Hitzige Dis­kus­sionen um die Winkler-Rede in Klagenfurt - 5 Minuten - Nachrichten & Aktuelles

Zum Thema:

19.08.2018 - 19:32Kollision: Pkw-Fahrer übersah Motorrad­lenker19.08.2018 - 13:34So feiert man beim Schleppe Almkirchtag18.08.2018 - 13:44Suchaktion: Hubschrauber im Einsatz18.08.2018 - 13:23Fahrräder gestohlen
Politik - Klagenfurt
© fritzpress

Nach Klagenfurt 500:

Hitzige Dis­kus­sionen um die Winkler-Rede

Klagenfurt – Vergangenen Dienstag, den 24. April 2018 sorgte der Schriftsteller Josef Winkler beim 500 Jahre Klagenfurt Jubiläum mit seiner Rede für hitzige Diskussionen in der Politik.

 3 Minuten Lesezeit (478 Wörter)

Während der Feier am Dienstag, den 24. April übte der Schriftsteller Josef Winkler heftige Kritik an der Stadt Klagenfurt aus. Für regen Gesprächsstoff sorgten vor allem die Zeilen zu Jörg Haider. Der Schriftsteller erklärte in seiner Rede: Die Urne von Jörg Haider solle in eine bewachte Gefängniszelle verlegt werden. Sonst könne es passieren, dass er wie ein Phönix aus der Asche steigt und erneut sein Unwesen treibt.

FPÖ Darmann: „Winkler ist eine Provokation der SPÖ“

Die FPÖ reagierte prompt: „Wir lassen es uns nicht gefallen, dass Winkler pauschal alle FPÖ-Vertreter kriminalisiert und dass er den vor zehn Jahren verstorbenen Landeshauptmann Jörg Haider verunglimpft. Damit hat er alle Grenzen des Anstandes überschritten“, so Kärntens FP-Parteichef Klubobmann Gernot Darmann. Die Verantwortlichkeit sieht die FPÖ bei der Klagenfurter Bürgermeisterin Maria Luise Mathiaschitz. Der Schriftsteller sei ausgewählt worden, um mit seinen respektlosen und primitiven Ergüssen zugunsten der SPÖ zu provozieren, so Darmann.

Klagenfurt: „Alle wussten über die geplanten Festredner bescheid“

Die Stadt Klagenfurt hingegen kontert, dass über sämtliche Veranstaltungen und Aktivitäten zum Jubiläumsjahr im Stadtsenat laufend berichtet wurde und diese von allen Stadtsenatsmitgliedern immer wohlwollend zur Kenntnis genommen wurden. So wurde im Stadtsenat selbstverständlich auch über die Festveranstaltung vom 24. April 2018 und die geplanten Festredner berichtet. Dagegen hat sich von niemanden ein Einwand erhoben.

Auch BZÖ und Team Kärnten gegen Winkler

Auch andere Parteien haben sich zum der Rede geäußert. Über einen Toten, der sich nicht mehr wehren kann, so zu sprechen, sei laut Team Kärnten-Obmann LAbg. Gerhard Köfer pietätlos und würde Winkler völlig disqualifizieren. Der Festakt „500 Jahre Klagenfurt“ sei keine Bühne, die für persönliche Abrechnungen und Rachefeldzüge missbraucht werden darf. BZÖ-Kärnten Obmann Helmut Nikel schließt sich ebenfalls an: „Es ist unerträglich, dass Literat Winkler unseren verstorbenen Landeshauptmann derart der Lächerlichkeit preisgibt (…) Winkler habe die Feierlichkeit für eine persönliche Abrechnung mit Haider missbraucht. Dies dürfe nicht ohne Konsequenzen bleiben.“

SPÖ sieht Attacke auf Künstler und auf die Freiheit der Kunst

„Nach den Attacken auf ORF-Journalisten und deren Unabhängigkeit nehmen sich die Freiheitlichen nun offenbar Künstler vor“, so SPÖ-Kultursprecher Thomas Drozda zur Anzeige der Kärntner FPÖ gegen den Literaten Josef Winkler. Für Drozda ist diese Anzeige „offensichtlich der Versuch der FPÖ, unbequeme und kritische Geister mit Hilfe des Strafrechts mundtot zu machen“.

Der SPÖ-Kultursprecher und ehemalige Kulturminister unterstützt auch die Stellungnahme der IG AutorInnen, die sich vor Winkler stellen. „Die Freiheit der Kunst wird nicht von der FPÖ definiert, sie ist Teil unserer Verfassung. Der FPÖ sei dazu Art. 17a unseres Staatsgrundgesetzes in Erinnerung gerufen: ‚Das künstlerische Schaffen, die Vermittlung von Kunst sowie deren Lehre sind frei.‘ Dazu gehört auch die Festrede eines Künstlers.“

Kommentare laden