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Vorträge in Villach

Gender-Medizin kann Frauenleben retten

Villach – Krankheiten sind nicht geschlechtsneutral: Frauen und Männer haben unterschiedliche Krankheitssymptome, der Krankheitsverlauf ist anders, auch Medikamente wirken unterschiedlich. Dieser "anderen" Umstände nimmt sich die Gender Medizin an. Wenn ihr mehr erfahren wollt, sind die bevorstehenden Veranstaltungen in Villach vielleicht genau das Richtige für euch.

Herzinfarkt bei Frauen: Andere Symptome als Männer

„Gender Medizin ist eine relativ junge Wissenschaft, jedoch von absolut hoher Bedeutung – sie kann Leben retten“, weiß Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner. Sie verdeutlicht das am Beispiel Herzinfarkt: „Erleiden Frauen einen Herzinfarkt, zeigen sie meist andere und oft weniger dramatische Symptome. Der stechende Brustschmerz, der in den linken Arm ausstrahlt, bleibt bei Frauen oft aus. Stattdessen klagen sie häufig über Übelkeit, ein Symptom, das auch Ärzte nicht gleich mit einem Herzinfarkt in Verbindung bringen. Während Männer umgehend richtig behandelt werden, verstreicht bei Frauen wertvolle Zeit – sie sollten sich ausruhen, Traubenzucker zu sich nehmen oder die Beine hochlagern.“

Frauen werden später reanimiert

Margarethe Hochleitner, die Expertin in Sachen Gender Medizin, bestätigt: „Wir müssen uns darüber klar sein, dass Frauen nahezu gleich viele koronare Events haben wie Männer und natürlich die gleiche Akutbehandlung brauchen.“ Genau das sei aber nicht der Fall. Frauen werden bei Herzstillstand später reanimiert und haben geringere Chancen, sofort auf die Intensivstation gebracht zu werden und sofort oder im Zuge des ersten Aufenthaltes einen Herzkatheter zu erhalten, erläutert Hochleitner.

„Frauen brauchen eigene Medizin“

Sie appelliert daher: „Frauen brauchen in vielerlei Hinsicht eine eigene Medizin, die weit über die Versorgung durch den Gynäkologen hinausgeht. Wir wissen heute, dass sich Frauen und Männer in ihren Krankheiten noch viel deutlicher unterscheiden, als lange Zeit angenommen wurde.“ Hochleitner wird im Rahmen der Gender Medizin-Veranstaltung in Villach – eine Kooperation vom Frauenreferat des Landes Kärnten und dem Frauenbüro der Stadt Villach – über „Frauengesundheit – was ist das?“ referieren (27. September, 18 Uhr, Bambergsaal im Parkhotel Villach).

Lehrbücher bilden männliche Krankheitsbilder ab

„Gender Medizin muss künftig ein verpflichtender Teil der medizinischen Ausbildung sein. Sämtliche wissenschaftliche Lehrbücher sind noch immer auf männliche Krankheitsbilder und -verläufe ausgerichtet“, sagt Prettner. Sie hat deshalb bei der Frauenreferentinnenkonferenz im burgenländischen Rust – gemeinsam mit Niederösterreich – einen Antrag auf gesetzliche Verankerung von Gender Medizin in der Ausbildung eingebracht. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. „Frauen- und Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner steht voll und ganz hinter dieser Forderung. Wir können davon ausgehen, dass Gender Medizin sehr bald schon entsprechend realisiert wird.“

Vortrag

  • „Gender Medizin – die weibliche und die männliche Seite der Medizin“
    27. September, 18 Uhr, Parkhotel Villach.
  • Workshop „Frauengesundheit – was ist das?“
    28. September, 9 – 12 Uhr, Hotel Kramer, Villach.
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