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Leute - Klagenfurt
Projektvorstellung mit Infineon durch die Schüler Helena Grabner und Thomas Raunegger © KK

HTL Mössingerstraße

Hier gibt es Österreichs erste „virtuelle“ Klasse

Klagenfurt – Österreichs erste „virtuelle“ Klasse wird in Kärnten eingeführt - und zwar in der HTL Mössingerstraße in Klagenfurt. Schüler/innen sollen hier ihre Stärken und Begabungen optimal einsetzen und ihr Wissen mit projektbezogenen, praktischen und erforschenden Unterrichtsmethoden erlernen.

Innovationsführer Klagenfurt

„Die HTL Mössingerstraße in Klagenfurt stellt wieder einmal ihre Innovationsfähigkeit unter Beweis und führt eine neue ‚virtuelle‘ Klasse ein, die in dieser Form österreichweit einzigartig ist. Die HTL nützt dabei als eine der ersten Schulen die Chancen der Autonomie und fördert so die Schüler/innen individuell nach ihren Stärken und Begabungen, um diese bestmöglich auf die berufliche Zukunft im Bereich der Digitalisierung vorzubereiten. Durch Kooperation mit der Wirtschaft, vorallem mit starker Unterstützung von Infineon, arbeiten die Schüler/innen der HTL innovativ, berufsbezogen und praxisorientiert an Projekten und Problemlösungen“, gibt Bildungsdirektor Rudolf Altersberger bei der heutigen Pressekonferenz gemeinsam mit Direktor Hubert Lutnik und den beiden Projektbeteiligten und Lehrern der HTL Klagenfurt Mössingerstraße Andrea Scheinig und Burkhard Grabner bekannt.

Pressekonferenz - © KK

Dabei werden Schülerinnen und Schüler aus allen Abteilungen der Schule aus verschiedenen Jahrgängen temporär zu einer „virtuellen Klasse“ zusammengefasst. In diesem Rahmen werden alt bewährte Konzepte mit neuen, innovativen pädagogischen Ansätzen kombiniert.

Ziele und Unterrichtsmethoden

Die Schüler/innen können ihre Stärken und Begabungen optimal einsetzen und ihr Wissen mit projektbezogenen, praktischen und erforschenden Unterrichtsmethoden im Team zielorientiert einsetzen und somit wieder selbst neue Erkenntnisse gewinnen. Diesbezüglich ist die „virtuelle“ Klasse ein Paradebeispiel für Individualisierung und personalisiertes Lernen, denn jede/r Schüler/in lernt, forscht und arbeitet auf jener Lernstufe, in der er/sie sich gerade befindet. Im jahrgangs- und abteilungsübergreifenden Unterricht lernen die Jüngeren von den Älteren und umgekehrt. Des Weiteren wird auch das vernetzte Denken zwischen den Abteilungen gefördert. Durch die individuellen Stärken und Begabungen, die jeder Jugendliche einbringt, wächst bei allen die Motivation am Lernen und Forschen und der Selbstwert der Jugendlichen wird mit jedem Erfolgsschritt größer, was wiederum als Ansporn gilt.

Ein weiterer positiver Aspekt der „virtuellen“ Klasse ist die Einbindung von verschiedenen innovativen Unternehmen in den Unterricht, etwa durch Problemstellungen aus der Praxis, externe Lehrbeauftragte, dislozierten Unterricht direkt in den Unternehmen und Praktikumsplätze. Eines dieser Unternehmen, Infineon Austria, ist auf dem Gebiet der Digitalisierung ein erfolgreiches, innovatives Unternehmen, das durch die Zusammenarbeit in der „virtuellen“ Klasse dazu beiträgt, dass die Schüler/innen der HTL Mössingerstraße optimal auf die zukünftige Berufswelt vorbereitet werden.

Ziel: Frühzeitig für Technik begeistern

„Wir wollen seitens Infineon aktiv und frühzeitig für Technik begeistern und breite Bewusstseinsarbeit für modernste Bildungskonzepte leisten“, erklärt Christiana Zenkl, Personalleiterin der Infineon Technologies Austria AG. „Die virtuelle Klasse bietet den Schüler/innen der HTL Mössingerstraße in Klagenfurt ein höheres Maß an Autonomie und fördert dadurch die Eigenverantwortung sowie die digitale Kompetenz. Beste Lernbedingungen für die besten Talente der Zukunft!“

Die Fachthemen der „virtuellen“ Klasse sind die Industrie 4.0 Technologien, wie Digitalisierung, Automatisierung, Robotik, Internet of Things (Everything), etc. Durch die regionale Standortpartnerschaft Schule – Industrie werden beide Stärken zusammengeführt: Einerseits wird das Potenzial der Schüler/innen geweckt, andererseits wird das Potenzial der Industrie 4.0 hereingeholt. Dennoch ist die „virtuelle“ Klasse keine Form des „Fernstudiums“, denn die Schüler/innen arbeiten gemeinsam im Team vor Ort in der Schule bzw. disloziert in Unternehmen an Lösungen. Dadurch werden die sozialen und persönlichen Kompetenzen sowie die Teamfähigkeit geschärft. In den sehr diversitären Gruppen ergeben sich unterschiedliche Rollen für die Schüler/innen, wie „Senior Engineer“, „Junior Engineer“ oder „Specialist“ – so wie es auch berufspraktisch in den Unternehmen ist.

Die Jugendlichen arbeiten aber sehr wohl mit Lernsoftware und digitalen Medien, die im Unterricht gezielt und bewusst eingesetzt werden. Die offene Unterrichtsstruktur und das personalisierte Lernen führen zu einer Lernumgebung, in der Freiräume für Innovationen und die Entfaltung von individuellen Talenten geschaffen werden.

Praktische Umsetzung – Erfahrungsbereiche

Die HTL Mössingerstraße hat mit erforschendem Lernen, offenem Unterricht, Tutor/innen-System und praktischen Lösungsansätzen bereits jahrelange Erfahrung in verschiedensten Projekten, wie z. B. der Kooperationsklasse mit dem BG/BRG Mössingerstraße, dem Kindergarten-Projekt, Projekten mit den Volksschulen sowie den NMS der Region.

Darüber hinaus gibt es den Freigegenstand „Projekt Busters“, in dem die HTL Schüler/innen hochinteressante Problemstellungen lösen. Auch der bereits existierende schulautonome Gegenstand Engineering ist ein individuelles Vertiefungsgebiet für die Jugendlichen. Ein weiterer Beweis für die bereits gelungene Umsetzung von Projekten sind die zahlreichen Wettbewerbe, die die Schüler/innen gewonnen haben. Die „virtuelle“ Klasse ist somit eine konsequente Weiterentwicklung der vielen Einzelprojekte und Initiativen an der HTL Mössingerstraße.

Präsentation „ProjectBusters“

Im Gegenstand „ProjectBusters“ haben die Schüler/innen beginnend mit dem 2. Jahrgang die Gelegenheit, das im Theorieunterricht Gelernte an praktischen Beispielen (Projekten) umzusetzen. Schüler/innen haben hier die Möglichkeit, die Ressourcen der Schule (3D-Drucker, Lasercutter, Werkstätten, Bauteillager, …) zu nutzen, um eigene oder vorgeschlagene Projekte in der Schule zu realisieren. Im Vordergrund stehen das Interesse der Schüler/innen und das individuelle Lernen.

Präsentation „Industrie 4.0 – virtuelle Simulation real in der factoy“:

Schüler/innen lernen in diesem Bereich, reelle Wirklichkeit und praktische Arbeitsabläufe verstehen und umzusetzen. In weiterer Folge programmieren die Schüler/innen individualisiert – je nach dem jeweiligen Wissens- und Lernstand, komplexe Abläufe und Simulationsverfahren im Bereich der Automatisierung 4.0 in der virtuellen Welt. Anschließend wird diese Simulation in der Praxis wiederum reell durchgeführt. Durch die Simulation werden Fehler visualisiert und ausgebessert, Abläufe optimiert und dadurch die Kosten minimiert.

In der factory werden alle Lernmaterialien und Lernmittel für den Unterricht selbst erfunden, geplant, simuliert und produziert. Die Wertschöpfung bleibt somit an der Schule. Die Schüler/innen lernen dabei die Wirklichkeit verstehen, Erlerntes vernetzen und lernen berufspraktische Abläufe kennen. Ein weiterer berufspraktischer Aspekt ist auch das unternehmerische Denken und Handeln, das in der Produktion in der factory einen wichtigen Stellenwert einnimmt.

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