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Politik - Klagenfurt
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Kritik von FPÖ, Grünen und FAIR:

Wirbel um neuen Posten von Martin Strutz

Klagenfurt – Für hitzige Diskussionen sorgt die Postenvergabe von Martin Strutz als Koordinator für Stadtprojekte in der Magistratsdirektion. Gleich mehrere Fraktionen stehen der Bestellung kritisch gegenüber. Stadtrat Wolfgang Germ (FPÖ) meint: "Hier wäre es unumgänglich gewesen eine Ausschreibung zu forcieren!". Auch Thomas Winter-Holzinger, Klubobmann von F.A.I.R. in Klagenfurt sieht dies ähnlich: "Anscheinend hat die Stadt Klagenfurt jetzt offiziell ein Subjektivierungsverfahren eingeführt.“

 4 Minuten Lesezeit (547 Wörter) | Änderung am 04.05.2018 - 07:34

Der Stein des Anstosses

In der Klagenfurter Magistratsdirektion wurde eine neue Funktion, nämlich die eines Koordinators für Stadtprojekte, eingeführt. In dieser Funktion soll auch der Reformprozess im Haus vorangetrieben werden. Ausgewählt für diese Funktion wurde Martin Strutz, vom Magistratsdirektor Peter Jost persönlich „da er mit dem Projektkoordinator Hand in Hand arbeiten müsse“, wie es offiziell heißt. Martin Strutz zeichnete zuletzt für die Feierlichkeiten zum 500-Jahr-Jubiläum verantwortlich und koordinierte Teile des Stadtmarketings. Er sei „für Großprojekte wie den Wald im Stadion, die Aufgabe, die Stadtwerke näher an die Stadt heranzuholen, und das neue Hallenbad zuständig“, meinte Strutz gegenüber Medien.

Wolfgang Germ, FPÖ: „Im oberen Bereich richtet man es sich anscheinend wie man will!“

Wolfgang Germ, FPÖ: „Im oberen Bereich richtet man es sich anscheinend wie man will!“ - © KK

„Jeder Entsorgungsmitarbeiter muss objektiviert werden!“

„Wir wurden im Stadtsenat absolut überrascht. Rund um die Bestellung von Strutz wurden anscheinend nur ein paar Personen eingeweiht. Wenn ein Mitarbeiter eine so hochwertige Position übernimmt, dann glauben wir, dass es unumgänglich ist eine Ausschreibung umzusetzen“, kritisiert Wolfgang Germ (FPÖ). Laut Germ werden „zahlreiche Posten mit einem langwierigen Verfahren objektiviert. Nehmen wir zum Beispiel die Abteilung Entsorgung, wo jeder Entsorgungsmitarbeiter objektiviert werden muss. Im oberen Bereich hingegen, richtet man es sich, wie man es will!“ Germ stösst nicht nur die Bestellung von Strutz auf, er will auch mehr Transparenz und daher „wissen wieviel hier überhaupt gezahlt wird!“.

Stadt hat „Subjektivierungsverfahren“

„Anscheinend hat die Stadt Klagenfurt jetzt offiziell ein „Subjektivierungsverfahren“ eingeführt“, ist Thomas Winter-Holzinger, Klubobmann von F.A.I.R. in Klagenfurt, über die offizielle Begründung der Stadt Klagenfurt, wie Martin Strutz für diese Funktion ausgewählt wurde, erstaunt. „F.A.I.R. in Klagenfurt wird dieses Vorgehen so sicher nicht mittragen. Es gibt einen guten Grund wieso es Objektivierungsverfahren in der Stadt gibt.“, schließt sich F.A.I.R. Gemeinderätin Karin Ruppert der Kritik an. „Besonders bei so einer wichtigen Aufgabe des Koordinators für Stadtprojekte aber auch des Reformprozesses im Haus, braucht es dringend eine objektive Entscheidung. Nur so kann es zu einer Besetzung durch die beste Fachkraft kommen.“, schließt Winter-Holzinger.

Aber auch die Klagenfurter Grünen sehen die Bestellung von Strutz problematisch und „können das definitiv nicht mittragen“, meint etwa Gemeinderat Elias Molitschnig (Grüne) gegenüber der Kleinen Zeitung. „Es widerspricht einer ernsthaften Besetzung durch die beste Fachkraft. Ohne Objektivierung und auch ohne Qualifikation in diesen Bereichen. Koordination ist noch lange nicht alles, was dazu befähigt. Meine Unterstützung gibt es dafür sicher nicht“, schliesst Molitschnig.

„Recht darauf, Mitarbeiter selbst auszusuchen!“

„Ich sehe die Diskussion personenunabhängig. Der Magistratsdirektor hat wie jeder politische Referent auch das Recht einen Mitarbeiter selbst auszusuchen. Er muss ein Vertrauen in die Person haben bzw. mit dieser zusammenarbeiten können, da derjenige für ihn Themen abarbeitet und vorbereitet. Man kann dies daher mit einer normalen Planstelle so nicht vergleichen“, meint Stadtrat Markus Geiger von der ÖVP.

Strutz wird seine neue Funktion, die alle seine bisherigen Geschäftsverbindungen zur Stadt ersetzen werden, noch im Mai aufnehmen. Seine bisherige Agentur Namos wird er laut Medienberichten ruhend stellen. Martin Strutz selbst wollte zu seiner Bestellung und der Kritik daran gegenüber 5 Minuten keine Stellungnahme abgeben.

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