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Politik - Villach & Klagenfurt
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Einzigartig in Österreich

Kärnten startet Offensivprogramm für Kinderschutz

Klagenfurt/Villach – Mit der Schaffung einer eigenen Kinderschutzstelle im Amt der Kärntner Landesregierung setzt Kärnten einen österreichweit einzigartigen Schritt in Richtung Kinderschutz.

„Kinderschutz ist kein Problem der ‚anderen‘ – es ist ein Herausforderung für uns alle“, ist LHStv.in Beate Prettner überzeugt. „Der Großteil der Kärntner Kinder lebt Gott sei Dank in einem geschützten Umfeld, sprich in einer fürsorglichen Familie. Aber ein Teil von Kärntens Kindern benötigt die Unterstützung der Kinder- und Jugendhilfe“, so Prettner.

2.078 Gefährdungsmeldungen im Jahr 2016

Gezählte 2.078 Gefährdungsmeldungen hat es im Jahr 2016 in Kärnten gegeben. Bei knapp mehr als der Hälfte konnte Entwarnung gegeben werden. In knapp zehn Prozent war allerdings eine Fremdunterbringung erforderlich. Wie Prettner betont, zeige ein Blick auf die Statistik, dass die Zahl der Gefährdungsmeldungen kontinuierlich steigt. Im Jahr 2012 waren es 937 Meldungen, 2015 kam es zu 2.016 Gefährdungsmeldungen, im Vorjahr zu 2.078. „Das heißt aber nicht, dass die Misshandlungsfälle per se zugenommen haben. Der Anstieg ist höchstwahrscheinlich auf die gestiegene Sensibilisierung und die damit verbundene größere Bereitschaft, bei Verdacht eine Meldung zu machen, zurückzuführen“, sagt die Familienreferentin.

Offensivprogramm für 2018

Für 2018 hat Prettner die „Strategie Kinderschutz“ in einem Offensivprogramm zum Schwerpunkt der Kärntner Kinder- und Jugendhilfe erklärt. „Ziel ist es, unser Hilfsnetz noch enger schnüren zu können. Denn jeder Misshandlungsfall ist einer zu viel.“ Als Herzstück des Offensivprogramms hat Prettner eine Kinderschutz-Fachstelle im Amt der Kärntner Landesregierung eingerichtet. Raphael Schmid wird am 8. Jänner sein Amt antreten. „Kinder und Jugendliche haben das Recht auf ein gewaltfreies Leben und wir alle, die wir mit und für Kinder und Jugendliche arbeiten, stehen in der Verantwortung, sensibel und gut aufeinander abgestimmt genau das sicherzustellen“, betont Schmid. Laut Schmid müsste Kinderschutzverantwortung in allen Berufen, Einrichtungen und Institutionen klar wahrgenommen werden. „Hierfür wird intensiver partnerschaftlicher Austausch mit allen Beteiligten – im Sinne eines koordinierten Bündnisses für Kinderschutz – stattfinden. Wichtiges Anliegen ist es, dass Rahmenbedingungen im Kärntner Kinderschutz geschaffen werden, dass Hilfe und Unterstützung von Familien in herausfordernden Situationen zu frühen Zeitpunkten gut angenommen werden können, sodass Gewalt, Missbrauch, Ausbeutung und Vernachlässigung in seinen schlimmsten Formen so umfassend wie möglich abgewendet werden können.“

100 Sozialarbeiter rund um die Uhr im Einsatz

Wie die Leiterin der Kärntner Kinder- und Jugendhilfe, Christine Gaschler-Andreasch, informiert, seien in Kärnten rund 100 Sozialarbeiter rund um die Uhr im Einsatz, um das Kindeswohl – so der Fachbegriff – zu schützen. „Es geht darum, gefährdete Kinder vor Schaden zu bewahren“ – und vor einem Trauma, das sie ihr ganzes Leben lang begleiten könne. „Familien und Jugendamt stehen auf derselben Seite: der des Kindes“, betont Gaschler-Andreasch. Der Bereich der Kinder- und Jugendhilfe bietet eine große Zahl an ambulanten Unterstützungsleistungen an, um Familien in (Erziehungs-) Krisen zu helfen. Das Ziel ist neben dem Schutz der Minderjährigen der Verbleib der Kinder in der Familie. Gebe es jedoch handfeste Hinweise auf eine eklatante Verletzung des Kindeswohls (wie z.B. Missbrauch oder schwere Misshandlungen), bleibe keine andere Wahl, als das Kind schnellstmöglich aus der Familie zu nehmen. „Das muss manchmal sein, doch ich möchte festhalten, dass sich kein Sozialarbeiter diese Entscheidung einfach macht“, so Gaschler-Andreasch.

Weitere Informationen

Fragen oder Beiträge zum Thema können an abt4.kinderschutz@ktn.gv.at übermittelt werden.

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