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Hintergrund
Der Fundort der Ponys. © PRIVAT

Heidi & Ikarus:

So lief die Suchaktion nach den Ponys

Bleiberg/Kreuth – Vor ein paar Tagen sind die beiden Shetland-Ponys Heidi und Ikarus ausgebüxt. Zunächst wurde schon ein Diebstahl vermutet, doch dann wurden die beiden am sogenannten Erzberg, oberhalb von Bleiberg/Kreuth, endlich gefunden. Die Suchaktion bewegte die ganze Region um Bleiberg-Nötsch. Und so lief sie ab:

 6 Minuten Lesezeit (778 Wörter)

Anfänglich dachte niemand, dass es die Pferde in das Gelände rund um den Erzberg schaffen würden. Die Besitzerin war am Mittwoch Nachmittag mit dem Team der „Pettrailer Tiersuche“ ungefähr in dem Gebiet, wo sie gestern gefunden wurden. Dass sie später die Pferde tatsächlich am sogenannten Erzberg finden würden, vermutet zunächst niemand. Hilfe kam schließlich auch von Alexandra Grunow von der K-9 Tiersuche. Sie hat bereits seit 20 Jahren Erfahrungen mit dem verschwinden von Menschen und Tieren. Und machte Mut, dass „wir sie ganz sicher im Gelände finden, auch wenn es noch so unmöglich erscheint. (…) Sie hatte schon viele Fälle mit Pferden und Ponys, die an den unverstellbarsten Orten gefunden wurden“, so Nina Ertl.

Teamwork war angesagt

So ging es am Freitag erneut mit Hunden auf die Suche. Der Berg wurde von oben bis unten abgesucht. Pferdesanitäterin und Reitlehrerin Anna Doppel, von Reit- & Pferdecoaching Finkenstein, half ebenfalls mit und fand plötzlich Pferdemist. Genau in dem Gebiet, an dem die Suche fortgesetzt werden sollte. Die Freude war natürlich riesig. Später am Nachmittag kamen auch noch die Pettrailer Iris und Reini mit ihren Hunden dazu. Während sie den Berg absuchten, machte die Besitzerin herunten im Tal weiter.

Die Schwierigkeit war die beiden Pettrailer auf den Berg zu bringen, da man da nicht einfach so hinauf fahren kann und auch noch viel Schnee vermutet wurde. So hat sich Harald Schwarz von der Freiwilligen Feuerwehr Bad Bleiberg bereit erklärt, die beiden mit dem passenden Feuerwehrauto, hinaufzubringen.

Auch das Feuerwehrauto blieb stecken

Doch selbst das Feuerwehrauto schaffte es nicht ganz bis an Ziel. Der Schnee und der Zustand des Weges verhinderten ein fortkommen. „So stiegen Iris und Reini mit den Hunden mehrere Kilometer weit von uns entfernt aus, um sich quer über den Berg zu uns zu kämpfen. Dabei stampften sie teilweise Knietief im Schnee herum“, erzählt Nina weiter.

„In der Zwischenzeit haben wir uns herunten aufgeteilt und sind von unten hinauf gestartet. Irgendwie habe ich den Kontakt zu den anderen Trupps verloren und es wurde immer dunkler. Man kann sich das gar nicht vorstellen, dort oben ist es so schwierig zu laufen, ich hatte keinen Abstieg mehr gefunden und musste immer wieder rauf und einen anderen Weg suchen. Mein Akku war leer und die Zeit drängte. Nun haben die Helfer schon angefangen mich verzweifelt zu suchen“, so Ertl.

Doch Glück im Unglück

Bei der Suche nach Nina sind dann ihr Lebensgefährte (Mario Wenzel) und ein Freund (Harald Perhinig) auf Heidi und Ikarus gestoßen. Doch es war rundherum alles felsig und und sehr rutschig, es war also keine leichte Sache, sie da wieder heil runter zu bringen.

„Ich hatte mittlerweile auch den richtigen Weg eingeschlagen und war überglücklich die Ponys mit „meinen Rettern“ zu sehen“, so Nina Ertl am Ende doch mit einem „Happy End“.

„Zu Hause angekommen warteten auch schon, kurz zuvor angekommen, Iris und Reini mit ihren Hunden – völlig erschöpft und durchgeschwitzt. Sie haben sich riesig mit uns gefreut. Wir haben alle an diesem Tag Höchstleistungen vollbracht und es alle gemeinsam geschafft unsere Lieben – Heidi und Ikarus – gesund und glücklich nach Hause zurück zu bringen“, schildert sie die Situation.

Sie waren zwar sehr ausgelaugt und gingen vom Wassertrog die erste halbe Stunde gar nicht mehr weg, aber zum Glück hatten sie keine Verletzungen und heute merkt man schon nichts mehr von den Torturen, die sie die letzten Tagen durchgemacht haben.

Ein großes Dankeschön an alle Helfer

Es haben unglaublich viele Menschen die Suchaufrufe geteilt, die Besitzerin wurde von vielen Menschen angeschrieben die aktiv mitgeholfen haben. „Die einen haben alles abgesucht, die anderen Züchter, Tierheime… informiert, andere haben mir jahrelange Erfahrungen vom Verhalten der Pferde näher gebracht, Tierkommunikatoren haben mitgeholfen. Die Polizei, Medien und all die Berichte von den verschiedensten Zeitungen und Tiervereinen, sowie die Fernsehausstrahlung von ServusTV haben uns super unterstützt um das ganze schnellstmöglich in die Runde zu bringen. Besonders möchte ich hier Danja Sandner von der Kleinen Zeitung erwähnen, die sich bei mir gemeldet und Hilfe angeboten hat, sie hat mich auch immer ermutigt und uns Hoffnung geschenkt. Alexandra Grunow mit ihrer Erfahrung und den richtigen Hinweisen, Anna Doppel die den Pferdemist gefunden hat, unser Christoph Winkler, der mehrmals mit der Drohne alles abgesucht hat, die Pettrailer mit den Hunden, die sich sehr bemüht durch die „Pampa“ geschlagen haben“, freut sich Nina Ertl abschließend und dankt allen Helfern und Helferinnen.

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