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Leute - Villach
© KK

Bodybuilding

„In meinen Augen ist es Kunst“

Villach – Sandro Filzmaier ist 18 Jahre alt und kommt aus Villach. Bodybuilding ist für ihn zum Lebensstil geworden. Zusammen mit Sandro stellen wir euch sein außergewöhnliches Hobby vor.

Was ist Bodybuilding für dich? Hobby oder Beruf?

Momentan befinde ich mich im 3. Lehrjahr meiner Ausbildung zum Mechatroniker. Klar könnte man Bodybuilding auch hauptberuflich machen, aber bis dahin ist es ein weiter Weg! Bodybuilding bekommt leider wenig Aufmerksamkeit von der Öffentlichkeit – also ist es nicht so interessant für Sponsoren. Ein Fußballer z.B. wird selbst in der kleinsten Liga schon bezahlt, davon kann ein Bodybuilder leider nur träumen! Momentan ist es für mich also nur ein Hobby bzw. ein Lebensstil, aber man weiß nie, was die Zukunft bringt und Zeit hab ich definitiv noch mehr als genug.

Nimmst du auch an Wettkämpfen teil?

Am 30. Juli hatte ich einen Wettkampf in Köln, bei dem ich mir den 4. Platz sicherte, bei 18 Startern in der Männerklasse! (Junioren sind von 16-23, Männer sind 23+, es darf jedoch jeder Junior mit den Männern starten). Das war mein zweiter Wettkampf, davor konnte ich mir im September letzten Jahres in Sankt Pölten den 2. Platz beim Internationalen Österreich Cup der IFBB Austria sichern. Momentan befinde ich mich wieder in Vorbereitung für diese Meisterschaft. Sie ist am 17. September in der Wiener Stadthalle. Bevor es für mich das erste Mal auf die Bühne ging, trainierte ich 3 Jahre. Jedoch muss das jeder für sich wissen, wann und ob er den Schritt auf die Bühne wagt. Viele Außenstehende, aber auch Freunde und Verwandte, verstehen mich nicht, wieso ich es mir antue, so streng Diät zu halten, die täglichen Trainingseinheiten etc. Aber diese 10 Minuten, die man dann auf der Bühne verbringt und seine Form mit den anderen Athleten präsentieren kann, geben einem einfach so viel zurück!

Wie sieht für dich ein typischer Tagesablauf aus?

Momentan läutet um halb 6 der Wecker, dann geht’s gleich auf ins Studio, wo ich mein 40-minütiges Cardio absolviere und jeden zweiten Tag Bauch trainiere. Dann geht’s in die Arbeit bis ca. 16.00 Uhr. Zu Hause wird dann vorgekocht für den nächsten Tag. Um halb 7 gehts dann das zweite Mal ins Studio, wo ich dann für ca 1,5 Stunden mein Krafttraining absolviere. Dann geht’s wieder heim, einmal wird noch gegessen und dann geht’s ins Bett. So sieht momentan jeder meiner Tage aus. Zu meiner Ernährung: Wir Bodybuilder ernähren uns strikt nach Trennkost, also wir versuchen Kohlenhydrate und Fette zu trennen. Jedoch ist das bei mir momentan leider nicht mehr so spektakulär, da ich in 13 Tagen Wettkampf habe, habe ich leider nicht mehr so viel zum Essen.

Nach dem Training gibt’s Kohlenhydrate mit Eiweiß. - © KK

Was würdest du jemandem raten, der ebenfalls in den Bodybuilding-Sport einsteigen will?

Naja, einen richtigen Ratschlag kann man da gar nicht geben und man wird ja nicht von heut auf morgen zum Bodybuilder. Ich hab mich vor 4 Jahren im Studio mit einen Kollegen angemeldet, weil wir gedacht haben, wir bekommen dann alle Mädels und irgendwann ist es dann halt eskaliert und man will sich mit anderen messen! Jedoch ist es wirklich ein harter Sport. Wer es zu 100% durchziehen will, muss sehr viel investieren und wenn man es nicht konsequent durchzieht, wird man auch nichts erreichen.

Beim Bodybuilding hat man schnell den Gedanken an unerlaubte Leistungssteigerung (Anabolika etc.). Wie stehst du zu dem Thema?

Der Mensch sucht immer Perfektion und jeder liebt das Extrem! Keiner interessiert sich für irgendwelche dünnen Bodybuilder, alle interessieren sich für Leute wie Kai Greene oder Phil Heath. Das ist das Extrem und das ist das, was die Leute sehen wollen! Klar ist Steroidkonsum im Bodybuilding weit verbreitet und wird deswegen oftmals in Verruf gebracht, aber ich glaube auch, dass keiner der Top-Radfahrer der Tour de France nicht zu leistungssteigernden Substanzen greift – dieser Belastung würde ein normaler Körper niemals standhalten. Also sollte man nicht so blauäugig durchs Leben laufen und nur Bodybuilder des Steroidkonsums bezichtigen.

Was begeistert dich am Bodybuilding?

Was begeistert mich am Bodybuilding! In meine Augen ist es Kunst, ich arbeite an meinem eigenen Körper und forme diesen. Es ist ein langer Weg, aber man freut sich über die Veränderungen, die sich über die Zeit bemerkbar machen. Ich freu mich einfach darüber, mich dadurch von der Menge abzuheben und herauszustechen.

Wir bedanken uns bei Sandro für das Gespräch.

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