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Manfred Baumann war fasziniert von der Bierherstellung und ist damit nun selbstständig
Manfred Baumann war fasziniert von der Bierherstellung und ist damit nun selbstständig © Erich Varh

So sieht es aus, wenn jemand seinen Beruf liebt

Leidenschaft: Vom Baumann zum B(r)aumann

Klagenfurt/Diex – 2016 machte der Klagenfurter Manfred Baumann sein Hobby zum Beruf. Was ihm wichtig ist: Bei der Herstellung von seinem eigenen Bier greift er zum Teil auf alte Traditionen zurück. Wir wollten wissen, wie wird man Bierbrauer?

 3 Minuten Lesezeit (458 Wörter)

Dem Klagenfurter Manfred Baumann, „Erschaffer“ des Braumann Craft-Biers geht es nicht um den gängigen Biergeschmack oder „Mainstream“. Die Hauptzutat, das Wasser, wird aus der eigenen Quelle gewonnen, was das Bier so besonders macht. Ins originale Braumann kommt also nur kalkarmes Wasser mit nachweislich 190 Mineralien aus der eigenen Diexer Wasserquelle. 5 Minuten Klagenfurt hat mit Manfred Baumann gesprochen, um herauszufinden, was eigentlich hinter der kleinen aber feinen Kärntner Biermanufaktur steckt.

5 Minuten Klagenfurt: Lieber Manfred, warst du schon immer Bierproduzent?

Manfred Baumann: Ich komme eigentlich aus dem technischen Bereich, hab die HTL in der Mössingerstraße abgeschlossen und bin seit 2004 Softwaretechniker in der EVA GmbH, wo ich die Abteilungsleitung der Automatisierungstechnik über habe. Seit 2013 studiere ich auch nebenbei „Informationsmanagement“ an der UNI Klagenfurt.

Wie bist du dazu gekommen, Bier zu brauen?

Mich hat schon seit jeher die Herstellung von Bier interessiert. Da ich hauptberuflich als Automatisierungstechniker arbeite, habe ich verschiedenste Industrieanlagen gesehen und automatisiert und war fasziniert wie aus Roh-Komponenten ein Produkt entsteht. Beim Bierbrauen selbst hat mich insbesondere die Verarbeitung der Rohstoffe fasziniert und wie aus rein biologischen Prozessen ein tolles Produkt entsteht. Aus Gerste und Wasser wird Würze, aus Würze mit Hopfen wird nach der Zugabe von Hefe das Bier! – Natur pur würde ich sagen.

Wie findet man raus, wie das Bierbrauen funktioniert?

Das Wissen über das Bierbrauen habe ich durch unzählige Bücher erlangt und durch viele private Führungen in Brauereien von Deutschland bis Irland erworben. Außerdem tauschen wir Bierbrauer uns in der Craft Beer-Szene in Kärnten untereinander immer wieder aus. Hier sind schon wahre Freundschaften entstanden.

Erzähl mal, wie läuft deine Arbeit so ab?

Die Liebe zum Detail ist ein wichtiger Punkt in meiner Ein-Mann-Brauerei. Die Bierkiste wird per Hand gefertigt und kommt aus dem Lavanttal, das Logo wird von mir persönlich aufgetragen, so auch die Etiketten. Um 300 Liter Craft Beer fertigzustellen, benötige ich fünf Wochen und rund 50 Stunden Arbeitszeit.

Ungefähr sechs bis zehn Mal im Jahr wird das Bier mit sechs unterschiedlichen Malz- und Hopfensorten abgefüllt. Das Bier wird nicht pasteurisiert und auch nicht filtriert, deshalb auch die Haltbarkeit von zwei bis drei Monaten.

Quo vadis Braumann? Klein aber fein bleiben oder expandieren und international werden?

Baumann: Aus heutiger Sicht: Klein aber fein – besonders der Absatzmarkt in Geschäften und Lokalen, die die Regionalität fördern – wie beispielsweise das „s’Fachl“ in Klagenfurt, der „Petschnighof“ in Diex oder das „lokal“ in Völkermarkt“ – liegen mir besonders am Herzen. Wichtig ist mir vor allem der persönliche Kundenkontakt. Zur Zeit experimentiere ich mit neuen Geschmacksrichtungen, die Abfallprodukte sollen zukünftig auch weiterverarbeitet werden. Meine derzeitigen Sorten: Himbier und Festbier.

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