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Wirtschaft - Klagenfurt
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Kein Sanierungsplan

„EUROP STAR“ schlittert in Konkurs

Klagenfurt – Gerüchte über die Schieflage machten seit einigen Wochen die Runde - wir haben berichtet. Nun ist es offiziell. "EUROP STAR" schlittert laut AKV in den Konkurs. Die Schuldnerin plant weder die Fortführung des Betriebes noch den Abschluss eines Sanierungsplanes. Der Antrag wurde selbst eingebracht.

So sollen seit mehreren Monaten Gehälter nicht ausbezahlt worden sein, Zwangsvollstreckungen im Sande verlaufen und der Geschäftsführer auf Tauchstation gegangen sein. Die AK Kärnten griff den Beschäftigten mit Rechtsschutzdeckung unter die Arme. Der ehemalige Formel-Eins-Rennfahrer Ralf Schumacher soll bis 19. Juli 2017 an „Europ Star“ beteiligt gewesen sein.

Nun ist der Geschäftsbetrieb seit September 2017 faktisch eingestellt. Von der Insolvenz sind derzeit 7 Dienstnehmer sowie 290, überwiegend ausländische, Gläubiger betroffen. Die Dienstnehmer werden Forderungen von rund EUR 310.000,00 stellen. Öffentlichen Stellen beklagen insgesamt Verbindlichkeiten von rund EUR 180.000,00.

Der Betrieb ist mit EUR 1,63 Mio. überschuldet.

Ursachen: Wechselkurs und Russlandkrise

Als Ursachen der Insolvenz gibt die Schuldnerin an, dass mit dem Flugzeug „Premiere 1“ in den vergangenen Jahren Verluste erzielt wurden. Das Flugzeug wurde im Jahr 2008 mittels Ratenkaufvertrag mit der kreditfinanzierenden „HYPO Luftfahrzeuge Leasing GmbH“ gekauft. Die Ratenzahlungen waren in US-Dollar zu leisten. Aufgrund der negativen Kursentwicklung des US-Dollars zwischen den Jahren 2008 bis 2015 wurden buchmäßige Kursverluste verzeichnet. Weiters kam es im Jahr 2017 als Folge der Russlandkrise zu rechtlichen Auseinandersetzungen mit, russischen bzw. im Ausland ansässigen, Kunden über bestehende Forderungen und zu nicht vorhersehbaren Rückgängen bei den Umsatzerlösen der Schuldnerin. Im April 2017 wurde überraschenderweise drei Managementverträge hinsichtlich von drei in Moskau stationierten Flugzeugen von Seiten der Eigentümer aufgelöst. Im Juni 2017 kam es zur Rücknahme von zwei bereits zugesagten Managementverträgen. Trotz saisonbedingter Erzielung eines positiven Cashflows im August und September 2017 konnten weitere neuerliche Managementverträge nicht mehr abgeschlossen werden, sodass die Schuldnerin nunmehr keine positive Fortbestehungsprognose mehr aufweisen kann.

EUROP STAR Aircraft GmbH

Die „EUROP STAR Aircraft GmbH“ betreibt laut „AKV Kärnten“ ihre unternehmerische Tätigkeit seit 2003, wobei sie sich auf die Übernahme und Verwaltung von im Eigentum Dritter stehender Flugzeuge in den gewerblichen operativen Betrieb und der Vercharterung dieser Flugzeuge spezialisierte. Die Schuldnerin ist Inhaberin des AOC A-094 („Air Operator Certificate“), bei welcher sich um eine Betriebsbewilligung handelt, die von der Austrocontrol und vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie ausgestellt wurde. Diese Betriebsbewilligung ist jedoch zur Zeit ruhend gestellt. Die Schuldnerin betrieb auch das Flugzeug „Premiere 1“, welches im Jahr 2016 aus wirtschaftlichen Überlegungen verkauft wurde.

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