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Politik - Klagenfurt
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Heute stiegen zahlreiche Luftballone mit Liebeserklärungen der Kinder an ihre Stadt in den Himmel. © 5min

Festveranstaltung mit vollem Programm und einem Eklat

Eine Liebes­­erklärung an Klagenfurt

Klagenfurt – Vor genau 500 Jahren, am 24. April 1518, schenkte Kaiser Maximilian I. Klagenfurt den Kärntner Landständen. Passend dazu wurde heute, Dienstag, das Jubiläum der Stadt mit Ballons vor dem Landhaus gefeiert. Dabei stiegen zahlreiche Luftballone mit Liebeserklärungen der Kinder an ihre Stadt in den Himmel. Im historischen Wappensaal des Landhauses gab es zu Ehren Klagenfurts eine über dreistündige Festveranstaltung, wo Schriftsteller Josef Winkler mit einer Rede polarisierte.

 6 Minuten Lesezeit (724 Wörter) | Änderung am 25.04.2018 - 08:29

Liebeserklärung an die Stadt Klagenfurt

Der Festakt fand im Landhaushof mit viel Jugend und Optimismus statt. Die Kinder der Volksschule 11 St. Ruprecht, die Volksschule 24/Ljudska šola 24 und die Volksschule St. Ursula brillierten unter anderem mit einem fröhlichen Lindwurm-Boogie. Anschließend stiegen Luftballone mit Liebeserklärungen der Kinder an ihre Stadt in den Himmel. Von der Bürgermeisterin gab es ein ganz herzliches Dankeschön an die Kinder aber auch an alle, die geholfen haben, den würdigen Festakt vorzubereiten und zu gestalten.

Auch im historischen Wappensaal wurde gefeiert

Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz konnte für die österreichische Bundesregierung Ministerin Elisabeth Köstinger, gebürtige Kärntnerin, den höchsten Repräsentanten des Landes, Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser und das gesamte Kärntner Regierungskollegium, sowie zahlreiche Vertreter und Vertreterinnen des politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Lebens Kärntens begrüßen. Gefeiert haben die zahlreichen Gäste im passenden Ambiente, nämlich im historischen Wappenssal des Landhauses.

„Vor 500 Jahren waren andere Städte in Kärnten wesentlich bedeutender als das kleine und durch Feuer zerstörte Klagenfurt. Aber mit Beharrlichkeit und Mut wurde diese Stadt aufgebaut, neu geschaffen, weiter entwickelt“, sagte die Bürgermeisterin in ihrer Rede. „Wie nie zuvor und danach war Klagenfurt in dieser Zeit von Optimismus geprägt“, zitierte die Stadtchefin die Historikerin Dr. Claudia Fräss-Ehrfeld und wünschte sich, dass mit solchem Mut, diesem Optimismus und solcher Beharrlichkeit Klagenfurt in Zukunft weiter entwickelt wird.

Winklers Rede polarisierte

Schriftsteller Josef Winkler übte während der Feier mit seiner Rede heftige Kritik an die Stadt Klagenfurt. Dabei erwähnte er zum Beispiel, dass das 2008 errichtete Stadion völlig überdimensioniert sein und jährlich immer noch Millionen verschlinge. Das Geld, um Kunst und Kultur richtig zu würdigen, fehle allerdings immer noch. Außerdem sagte der Schriftsteller, dass die Urne von Jörg Haider in eine bewachte Gefängniszelle verlegt werden müsste. Daraufhin verließ der von der FPÖ gestellte, dritte Landtagspräsident Josef Lobnig, den Wappensaal. „Josef Winkler hat diesen Festakt als Bühne für eine persönliche politische Abrechnung mit den Freiheitlichen missbraucht. Es ist pietätlos, auf übelste Weise einen verstorbenen Landeshauptmann zu attackieren, zu beschimpfen und durch den Dreck zu ziehen. Außerdem sind die von Winkler vorgebrachten Pauschalverurteilungen, Kriminalisierungen und Diffamierungen in Richtung FPÖ auf das Schärfste zurückzuweisen“, sagte Lobnig.

Auch Team Kärnten-Obmann LAbg. Gerhard Köfer äußerte sich zur Rede. Über einen Toten, der sich nicht mehr wehren kann, so zu sprechen, sei laut Köfer pietätlos und würde Winkler völlig disqualifizieren. Der Festakt „500 Jahre Klagenfurt“ sei keine Bühne, die für persönliche Abrechnungen und Rachefeldzüge missbraucht werden darf.

BZÖ-Kärnten Obmann Helmut Nikel schließt sich ebenfalls an: „Es ist unerträglich, dass Literat Winkler unseren verstorbenen Landeshauptmann derart der Lächerlichkeit preisgibt (…) Winkler habe die Feierlichkeit für eine persönliche Abrechnung mit Haider missbraucht. Dies dürfe nicht ohne Konsequenzen bleiben.“

Ein zuversichtlicher Blick in die Zukunft

Das gehe nur, wenn man offen ist für neue Ideen und da sei der Diskurs, der Dialog über die Grenzen hinweg besonders wichtig. Deshalb freue sie sich auch besonders, dass elf von fünfzehn Klagenfurt Partnerstädten Delegationen zur Jubiläumsfeier gesandt haben. „Das ist eine Auszeichnung für uns und ein schönes Zeichen gelebter Freundschaft“, so Dr. Maria-Luise Mathiaschitz. Sie sprach auch die Herausforderungen der Zukunft an wie zum Beispiel den Ausbau der Digitalisierung, die Innenstadt zukunftsfit zu machen trotz boomenden Onlinehandels, die Belebung von Lendkanal und Lendhafen, das Hereinholen des Sees in die Stadt, den Bau des neuen Hallenbades um auch Sport und Tourismus zu stärken. Wir sind selbstbewusst in der Gegenwart angekommen und wollen jetzt zuversichtlich in die Zukunft gehen. Wir werden alles dafür tun, die Stadt weiter aufzubauen und gemeinsam wird uns dies gelingen“, erklärte Bürgermeisterin Dr. Mathiaschitz.

Klagenfurt ist Bildungs-, Sport-, und Kulturstadt

„Klagenfurt ist Bildungsstadt und Sportstadt, Kulturstadt, hier gibt es Innovation, Forschung und Entwicklung, Universität, Fachhochschule, Pädagogische Hochschule, den Lakesidepark, großartige Firmen und Gewerbetreibende“, so Landeshauptmann Peter Kaiser. Und er hielt fest: „Ich bin stolz, Europäer, Österreicher, Kärntner, Klagenfurter und ein Waidmannsdorfer zu sein.“

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