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Politik - Villach
Fotos aus dem Chlebnikov Projekt sollen nun auf das Problem der fehlenden Notschlafstellen hinweisen. © Chlebnikov Projekt/ Chris Haderer

Monatelanger Protest bringt neue Aktion hervor

Neue Kunstaktion will Augenmerk auf Notschlafhilfe richten

Villach – Die Diskussion um eine Notschlafhilfe in Villach ist bekannt. Während SPÖ, FPÖ und Grüne darin keine Notwendigkeit sehen und an der Idee geförderter Wohnungen festhalten, kritisieren Befürworter einer Notschlafhilfe das Fehlen einer unbürokratischen Lösung im Notfall. Der seit Monaten anhaltende Protest äußerte sich in verschiedenen Aktionen - am Mittwoch kam eine neue hinzu.

Der Journalist, Autor und Filmemacher Chris Haderer wird auf seiner Facebook-Seite täglich ein neues Foto posten, um auf Missstände aufmerksam zu machen. Am Mittwoch startete die Kunstaktion. Der Grund? „Warten auf eine von der SPÖ, der FPÖ und den Überresten der Grünen bislang verhinderte Notschlafstelle für Erwachsene im Kärntner Eisenbahnerdorf Villach, wo zumindest das Rathaus gut beheizt ist“, kommentiert er seine Fotos. Haderer kritisiert also mit dieser Kunstaktion die Entscheidungsträger der Politik, die eine Villacher Notschlafhilfe für Obdachlose ablehnen. Die Aufnahmen entstanden am Westbahnhof.

Bilder stammen aus einem Work-in-Progress Projekt

Die Fotos, die Haderer postet, sind im Rahmen des Chlebnikovs Projektes im Herbst entstanden.  Haderer arbeitet mit Alfred Woschitz und Josef Ka an diesem Projekt. Ausgehend von Chlebnikovs Text „Das Radio der Zukunft“ haben sie eine Performance mit der Künstlerin Josef Ka gemacht. Hinzu kamen mehrere Foto-Sessions zum Thema, unter anderem am Westbahnhof in Villach. Das work-in-progress-Projekt soll vermutlich im nächsten Jahr abgeschlossen werden.

Infos zu Chlebnikov

Laut Haderer war Chlebnikov ein Reisender, der oft ohne Wohnung lebte. „Durch diesen Kontext reflektieren sie auch die Situation in Villach“, so der Journalist.

Warum postet Haderer diese Bilder?

„Ich war in letzter Zeit durch persönliche Kontakte mehrmals mit der Situation bezüglich einer Notschlafstelle konfrontiert und finde das einfach unglaublich“, so der Filmemacher. „Mit Sozialdemokratie hat das recht wenig zu tun – für mich schaut das einfach so aus, als soll mit Gewalt das kommerzielle Geschäftsmodell der ARGE Sozial gefördert werden“, argumentiert er weiter. „Da herrscht ein strenges Reglement: Wer sich obdachlos meldet, muss zur ARGE Sozial. Wer nicht in dieses Reglement will ist nicht obdachlos und existiert nicht“, meint Haderer gegenüber 5 Minuten.

Wie lange soll die Aktion gehen?

Laut Haderer’s Informanten sind derzeit 24 Personen in Villach obdachlos gemeldet. „Ich dachte mir: aus der Performance am Westbahnhof werden 24 Bilder mit Josef Ka gerinnen, die vielleicht ein bisschen auf den Bedarf nach Schlafstellen aufmerksam machen, ein Bild für jede Meldung“, bekräftigt der Journalist und Filmemacher.

Weitere Infos zum Projekt findet ihr unter:

www.lunasteam.com

Das neueste Bilder der Kunstaktion auf der Facebook-Seite von Chris Haderer

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Mahnwache vor dem Rathaus

Neben Dringlichkeitsanträgen im Gemeinderat von ÖVP, Verantwortung Erde, BLV und Gemeinderat Richard Pfeiler gab es auch von den Villacher BürgerInnen Protest. Dieser äußerte sich Ende November in Form einer Mahnwache vor dem Rathaus.

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Wie wird Obdachlosen in Villach aktuell geholfen?

Das Kälte-Telefon der Caritas (0676-89 85 27 90 20), das sieben Tage die Woche von 20 Uhr bis 6 Uhr morgens erreichbar ist, organsiert im Falle von Obdachlosigkeit den Transport in eine Notunterkunft, dort erhält der obdachlose Mensch eine warme Mahlzeit und einen Schlafplatz. Am nächsten Tag klären Sozialarbeiterinnen mit dem Hilfesuchenden die aktuelle Lebenssituation und die Bedürfnisse ab.

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