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Politik - Klagenfurt
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Neu in Kärnten

Am Klinikum werden OPs jetzt simuliert

Klagenfurt – Der erste Simulations-OP Kärntens wurde heute am Klinikum Klagenfurt eröffnet - "standesgemäß" mit einer simulierten Operation. "Mit modernster Technik können in diesem Simulations-OP sämtliche Notfälle trainiert werden - und zwar unter absolut realistischen Bedingungen", erklärte Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner im Rahmen einer Pressekonferenz.

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Mit diesen interdisziplinären Trainings würde die Ausbildungsqualität verbessert werden. „Und das erhöht wiederum die Patientensicherheit. Kärnten bietet seinen Patienten Spitzenmedizin“, so Prettner.

800.000 Euro wurden investiert

„Die Medizin entwickelt sich in vielen Bereichen – Gott sei Dank – rasant weiter. Die Politik, die die Rahmenbedingungen schafft und weite Bereiche des Gesundheitswesens finanziert, ist angehalten, hier Schritt zu halten“, so Prettner. Damit einher würde ein kontinuierlicher Anstieg der Gesundheitsausgaben gehen: „Darin sind sich alle Experten einig: Der Gesundheitsbereich wird einer DER Zukunftsbereiche schlechthin sein. Wer glaubt, im Gesundheitswesen einsparen zu können, verkennt die Realität“, betonte die Gesundheitsreferentin.

Knapp 800.000 Euro wurden in den Simulations-OP inklusive des gesamten Trainings-Zentrums investiert – 40 Prozent davon steuerte der Kärntner Gesundheitsfonds bei, der Rest wurde von der Kabeg finanziert. Wie Prettner betonte, haben aber die Mitarbeiter aller Kärntner Krankenhäuser die Möglichkeit, den Simulations-OP zu benützen.

Richtiges Training rettet Leben

„Das Herzstück des Zentrums bilden ein voll ausgestatteter Simulationsoperationsraum (Sim-OP), ein Intensivzimmer zur Simulation sowie ein Regieraum für die operative Steuerung der Szenarien mit Sicht auf die beiden Simulations-Räume“, erläuterte Primarius Rudolf Likar, Abteilungsvorstand der Anästhesie am Klinikum Klagenfurt. Die Trainings würden auf drei wesentlichen Lerninhalten beruhen, wobei das Crisis Ressource Management eine der wichtigsten Säulen bilde. „Hier geht es vor allem um Themen wie Kommunikation, Teamführung oder Entscheidungsfindung. Notfälle müssen immer im Team gemanagt werden.“

Simulator auch für Frühgeburten

In einem eigenen Raum ist ein spezieller Frühgeborenensimulator untergebracht, wo Notfälle im Kinderbereich simuliert und trainiert werden können. „Unser Simulationsbaby heißt Paul, er ist das ausgereifteste Modell der Welt. Man glaubt, ein tatsächliches Frühgeborenes vor sich zu haben. Damit einhergehen die Emotionen – und das ist gut so, weil man dabei lernen kann, mit Nervosität, aber auch mit Angst in Ernstfällen umzugehen“, erklärte Primarius Wilhelm Kaulfersch, Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde. Rund zehn Prozent aller Neugeborenen in Kärnten, also rund 370 Babys, sind Frühgeborene, 50 davon fallen pro Jahr in die Hochrisikogruppe.

Nicht mehr am lebenden Menschen lernen

„Durch den Frühgeborenensimulator kann die Versorgungsqualität von kritisch kranken Früh- und Neugeborenen deutlich verbessert werden“, ist Kaulfersch überzeugt. Daher seien diese Trainingsinhalte besonders wertvoll und haben gleichzeitig am meisten Entwicklungspotential“, erklärte Dr. Oliver Metzler, fachlicher Leiter des Zentrums für Training und Simulation. Von einem „gelebten Qualitätsmanagement“ sprach Pflegedirektor Bernhard Rauter. Und der medizinische Direktor Rudolf Waldenberger betonte: „Man hat der Medizin immer wieder den Vorwurf gemacht, am lebenden Menschen zu lernen. Mit dem Simulations-OP machen wir nun einen enormen Sprung. Es ist der Beginn einer ganz neuen Reise.“

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