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Dank des Villacher Lokführers ist die Situation nochmal glimpflich ausgegangen. © BFKdo Spittal

Frontale Kollision

Zugunglück: Villacher verhindert Schlimmeres

Mölltal/Villach – Am Nachmittag des 10. Aprils kam es beinahe zur Total-Katastrophe - zwei Züge stießen frontal zusammen. Dem beherzten Eingreifen des Villacher Lokführers Gerd Neuwirth ist es zu verdanken, dass Schlimmeres verhindert wurde. Er leitete zur rechten Zeit eine Notbremsung ein.

 4 Minuten Lesezeit (537 Wörter) | Änderung am 20.04.2018 - 07:19

„Im Bereich des Bahnhof Kolbnitz kollidierte ein Richtung Mallnitz fahrender Personenzug mit einem Arbeitszug einer privaten Baufirma, die für die ÖBB Schleifarbeiten durchgeführt hatte. Vier Personen wurde verletzt, unter anderem auch die beiden Bauarbeiter des Arbeitszuges, die kurz vor der Kollision von der Garnitur abgesprungen waren“, berichtet das Bezirksfeuerwehrkommando (BFKDO) Spittal an der Drau.

Villacher leitet Notbremsung ein

Der Villacher Lokführer leitete rechtzeitig eine Notbremsung ein. So stieß der Arbeitszug „nur“ noch gegen den bereits stehenden Personenzug. Von den rund fünfzehn Passagieren wurden nur zwei leicht verletzt. Es hätte viel schlimmer enden können. „Ein Großaufgebot an Einsatzkräften der Feuerwehren, Polizei, Rotes Kreuz und ein Rettungshubschrauber wurden zur Unfallstelle beordert. Ebenfalls wurde der Rettungszug der ÖBB aus dem Bahnhof Spittal an die Unglücksstelle herangeführt“, so das BFKDO.

Der Einsatzleiter der Feuerwehr, Martin Labernig, schildert den Ablauf: „Die Verletzten wurden vom Notarzt und den Sanitätern erstversorgt, von den Einsatzkräften in den Rettungszug gebracht und mit diesem nach Spittal abtransportiert.“ Die beiden vom Arbeitszug abgesprungenen Personen erlitten schwere Verletzungen.

Interview mit Gerd Neuwirth:

Wir von 5 Minuten haben für euch mit dem Villacher Gerd Neuwirth gesprochen:

Wie haben Sie den Unfall erlebt?

Ich bin mit dem Zug aus dem Bahnhof in Kolbnitz gefahren. Diese Stelle ist sehr unübersichtlich. Aus diesem Grund bin ich langsam gefahren. Es war wie eine Eingebung. Von Weitem konnte ich etwas Gelbes erkennen. Zuerst dachte ich an Arbeiten am Gleis und vertraute darauf, dass sie – wie immer – ausweichen würden. Doch dann merkte ich, dass die Maschine direkt auf uns zufuhr. Ich gab ein Warnsignal und leitete dann die Notbremsung ein. Als ich sah, dass zwei Menschen aus dem Zug sprangen, bin ich aus der Fahrerkabine gesprintet und hab den Passagieren zugerufen, dass sie sich auf den Boden legen sollen. Dann kam der Aufprall. Ich wurde dabei fünf Meter durch das Zugabteil geschleudert.

Was passierte direkt nach dem Unfall?

Bei der österreichischen Bundesbahn wurden wir für solche Fälle gut geschult. Als erstes habe ich mich um die Passagiere gekümmert. Darunter befanden sich auch Kinder und eine blinde Person. Zum Glück waren alle nur leicht oder gar nicht verletzt. Ein Eisenbahner Kollege, der auch mit im Zug war, brachte sie weg vom Unfallort. Dann habe ich mich um die beiden gekümmert, die aus dem Zug gesprungen waren. Einer stand sichtlich unter Schock, der andere lag regungslos am Boden. Ich leistete erste Hilfe und redete ihnen gut zu bis die Einsatzkräfte eintrafen.

Was hätte passieren können, wenn Ihr Zug schneller gewesen wäre?

Wäre ich im normalen Tempo gefahren, dann hätten sowohl ich als auch meine Passagiere schwer verletzt werden können. Durch die Notbremsung konnte das Schlimmste verhindert werden.

Wie geht es Ihnen jetzt?

Nach dem Unfall wurde ich mit Verdacht auf zwei gebrochene Wirbel ins Krankenhaus eingeliefert. Heute, mehrere Tage nach dem Unfall, habe ich immer noch Kopfschmerzen und einen Tinitus im Ohr. Mit einer Therapie kann das aber behandelt werden. Die Hauptsache ist für mich, dass den Kindern nichts passiert ist.

„Ich bin langsam gefahren, weil die Stelle unübersichtlich war.“ - © BFKdo Spittal

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