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Leute - Villach & Klagenfurt
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Diskussion zum Jahresende

Silvester: Stress für Tiere

Villach/Klagenfurt – Während wir Menschen den Start des neuen Jahres bereits nach Weihnachten lautstark zu feiern beginnen, fühlen sich Heim-, Haus- und Wildtiere von dem Lärm bedroht und haben teilweise Todesangst. Jedes Jahr appellieren Tierschutzorganisationen wie die PFOTENHILFE weniger Silvesterkracher und Raketen zu zünden und an die geräuschempfindlichen Tiere zu denken. Wie seht ihr das?

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Alle Jahre wieder begrüßen zu Silvester Raketen und Böller farbenfroh, aber vor allem laut das neue Jahr. „Ältere Menschen, Kleinkinder sowie Wild- und Haustiere leiden extrem stark unter dem lang anhaltenden Lärm, dieser bedeutet einen extremen Stressfaktor“, so Umweltreferent Rolf Holub.

Verbot von Feuerwerkskörpern gefordert

Diesen Stressfaktor sieht auch der Naturschützer Gerhard Kornschober aus der Steiermark – er setzt sich für ein Verbot von Feuerwerkskörpern ein. „Die meisten Tiere verfügen über ein mindestens dreimal so gutes Gehör wie der Mensch. Die vielen Feuerwerke bei privaten Festen sowie das Schießen von Raketen vor und nach Silvester in Waldgebieten und Ortsgebieten stellen eine massive Gefährdung für die Tierwelt dar“, erläutert Gerhard Kornschober. „Es gibt ja inzwischen auch viele attraktive Alternativen zu Feuerwerken. Einige Städte ersetzen beispielsweise Silvesterraketen durch Lasershows.“

Knallgeräusche - das Ende des Winterschlafs

Die lauten Knallgeräusche wecken zahlreiche Tiere aus dem Winterschlaf. Deren Energiehaushalt ist genau auf die zu überbrückende Kälteperiode ausgelegt. Zusätzliche Bewegungen verringern den Energiespeicher und damit die Chance den Winter zu überstehen. Kornschober: „Einige Vogelarten steigen nach den Knallgeräuschen auf bis zu 1.000 Metern Höhe auf. Aufgrund des Energiemangels stürzen diese dann ab und verenden.“

Auch der Mensch ist betroffen

Während die Feinstaubkonzentration durch Dieselmotoren an stark befahrenen Straßen bei rund 70 Mikrogramm pro Kubikmeter liegt, werden zu Silvester Höchstwerte von bis zu 3.000 erreicht. Es werde „völlig ignoriert wird, dass Feuerwerke eine erhebliche Gefahr für die Umwelt und die Gesundheit darstellen – die freigesetzte Menge an Kleinstpartikeln übersteigt jene des jährlich durch den Straßenverkehr abgesonderten Feinstaubs“, erklären Gesundheitsreferentin Beate Prettner und Umweltreferent Rolf Holub.

Die Gesundheitsreferentin verweist dabei auch auf das erhöhte Risiko für Asthmatiker und Allergiker durch Abgase aus Knallkörpern. Prettner und Holub rufen daher eindringlich dazu auf, bei der Verwendung von Knallern bzw. Raketen Zurückhaltung zu üben und auf Mitbürgerinnen und Mitbürger Rücksicht zu nehmen. Sparsamer Umgang mit Pyrotechnik schone Mensch, Tier und Natur.

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