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Wirtschaft - Villach
Petra Poglitsch: "Es geht ums Prinzip" © KK

60 Cent für ein Leitungswasser - Fair oder nicht?

Der Sturm im Wasserglas

Villach – Darf der Wirt für ein Glas Leitungswasser etwas verlangen, oder nicht? Rein rechtlich gesehen darf er das natürlich. Dennoch gehen bei dem Thema die Wogen hoch, wie ein aktueller Fall zeigt. Wir haben nachgefragt.

 3 Minuten Lesezeit (399 Wörter) | Änderung am 14.03.2018 - 15:15

Was war passiert?

Petra Poglitsch wollte mit ihrer Familie eine gemütliche Zeit in einem Villacher Lokal verbringen. Am Essen und Service gab es auch nichts auszusetzen, doch mit der Rechnung war Petra Poglitsch nicht ganz zufrieden. Warum? Neben den vier Hauptgerichten, einer gemischten Salatschüssel und zwei Getränken wurden auch die beiden bestellten Gläser Leitungswasser mit jeweils 60 Cent berechnet. „Mit geht es nicht um die 1,20 Euro“, sagt Poglitsch. „Hier geht es ums Prinzip.“ Die Villacherin stellte daraufhin die Rechnung auf Facebook – dort wurde sie heftig diskutiert.

Stein des Anstoßes: Ein Glas Leitungswasser für 60 Cent – trotz 65 Euro Rechnung. - © KK

Poglitsch: „Fühle mich missverstanden“

Ein großer Teil der Kommentare war negativ. Poglitsch fühlt sich missverstanden. „Bei einer Rechnung über mehr als 60 Euro finde ich es eigentlich selbstverständlich, nichts für ein Glas Leitungswasser zu bezahlen.“ Poglitsch führte in der Vergangenheit schon selbst zwei Lokale. Nach eigenen Angaben hatte sie es dort auch immer so gehandhabt. „Es geht mir nicht darum, dass ein Wirt nichts kassieren soll. Ich bin natürlich bereit, dafür zu zahlen. Wenn ein Gast kommt und nur ein Glas Leitungswasser bestellt, würde ich auch dafür kassieren.“ In diesem Fall – also bei entsprechender Bestellung von Speisen – hätte man aber darauf verzichten können, meint sie. „Das gehört für mich zum Kundenservice.“

Lammer: „Wir haben hohe Kosten“

Der Villacher Gastronom Erwin Lammer sieht das etwas anders. „Ich finde es nicht in Ordnung, wenn zwei Gäste ein normales Getränk bestellen und zwei nur ein Leitungswasser. Ich habe den Beleg [s. Bild, Anm.] auch auf Facebook gesehen.“ Wirte hätten hohe Kosten, die von Jahr zu Jahr höher werden. Im „Caldarium“ verlangt Lammer daher 1 Euro für ein Glas Leitungswasser: „Nicht für das Wasser, sondern für die Bedienung und die Reinigung“, wie er festhält. Er sagt aber auch: „Das ist ein schwieriger Tisch, ich bin mir selbst nicht sicher, ob ich hier etwas verlangt hätte.“

Abschließend ergänzt Lammer: „Es ist traurig, dass das überhaupt ein Thema ist. Sowas sollte gar nicht diskutiert werden. Eigentlich sollte man die Leute fragen, was es bei ihnen in der Firma gratis gäbe.“ Das würde sich der Gastronom dann am nächsten Tag abholen, erklärt er mit einem Augenzwinkern.

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