlimit hat sich bereits auf der Tauernautobahn nicht bewährt und wird von uns klar und entschieden abgelehnt. Autobahnen sind für Tempo 130, zu jeder Tages-und Nachtzeit, gebaut und konzipiert, wer diese Geschwindigkeit – aus welchen Gründen auch immer – nicht fahren will, ist gerne eingeladen, sein Tempo auf 100 zu reduzieren.“

Die Diskussion zu TEMPO 100 bleibt also weiterhin spannend. Spätestens im Herbst wird man wissen: „Viel Lärm um nichts?“

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