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22-Jähriger musste sich vor Gericht verantworten

Update: Jungbauer schuldig gesprochen

Nötsch – Am 11. April 2016 geriet in Nötsch ein Wirtschaftsgebäude in Vollbrand. Der damals 20-jährige Eigentümer versuchte die Grundsteine seiner wirtschaftlichen Existenz zu retten und erlitt dabei schwerste Verbrennungen. Überraschende Wendung: Der heute 22-Jährige musste sich am Landesgericht Klagenfurt wegen Brandstiftung verantworten. Er soll das Feuer selbst gelegt haben. Update: Am Nachmittag wurde das Urteil verkündet: Schuldig. Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig.

 3 Minuten Lesezeit (396 Wörter)

Update: Schuldig

Laut Medieninformationen wird der Jungbauer durch ein Tonbandprotokoll des Notrufs belastet. Auf diesem sei seine Mutter mit den Worten „Mein Sohn hat den Stadl in Brand gesetzt“ zu hören. Der Hof sei schuldenfrei. Jedoch habe es familiäre Probleme gegeben und der Beschuldigte soll sich mit der Bewirtschaftung des Hofs überfordert gefühlt haben. Erinnern kann er sich weiterhin nicht.

Am Nachmittag wurde das Urteil verkündet: Schuldig. Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig.

Großeinsatz für Feuerwehren

Wir berichteten damals ausführlich über den Großbrand, bei dem der damals 20-Jährige fast ums Leben gekommen wäre. 13 Wehren aus der Region rückten im April 2016 mit 17 Fahrzeugen und 150 Mann aus – die Löscharbeiten gestalteten sich äußerst schwierig. Der Jungbauer soll damals sogar noch in den brennenden Stall gelaufen sein, um seine Tiere zu befreien. Umso überraschender ist nun die Meldung des Landesgerichts Klagenfurt: Der Jungbauer soll das Feuer selbst gelegt haben.

Im Verhandlungskalender des Gerichts heißt es:

Schöffenverfahren gegen einen zum Tatzeitpunkt 20-jährigen Angeklagten, der im Verdacht steht, ein in seinem Alleineigentum stehendes Wirtschaftsgebäude vorsätzlich in Brand gesetzt zu haben, wodurch eine Gefahr für Leib und Leben der im Wohnhaus befindlichen Mutter sowie der umliegenden Nachbarn herbeigeführt wurde. Beim Brandgeschehen erlitt der Angeklagte selbst schwerste Verbrennungen.

Welle der Solidarität

In Nötsch startete nach dem Großbrand eine Welle der Solidarität – Spenden wurden gesammelt. „Er ist nicht nur ein Arbeitskollege, sondern auch ein Freund. In Nötsch hofft man, dass es ihm bald wieder besser geht und er mit seiner Lebensfreude das kleine Dorf wieder bereichern kann“, so damals die Botschaft seitens seiner Kollegen.

Interview mit 5 Minuten

In einem Interview mit 5 Minuten – im August 2016 – äußerte sich der Jungbauer, er könne sich an nichts mehr erinnern: „Ich weiß nur, wie ich im Krankenhaus aufwachte und ich in meinem eigenen Körper gefangen war, da ich mich nicht bewegen konnte, weil mein ganzer Körper steif war vom langen Liegen.“ Auch bei einer Befragung durch die Polizei äußerte er sich wohl ähnlich.

Dennoch: Die Ermittler verdächtigten den Mann, Anklage wurde erhoben. Er musste sich heute vor dem Landesgericht Klagenfurt wegen Brandstiftung verantworten.

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