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Sport - Klagenfurt
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2:3 gegen Kroatien

Unnötige Niederlage des KAC

Klagenfurt/Zagreb – Trotz klarer spielerischer Überlegenheit mussten sich vor dem Tor zu ineffektive Rotjacken am Samstagabend bei Medveščak Zagreb knapp geschlagen geben.

 12 Minuten Lesezeit (1440 Wörter) | Änderung am 31.12.2017 - 10:43

Der EC-KAC feierte zuletzt drei auch emotional wichtige Erfolge hintereinander: Vor eigenem Publikum wurden Tabellenführer Wien (7:5) und Erzrivale Villach (3:2) besiegt, dazwischen gab es einen Auswärtssieg in Graz (4:1). Damit konnten die Rotjacken nicht nur ihren zweiten Tabellenplatz zusätzlich mit Punkten unterfüttern, sondern auch ihre kurze Phase schwächerer Ergebnisse (vier Niederlagen in fünf Spielen zur Monatsmitte, Anm.) beenden.

Ausgangssituation

In Zagreb kamen die Klagenfurter beim ersten Auftritt in dieser Saison Anfang Oktober mit 1:5 unter die Räder, wobei sie zwei Drittel lang eigentlich das Spielgeschehen dominiert hatten. Dafür revanchierte man sich in der ersten Runde nach dem November-Break, als man die Bären zu Hause mit 4:1 besiegte. Der Verlauf der ersten Saison Medveščaks nach der Rückkehr in die EBEL lässt sich in drei recht unterschiedliche Phasen gliedern: Drei Niederlagen zum Auftakt folgte ein steter Aufwärtstrend mit zwölf Siegen in 18 Runden, an den dann eine düstere Serie von neun Niederlagen am Stück anschloss. Nach dem weihnachtlichen Trainerwechsel fingen sich die Kroaten wieder, die jüngsten Siege in Villach und gegen Graz ließen sie auf den siebten Tabellenplatz klettern. Zum sechsten Rang, der nach 44 Runden die vorzeitige Play-Off-Qualifikation bedeuten würde, fehlten den Bären vor dem Duell mit den Rotjacken vier Punkte (bei einem Spiel weniger als die direkten Konkurrenten). In der ewigen EBEL-Bilanz aus Duellen zwischen Klagenfurt und Zagreb lag Rot-Weiß voran, der EC-KAC entschied 20 der bislang 36 Begegnungen für sich. Insgesamt gingen exakt zwei Drittel der ausgetragenen Partien an die jeweilige Heimmannschaft.

Aufstellung

Die Rotjacken boten im letzten Spiel des Kalenderjahres die exakt gleichen 21 Cracks auf wie zuletzt beim 3:2-Derbysieg über Villach am Donnerstagabend. Mit Kevin Kapstad, Matthew Neal und Jon Rheault fehlten weiterhin drei Stammkräfte aufgrund von Verletzungen. Die gewohnte Rotation auf der Torhüterposition wurde beibehalten, in Zagreb startete dementsprechend wieder Tomáš Duba zwischen den Pfosten.

Spielverlauf

Die Rotjacken starteten konzentriert in die Partie und ließen die Hausherren zunächst kaum zu aussichtsreichen Abschlüssen kommen. Im Angriffsspiel fehlte den Klagenfurtern allerdings ein wenig die Präzision: Marco Richter scheiterte am Beinschoner des aus der Position geratenen Zagreb-Goalies Vilim Rosandić (4.), auch Deflections von Jamie Lundmark (daneben) und Manuel Geier (gehalten) fanden nicht den Weg in die Maschen (jeweils 5.). Die beste Gelegenheit für den EC-KAC in der Anfangsphase ließ Thomas Hundertpfund aus, als er am Torraum von Johannes Bischofberger bedient wurde, aber nicht genügend Druck in seinen Rückhandschuss zu legen vermochte (7.). Auch Marco Brucker scheiterte wenig später am gefälligen Schlussmann der Kroaten: Nachdem er von hinter dem Tor aus fein bedient wurde, traf der Stürmer an Stelle des halbleeren Gehäuses Rosandić (10.). Dessen Gegenüber Tomáš Duba konnte sich im direkten Gegenzug erstmals auszeichnen: Mit den Pads parierte er einen Onetimer von Mario Puskarich, Mike Aviani verpasste im Zentrum den Rebound (11.). Nach einer weiteren Parade von Torhüter Rosandić (durch Manuel Geier abgefälschter Duller- Schuss/12.) gelang den Kroaten der erste Treffer der Partie: Topscorer Tyler Morley spielte aus der Ecke auf die verlängerte Torlinie, von wo aus sich Samson Mahbod ins Zentrum schob und den Puck schließlich mit der Rückhand unter die Querlatte hob (14.). Eine rasche Antwort verpasste Jamie Lundmark, dessen Backhander einmal mehr zur Beute des gegnerischen Goalies wurde (15.).

Ausgleich in Unterzahl

Just als die Rotjacken zum ersten Mal in dieser Partie in Unterzahl agieren mussten, gelang ihnen jedoch der Ausgleich: Thomas Hundertpfund luchste Rosandić bei dessen einzigem echten Fehler in dieser Begegnung hinter dem Gehäuse den Puck ab, der vor dem Tor heranstürmende Johannes Bischofberger wurde zwar bedrängt, konnte das Zuspiel aber in den leeren Kasten schieben (18.). Noch während dieser Überzahl Zagrebs ließen sich die Klagenfurter in der eigenen Zone zu zwei Vergehen hinreißen, wodurch sie bei doppelter numerischer Unterlegenheit in den Mittelabschnitt starten mussten. Nach nur 14 Sekunden nutzten die Gastgeber diese Möglichkeit zur neuerlichen Führung: Mit seinem ersten EBEL-Tor, einem Hammer vom linken Faceoff-Kreis aus, sorgte Garrett Noonan für das 2:1. Nachdem Duba bei einem Onetimer von Tomáš Netík Schlimmeres verhinderte (22.), fand Marco Brucker im nächsten KAC-Powerplay die gute Ausgleichschance vor, scheiterte aber bei seinem Versuch, den Schlussmann der Kroaten zu tunneln (24.). Auch im nächsten Überzahlspiel kam Rot-Weiß zu einer glänzenden Gelegenheit auf das 2:2: Manuel Ganahl zog über links bis an den Torraum, scheiterte aber mit der Rückhand an Rosandić (31.). Zagreb verlegte sich mittlerweile über weite Strecken der Partie auf Konter, als Jozef Balej plötzlich auf halbrechter Position völlig frei war, klärte Tomáš Duba mit seinen Beinschonern (34.).

Powerplay ungenützt

In der Schlusshase des zweiten Durchgangs blieb auch das vierte Rotjacken-Powerplay der Partie ohne Auswirkung auf den Spielstand, nur 17 Sekunden nachdem Medveščak wieder zu fünft agieren durfte, konnten die Klagenfurter aber doch über den Ausgleich jubeln: Manuel Geier spielte von hinter dem Tor aus auf Marco Richter, der nicht schoss, sondern querlegte, Julian Talbot hechtete der Scheibe nach und drückte sie neben dem Pfosten über die Linie (38). Im dritten Durchgang schob sich gleich im ersten Shift Manuel Ganahl in den Slot, seinen Abpraller setzte Johannes Bischofberger aber auf die falsche Seite der Torstange (41.). Zagrebs klarste Tormöglichkeit im gesamten Spiel ließ dann Sondre Olden liegen, als er in Penalty Shot-Manier von der roten Linie weg alleine auf Tomáš Duba zulief, diesen aber nicht durch die Beine bezwingen konnte (44.). Fortan ging offensive Gefahr fast nur noch von den Rotjacken aus: Rosandić parierte einen Bischofberger-Rebound, seine Vorderleute blockten den Nachschuss von Steven Strong (jeweils 47.). Besonders in Szene setzten konnte sich der Goalie Medveščaks als nur eine Minute später der von Manuel Geier fein angespielte Jamie Lundmark frei vor ihm auftauchte, ihn jedoch nicht bezwingen konnte. Gleich zwei Möglichkeiten – beide fast ident aus halbrechter Position – zur ersten KAC-Führung fand in Minute 54 schließlich Neuzugang Stefan Espeland vor, er schoss jedoch im ersten Versuch daneben und scheiterte keine zehn Sekunden später im zweiten an Rosandić. Sehr unorthodox trat der 21-Jährige dann im nächsten Angriff der Klagenfurter in Aktion: Als sich nach der Abwehr eines Schusses von Johannes Bischofberger der hochsteigende Puck bedrohlich hinter ihm senkte, drehte der Goalie den Puck einem Fußballtorhüter ähnlich über die Querlatte (55.). Und so kam es, wie es kommen musste: Zagreb, das über Minuten keinen wirklich strukturierten Angriff vorbringen konnte, ging ein drittes Mal an diesem Abend in Führung: Sondre Olden kam aus der Ecke in Richtung blauer Linie, schlenzte aufs Tor und Duba musste – vom vor ihm eingeparkten Tero Koskiranta im Sichtfeld eingeschränkt – den Puck in der kurzen Kreuzecke passieren lassen (56.). Die Rotjacken rannten in der Schlussphase noch einmal an, versuchten es in den finalen 86 Sekunden auch mit einem sechsten Feldspieler, kamen aber nicht mehr in jene Positionen, aus denen Abschlüsse einen Ausgleich ermöglicht hätten. Somit musste die Kampfmannschaft des EC-KAC in ihrem 74. und letzten Spiel im Kalenderjahr 2017 eine knappe, dem Spielverlauf nach aber auch sehr unnötige Auswärtsniederlage hinnehmen. (HB)

 

Der Überblick

Erste Bank Eishockey Liga, 34. Spieltag
Medveščak Zagreb – EC-KAC 3:2 (1:1,1:1,1:0)
Dom Sportova, 5.899 Zuschauer, Schiedsrichter Kellner (AUT), Smetana (AUT)
Tore Medveščak Zagreb:
Samson Mahbod (13:07/Tyler Morley, Marko Pöyhönen)
Garrett Noonan (20:14/Samson Mahbod, Tomáš Netík/PP2)
Sondre Olden (55:10/Tero Koskiranta, Garrett Noonan)

Tore EC-KAC:

Johannes Bischofberger (17:52/Thomas Hundertpfund/SH1)
Julian Talbot (37:21/Marco Richter, Manuel Geier)

Aufstellung EC-KAC:

Duba (Madlener) // Schnetzer-Fischer, Robar-Espeland, Strong-Schumnig, Duller// Ganahl-Hundertpfund-Bischofberger, M.Geier-Talbot-Lundmark, S.Geier-Koch-Brucker, Richter-Harand-Kreuzer

Das sagt der Trainer

„Dem Spiel fehlte nicht zuletzt aufgrund der Strafen in den beiden ersten Abschnitten ein wenig der Flow, der Rhythmus. Unser Überzahlspiel war heute nicht gut, wir haben zu viel gepasst, waren zu statisch. Wir hatten dann aber ein sehr gutes drittes Drittel mit vielen, vielen Chancen, Zagreb hat – überspitzt formuliert – einen Puck auf unser Tor gebracht und damit das Spiel entschieden. Insgesamt war das definitiv ein Spiel, das wir dem Verlauf nach gewinnen hätten sollen, aber es gibt solche Abende, an denen das eben nichtgelingt.“ (Steve Walker, Head Coach EC-KAC)

So geht’s weiter

Nach der zweiten Auswärtsniederlage in Zagreb in der laufenden Spielzeit haben die Rotjacken schon übermorgen Montag die Möglichkeit, sich bei Medveščak auf heimischem Eis zu revanchieren. Diese Partie beginnt am Neujahrstag um 17.30 Uhr. Zwei Tage später steht dann erneut ein Kärntner Derby an, wenn der EC-KAC in Villach beim EC VSV gastiert (Spielbeginn: 19.15 Uhr, live bei Sky Sport Austria). In der Tabelle haben die Klagenfurter ihren zweiten Rang trotz der Niederlage in Kroatien
behalten, der Vorsprung auf den neuen Drittplatzierten, den EC Salzburg, beträgt nun drei
Zähler.

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