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Leute - Villach
© Landesmuseum Kärnten

"Ein besonderes Licht ist erloschen":

Archäologe Gernot Piccottini verstorben

Villach – Bürgermeister Günther Albel zeigt sich betroffen vom Tod des 1941 in Villach geborenen Dr. Gernot Piccottini. Als Archäologe und Universitätsprofessor war er allerdings weit über die Grenzen seiner Heimatstadt hinaus bekannt. Der Verstorbene war auch langjähriges Mitglied des Villacher Paracelsuskuratoriums. 

 4 Minuten Lesezeit (484 Wörter)

„Universitätsprofessor Dr. Gernot Piccottini hat in den vergangenen Jahren immer wieder sehr spannende und interessante Publikationen in unseren Museums-jahrbüchern veröffentlicht. Auch in der Ausgabe des heurigen Jahres wird es von ihm einen Beitrag über die Römersteinsammlung unseres Stadtmuseums geben. Mit Universitätsprofessor Dr. Gernot Piccottini verliert Villach einen profunden Kenner der heimischen Historie “, sagt Bürgermeister Günther Albel.

Mitglied des Villacher Paracelsuskuratoriums

Als langjähriges Mitglied des Villacher Paracelsuskuratoriums hat Universitätsprofessor Dr. Gernot Piccottini maßgeblich an Nominierung und Vergabe des Paracelsusringes an verdienstvolle Persönlichkeiten wie Universitätsprofessorin Mag.a Dr.in Dr.in h.c. Claudia Draxl oder Universitätsprofessor Primar Dr. Herwig Scholz mitgewirkt. Diese Auszeichnung wird von der Stadt Villach alle drei Jahre für wissenschaftliche Arbeiten, die mit Paracelsus in Zusammenhang stehen, und für wissenschaftliche und künstlerische Leistungen im Geiste und im Sinne des Paracelsus verliehen.

Auch Landesmuseum Kärnten trauert

„Herr Univ.-Prof. Dr. Gernot Piccottini hat über Jahrzehnte die Geschichte des Landesmuseums Kärnten geprägt und nachhaltig im Sinne der Kernaufgaben des Sammelns und Bewahrens vor allem aber der forschenden Erschließung und besucherorientierten Vermittlung geleitet. Die große Betroffenheit und Anteilnahme der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Museums offenbart die noch immer gegebene Verbundenheit zum langjährigen Direktor, der im Jahre 2001 seinen verdienten, aber wissenschaftlich hoch aktiven, Ruhestand angetreten hat. Auch er blieb dem Haus verbunden, vor wenigen Wochen nahm er wohlwollend Einsicht in die Pläne und inhaltlichen Konzepte zur Neugestaltung des Haupthauses Rudolfinum, das heurige 70-Jahr-Jubiläum der archäologischen Ausgrabungen auf dem Magdalensberg war dabei auch Anlass für ausführliche Erinnerungen“, zeigt sich Mag. Igor Pucker, Direktor Kärntner Landesmuseum, betroffen.

Ein beeindruckendes Leben

Am 29. März 1941 in Villach geboren, wurde Gernot Piccottini 1968 als Kustos am Landesmuseum Kärnten angestellt. Von 1969 bis 2001 leitete er die Ausgrabungen auf dem Magdalensberg, von 1971 bis 1975 die Ausgrabungen in Teurnia (St. Peter in Holz) und von 1992 bis 2001 auch jene in Virunum (Zollfeld). Im Dezember 1974 wurde Universitätsprofessor Dr. Gernot Piccottini zum Direktor des Landesmuseums Kärnten bestellt und 1978 an der Universität Wien zum Universitätsdozenten ernannt. Es folgten zahlreiche Lehraufträge und Beratertätigkeiten.

350 Publikationen

Anlässlich seiner Pensionierung im Jahr 2001 erschien die Festschrift „Carinthia Romana und die römische Welt“. Universitätsprofessor Dr. Gernot Piccottini verfasste 16 Bücher und Einzelschriften und über 350 Publikationen in in- und ausländischen Fachzeitschriften zur Archäologie und alten Geschichten Kärntens und des Ostalpenraums. Für seine archäologische Forschung, die sich auf Kärnten und besonders auf die römische Stadt Virunum bezog, erhielt Universitätsprofessor Dr. Piccottini zahlreiche Auszeichnungen. Darunter 1990 das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst. Seine Heimatstadt Villach, in der er auch bis zu seinem Tod lebte, verlieh ihm 1994 das Ehrenzeichen.

Verabschiedung

Die Trauerfeier für Univ. Prof. Piccottini findet am Dienstag, 3. April, um 14.00 Uhr in der Zeremonienhalle am Zentralfriedhof in Villach statt.

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