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Weltschlaftag

Wie der Schlaf die Gesundheit beeinflusst

Villach – Anlässlich des Weltschlaftages am 16. März 2018 machen Mediziner auf die Folgen von dauerhaftem Schlafmangel aufmerksam. Etwa jeder fünfte Österreicher leidet an Ein- bzw. Durchschlafproblemen. Die Folgen sind schwerwiegend und reichen von chronischer Übermüdung bis hin zu schweren Erkrankungen wie Krebs oder Alzheimer.

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Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, Übergewicht, Diabetes und sogar Verkehrsunfälle – dies sind nur einige Folgen von Schlafstörungen bzw. zu wenig Schlaf. „Die Schlafdauer, Schlaftiefe und die Schlafkontinuität sind die entscheidenden Komponenten die beachtet werden müssen“, erklärt Oberarzt Dr. Boris Fugger, Leiter des Schlaflabors der Inneren Medizin am LKH Villach.

Innere Uhr beachten

Er betont: „Es ist enorm wichtig auf seine innere Uhr zu achten und einen regelmäßigen Tag-Nacht-Rhythmus von mindestens 5 Stunden bis maximal 9 Stunden Schlaf einzuhalten.“ Tatsächlich bewirkt eine Disharmonie zwischen der Lebensweise und der inneren Uhr auf Dauer nicht nur eine Abnahme der Lebensqualität, sondern erhöht unter anderem auch das Risiko von schweren Erkrankungen wie etwa Krebs oder Alzheimer.

Reinigung des Gehirns im Schlaf

Doch, was passiert eigentlich im Körper, wenn man schläft? „In der Tiefschlafphase bzw. während des REM-Schlafes kann man im Gehirn eine hohe Stoffwechselaktivität beobachten. Dadurch erholt sich das Gehirn“, so Fugger. Es kommt zu einer Reinigung des Gehirns. Fugger: „Die Gehirnflüssigkeit ist unter Tag anders als in der Nacht. Wenn nachts nun dieser Reinigungsprozess nicht stattfinden kann, in dem die angesammelte Stoffwechselsubstanz nicht aktiv beseitigt wird, kann man Eiweißstrukturen im Gehirn feststellen, wie wir sie sonst nur bei Alzheimererkrankungen sehen.“

Dass es zwischen Schlafstörungen und Alzheimer eine Verbindung gibt, untermauerte auch eine Studie, die im November 2017 veröffentlich wurde. „Darin zeigte sich, dass Patienten, die unter einer Schlafapnoe (Atemaussetzer im Schlaf) leiden und bis zu 50 mal in der Stunde aufwachen, ein um bis zu 26 % höheres Risiko haben frühzeitig diese Demenzerkrankung zu entwickeln“, erklärt der Villacher Oberarzt.

Der Leiter des Schlaflabors unterstreicht außerdem, dass die Schlafmedizin immer präventiv ist. „Schlafstörungen sind in der Regel gut behandelbar, man muss sie aber frühzeitig erkennen. Dadurch lassen sich dann auch die Folgeerkrankungen vermeiden“, so Fugger, der mit seinem Team im Schlaflabor jährlich um die 2.000 Patienten aus ganz Kärnten und den umliegenden Bundesländern betreut.

Lichtsmog

Ein weiteres Problem, das immer häufiger die Ursache für schlechten Schlaf ist, ist die zunehmende Lichtverschmutzung. „Auf der Erde wird es immer heller, speziell in den Städten durch die Beleuchtung“, sagt der Oberarzt. Dies schlägt sich, neben einer immer flexibleren Arbeitszeit, auf die Schlafdauer nieder: Während die Menschen in den 1970er Jahren noch durchschnittlich acht Stunden geschlafen haben, sind es heute nur mehr sechs.

Fugger betont abschließend noch einmal die Notwendigkeit von ausreichend Schlaf: „Nur durch ihn kann ein aktives Immunsystem aufrecht erhalten werden. Zudem ist er die Basis für ein gutes Gedächtnis und eine entsprechende Lernleistung.“

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