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Leute - Villach
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Zwischen Pietät und Profit

Das Geschäft mit dem Tod

Villach – Auch wenn sich fast alles in unserer Welt mit rasender Geschwindigkeit verändert, eine Konstante bleibt doch: Der Tod. Aber selbst wenn das Lebensende naht, wird nur ungern darüber gesprochen. Das betrifft sowohl Sterbende als auch deren Angehörige. Doch auch Bestatter zeigen sich bei manchen Themen durchaus zurückhaltend. Zu diesem Fazit kommt der VKI. Um welches Thema es geht? Die Kosten einer Bestattung.

Welche Bestattungsarten möglich sind und welche Kosten anfallen, sind die Fragen, denen der Verein für Konsumenteninformation (VKI) vor kurzem nachgegangen ist.

Was kostet eine Beerdigung?

Wer einen Bestatter beauftragen muss, hat den Tod eines geliebten Menschen zu verarbeiten. In dieser emotionalen Ausnahmesituation beschäftigt sich kaum jemand mit Preisvergleichen. Vielen erscheint es auch pietätlos, angesichts des Todes eines Menschen an Geld zu denken. Hinzu kommen auch noch der Zeitdruck und die fehlende Transparenz des Angebotes. Denn selbst wer es schafft, die Sache nüchtern anzugehen, hat einen schweren Stand. Spätestens wenn es um die Frage geht, was eine Beerdigung in etwa kosten könnte, herrscht große Zurückhaltung bei den Bestattern.

Der VKI hat an 85 zufällig ausgewählte Unternehmen Fragebögen zu Leistungen und Preisen versendet, aber trotz zusätzlicher Nachfrage waren nur 23 davon bereit, zumindest teilweise Auskunft zu geben. Und selbst bei diesen gab es bezüglich der konkreten Kosten nur spärliche Informationen.

Nur 21 von 85 Bestattern geben konkrete Auskunft

Nach den wenigen Rückmeldungen auf die offizielle Anfrage, startete der VKI einen zweiten Anlauf. Dabei wurde angegeben, dass es demnächst einen Todesfall in der Familie geben werde und man um eine Kostenangabe für eine Feuerbestattung und eine Urnenbeisetzung im bereits bestehenden Familiengrab bitten würde. Darauf antworteten immerhin 62 der befragten Bestatter, allerdings schickten auch hier nur 21 Unternehmen Informationen mit Preisangaben. Die anderen baten um Rücksprache, weil Kostenangaben nur nach Bekanntgabe der genauen Wünsche für die Beerdigung möglich seien.

Bei den wenigen, die sich deklarierten, war die Preisspanne erheblich. Beispielweise reichte die Bandbreite für die gewünschte Feuerbestattung von 1.600 bis über 6.000 Euro.

Thema beschäftigt auch Villach

Die hohen Begräbniskosten beschäftigen natürlich auch Villach. Um die finanzielle Belastung zumindest etwas zu schmälern, hat die ÖVP zusammen mit Sascha Jabali einen Antrag im Gemeinderat zur Streichung der Verwaltungskosten bei der Einhebung von Friedhofsgebühren eingebracht. Die Kosten belaufen sich auf 55 Euro. Im Antrag heißt es: „Die Fraktion der ÖVP Villach glaubt nicht, dass eine Stadt wie Villach die Einhebung solch hoher und beinahe einzigartiger Verwaltungskosten auf Kosten der trauernden Angehörigen nötig hat.“ Laut Antrag werden diese Zusatzkosten nur von der Stadt Villach und der Stadt Klagenfurt (2,90 Euro) eingehoben.

Der Antrag wurde in der heutigen Gemeinderatssitzung abgelehnt. SPÖ und FPÖ waren gegen die Streichung.

Diese Gebühren fallen für ein Grab in Villach an.

Mehr zum Thema

Den ausführlichen Bericht des VKI einschließlich der Interviews mit Herrn Franz Nechansky (Bundesinnungsmeister der österreichischen Bestatter) und Herrn Dr. Theodor Thanner (Generaldirektor der Bundeswettbewerbsbehörde) gibt es in der Novemberausgabe der Zeitschrift KONSUMENT.

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