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Interview
Leo Hillinger inspiziert das Produkt der Villach. © Gerry Frank

„GP Motion“ mit add-e auf PULS4

Interview: Das Villacher TV-StartUp

Villach / Pörtschach / Wien – Das Unternehmen „GP Motion“ ist eine Erfolgsgeschichte aus Villach: Seit Jahren produziert das Team um Fabian Gutbrod den so genannten „add-e“. Dabei handelt es sich um einen kleinen, leistungsstarken Motor, mit dem jedes Fahrrad gewichtssparend in ein Elektro-Rad (E-Bike) umgewandelt werden kann. Wie bereits berichtet, sind sie am 17. April, 20.15 Uhr bei "2 Minuten 2 Millionen" auf PULS 4 zu sehen. Oder in Pörtschach im see:PORT! Vor Kurzem schaffte das Kärntner StartUp myAcker in der Show ein Investment.

 12 Minuten Lesezeit (1510 Wörter)

Im Vorjahr schaffte das Startup-Unternehmen mit Firmensitz am ehemaligen Oetker-Gelände erstmals den Sprung über die Umsatz-Millionengrenze. Nun steht „GP Motion“ vor einem wichtigen Expansionsschritt: Es geht um ein Investitionsvolumen von einer Million Euro, um sich ein besseres Händlernetz aufzubauen. Knapp die Hälfte der Summe möchte sich Gutbrod bei einem großen TV-Auftritt am 17. April sichern: Da wird er „add-e“ im Hauptabendprogramm von Puls 4 nicht nur ein paar hunderttausend Zusehern vorstellen, sondern auch potenziellen Investoren wie Strabag-Boss Hans Peter Haselsteiner.

Bürgermeister Günther Albel besuchte das „GP Motion“-Team um Fabian Gutbrod (Zweiter von links). - © Höher/Stadt Villach

Villach als Hightech-Standort

Schon vor dem TV-Termin hat Villachs Bürgermeister Günther Albel Fabian Gutbrod und seinem Team einen Besuch abgestattet. Albel ist Kunde der ersten Stunde: Fährt er doch eine von Gutbrods Team umfunktionierte E-Vespa. „Elektrisch betriebene oder unterstützte Räder und Mopeds sind fixer Bestandteil der Mobilität der Zukunft. Es freut mich, dass wir in Villach eine Firma haben, die bahnbrechende Mobilitäts-Ideen zur Marktreife bringt“, sagt Albel. Dies zeige, dass sich Villach immer mehr als High-Tech-Standort etabliere, an dem neben Weltkonzernen auch kleine Startups optimale Arbeitsbedingungen vorfinden.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, euch anzumelden?

Fabian Gutbrod: Wir haben den add-e entwickelt und zur Marktreife gebracht. 2015 hatten wir zur Markteinführung eine der erfolgreichsten Crowdfunding Kampagnen Österreichs. Also unser Start war schon mal sehr gut, aber jetzt ging es darum den add-e auf das nächste Level zu bringen. Gingen wir vorher vermehrt auf Endkunden, möchten wir nun unseren Kunden Handelspartner in ihrer Nähe bieten. Um dies umzusetzen muss man eine Menge Geld in die Hand nehmen. Für uns war aber nicht nur die finanzielle Unterstützung wichtig, sondern auch die Erfahrung der Investoren und deren Teams dahinter.

Wie war das Auswahlverfahren?

Wie genau das Auswahlverfahren ablief, können wir gar nicht sagen. Wir haben online den Bewerbungsbogen ausgefüllt und dann hieß es, dass wir dabei sind. Uns wurde ein Termin zum Pitch bekanntgegeben und dann stand man schon vor den Investoren.

Und die Aufregung?

Anfangs hielt sich die Aufregung noch in Grenzen. Es war eher die Vorfreude, dass wir mit dabei sind. Jedoch als der Termin in Wien immer näher kam, wurde die Aufregung zunehmend stärker. Man weiß ja nie wie die Juroren in der kurzen Zeit reagieren und ob ihnen das Produkt überhaupt gefällt. Wir waren zwar sehr zuversichtlich, dass sie vom Produkt angetan sein werden, aber mit dem Ergebnis haben wir dann doch nicht gerechnet.

Wie habt ihr euch dann auf euren Auftritt vorbereitet?

Zugegeben, eher schlecht. Die Absprachen mit dem Sender und den Verantwortlichen am Set hätten wir besser machen können. Es war von Anfang an klar, dass Fabian „pitchen“ wird. Wir haben uns im Vorfeld alle möglichen Szenarien überlegt, wie man das Produkt am besten präsentieren kann. Am Ende hatten wir ein fertiges Setup was wir auch genau so im Studio hätten aufbauen wollen, aber am Tag der Aufzeichnung ist dann Vieles anders gekommen. Glücklicherweise hatten wir den 2 min. Pitch bereits vielfach davor geübt und dem Zuseher wird kaum auffallen das wichtige Elemente, wie z.B. das „Umstecken des Motors“ von Rad zu Rad in der Sendung nicht gezeigt werden.

Und was war das Schwierigste in der Vorbereitung?

Sich gedanklich ins Studio zu versetzten. Der zeitliche Rahmen war ja bekannt, aber wie die Kameras positioniert sein werden, wie man sich hinstellen sollte das sowohl die Investoren als auch die Kamera alles sieht… das war gar nicht so einfach, bei einem fast unsichtbaren Antrieb.

Gebt es zu: Vor welchem Investor hattet ihr am meisten Respekt, auf wen habt ihr euch am meisten gefreut?

Natürlich haben wir versucht ein paar der bekannten Tatsachen mit in die Präsentation ein zu bauen. So waren wir uns sicher, dass trotz der sportlichen Ambitionen des Herrn Hillinger, dieser den Antrieb bestimmt sehr „geil“ finden wird. Auf ihn und auf Herrn Haselsteiner haben wir uns am meisten gefreut. Wobei wir bei Herrn Haselsteiner ja wussten, dass er bereits in eBike Projekte investiert hatte und wir somit mehr auf den Kärnten Bonus setzten wollten. Denn gleichzeitig war seine Tendenz in den vergangenen Staffeln oftmals entscheidend für die Gesamtstimmung. Das es sich diesmal ganz anders entwickelt hat, war für uns zwar genauso überraschend aber auch erfreulich.

Mit welchen Vorstellungen seid ihr in die Sendung gegangen? Natürlich vorausgesetzt es sollte ein Investment geben.

Wir haben uns natürlich im Vorfeld sehr genau überlegt in wie weit uns ein Investment voranbringen wird. Es war dann auch nicht ganz einfach für die aufgerufene Summe von 450.000 Euro eine passende Firmenbewertung zu finden. Am Ende hat sich aber alles ziemlich perfekt in einander gefügt und wir konnten auch in der Sendung kurz anschneiden, wie die Entwicklungspläne für die nächsten 2 Jahre aussehen werden. In unserem Vorstellungen, dem an das Investment angepassten Businessplan wird ziemlich genau 1 Millionen Euro an frischem Geld in die Firma investiert. Erst mit dieser relativ hohen Summe ist es möglich die geplanten Umstrukturierungen und den Aufbau eines flächendeckenden Händlernetzwerks zu realisieren. Wir haben uns zugetraut, wenigstens zwei Investoren zu überzeugen. So hatten wir uns das zumindest vorgestellt…

Spannung vor den Investoren. - © Gerry Frank

Wie war der Ablauf dort? bzw. habt ihr euch einen Auftritt im Fernsehen so vorgestellt wie er dann war?

Also großen Respekt vor der „Maschenerie“ die dort im Hintergrund abläuft. Uns wurde gesagt das an dem Tag unserer Aufzeichnung 12 StartUps präsentieren würden. Um das wirklich durchdrücken zu können war ein straffer Zeitplan, von jeweils einer halben Stunde pro Projekt, aufgestellt worden. Man sieht erst direkt beim Studio, wie kurz diese halbe Stunde eigentlich ist. Natürlich werden bereits vor dem eigentlichen Pitch auch Interviews gemacht, Voraufnahmen und verschiedene Zusatzsequenzen gefilmt. Aber in der halben Stunde wird die „Bühne“ neu aufgebaut, gepichted, Fragerunde und Investmentgespräche gemacht, beraten, gratuliert und natürlich auch wieder alles abgebaut. Das ist schon ziemlich stressig und erklärt im Nachhinein auch warum wir leider nicht so aufbauen durften, wie wir uns das im Vorfeld ausgedacht hatten. Also nein, wir haben es uns nicht so hektisch vorgestellt. Auch der Raum den man im Fernsehen immer sieht ist in Wirklichkeit nicht geschlossen. Zuviel darf man hier nicht verraten, aber achten Sie z.B. mal auf den Gang der augenscheinlich in den Investorenraum führt. Man ist im Nachhinein überrascht mit welchen einfachen Tricks, hier ein stimmiges Raumgefühl erzeugt wird, obwohl eigentlich nur in einer großen Halle mit Pappbänden steht.

Das Team - © KK

Was ist add-e?

add-e ist während Fabians Studienzeit entstanden. Die erste Idee war ganz einfach und egoistisch, er wollte einfach weniger Anstrengungen bei mehr Speed auf dem Weg in die FH. Daher hat er sehr früh auf sein Alltagsrad einen Motor, Regler und Akku angebaut. Dafür musste seinerzeit ein kleiner e-Roller (Tante Paula Roller) dran glauben.

Da die Bleibatterien aus besagtem e-Roller jedoch bereits nach kurzer Zeit die Schwachstelle im System wurden hat er kurzerhand auf die damals noch recht wenig verbreiteten Lithium-Akkus umgebaut. Kurz darauf war der Akku kleiner als der Motor. Und so kam das Eine zum Anderen und das System wurde schrittweise immer kleiner. Er hat dann das Konzept des Reibrollenantriebs aufgegriffen und durch diverse mechanische Besonderheiten Antriebe für seine Fahrrad gebaut die so klein und leicht waren dass er damit auch einige Preise (nicht nur bei Studentenwettbewerben) gewonnen hat. Aber eigentlich handelte es sich zu diesem Zeitpunkt immer noch „nur“ um Spielerrein die mehr als Hobby immer weiter für bestimmte Fahrräder perfektioniert wurden. Erst 2013, am Ende seines Masterstudiums wurde aus diesem Hobby ein Geschäftsmodell. „Schuld“ daran ist das build! Gründerzentrum, welches als Inkubator im Raum Kärnten großartige Unterstützung bei der Umsetzung von Geschäftsideen bietet. Von da an hat sich einiges geändert. Die Erfahrungen der ersten Jahre wurde in einem Businessplan optimiert und das Antriebskonzept mit einigen weiteren Prototypen bis hin zu einem fertigen Serienprodukt, zur Montage an jedem beliebigen Fahrrad, weiter entwickelt. Zu diesem Zeitpunkt waren wir noch zu Zweit im Unternehmen.

Den wirklichen Startschuss für die Serienproduktion gab es jedoch erst 2015 im Zuge der sehr erfolgreichen Crowdfunding Kampagne auf Indiegogo.

„Man siehst es war in Wirklichkeit nicht der „Gedankenblitz“ sondern ein relativ langer Weg bis zum add-e so wie er heute ist. Vom Einzelunternehmen mit 1 1/4 Mitarbeitern bis zur GmbH mit aktuell 8 Mitarbeitern“, so Fabian Gutbrod.

Schafft es Gutbrod, die Investoren an Bord zu holen?

Die Auflösung: 17. April, 20.15 Uhr.
Oder im see:PORT in Pörtschach – Infos www.seeport.at

Unter allen Anwesenden wird am Ende der Veranstaltung ein „add-e“-Set im Wert von 1.100 Euro verlost!

Infos zum Produkt unter www.add-e.at oder direkt im Shop.

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