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Wirtschaft - Villach & Klagenfurt
So wird der Infineon-Standort nach der Erweiterung aussehen. © INFINEON

Infineon Technologies Austria AG

Mega-Investition in Villach: So reagiert die Politik

Villach – Wie gestern bekannt wurde, investiert die Infineon Technologies AG die sensationelle Summe von 1,6 Milliarden Euro am Standort Villach, um dort eine neue Chipfabrik zu errichten. Die Freiheitlichen sehen in der Investition eine große Chance für Villach, in der SPÖ freut man sich über die 400 neuen Top-Arbeitsplätze. Wir haben die Reaktionen aus der Politik für euch zusammengefasst.

 7 Minuten Lesezeit (931 Wörter) | Änderung am 19.05.2018 - 11:43

1,6 Milliarden Euro investiert der internationale Halbleiterkonzern Infineon in eine neue Chipfabrik in Villach. In der Kärntner-Politik ist man sich einig. Man freut sich über die Stärkung des Technologiestandorts Villach, sieht in der Investition eine große Chance für die Region, ist sich jedoch auch darüber im Klaren, dass noch einiges getan werden muss.

Internationale Fachkräfte in Villach

Groß ist die Freude auch über die rund 400 neuen Top-Arbeitsplätze die durch die neue Chipfabrik entstehen. Das Personal dafür wird, wie wir im Gespräch mit Dr. Thomas Reisinger von Infineon Technologies Austria AG erfuhren, weltweit angeworben. Schon jetzt arbeiten Fachkräfte aus rund 60 Nationen am Standort Villach, viele davon kommen aus Deutschland und Italien. Für die Produktion wird jedoch auch viel qualifiziertes Personal aus der Umgebung gesucht.

Bereits letzte Woche wurde bekannt, dass man am Standort Villach auch ein neues Infineon Forschungszentrum errichten wird. Das rund 40 Millionen Euro teure Zentrum schafft 350 weitere Arbeitsplätze in der Region.

Bürgermeister Günther Albel: „Absolute Sensation für Villach“

SPÖ: Kärnten als Wirtschaftsstandort begehrt

„Das ist eine großartige Nachricht für die Stadt, für das Land, und ein Zeichen des großen Vertrauens, den dieser Weltkonzern in den Standort Kärnten setzt“, sagt LHStv.in Gaby Schaunig (SPÖ), zuständige Referentin für Technologie, Forschung & Entwicklung und Wirtschaftsförderung. Dass sich Kärnten konzern-intern gegen andere mögliche Standorte durchsetzen konnte, zeige, dass Kärnten als Wirtschaftsstandort international geachtet und begehrt ist. „Ein großes Dankeschön gilt allen beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Landesverwaltung und des Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds, die gemeinsam mit Infineon und der Stadt Villach die Vorbereitungen, die zu dieser positiven Konzernentscheidung führten, massiv unterstützt haben“, so Schaunig. Die Stärkung des Infineon-Austria-Headquarters in Villach biete auch den heimischen Betrieben große neue Chancen.

Fakten zur neuen Chipfabrik

  • Baubeginn: Erste Hälfte 2019
  • Geplanter Produktionsstart: Anfang 2021
  • Gebäudefläche gesamt: 60.000 m²
  • Investitionsvolumen: 1,6 Mrd. Euro
  • Investitionszeitraum: 6 Jahre
  • Beschäftigte: 400 hochqualifizierte Arbeitsplätz

ÖVP: Investition bietet Chancen die man nutzen wird

„Es ist das größte Standortinvestment in Österreich in der jüngeren Geschichte – und dieses findet in Kärnten statt“, zeigt sich Landesrat Ulrich Zafoschnig erfreut. Diese Investition gebe dem Standort einen weiteren Schub und zeige, dass das Vertrauen in Kärnten gegeben ist. „Das ist auch ein Effekt der verlässlichen Wirtschaftspolitik der letzten Jahre“, betont Zafoschnig. Die Investition sei ein wesentlicher Impuls für die Schaffung hochqualifizierter neuer Arbeitsplätze und die Positionierung Kärntens als Wirtschaftsstandort. Kärnten habe sich in der Standortwahl gegen andere Regionen erfolgreich behauptet. Die Entscheidung bestätige, dass die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in Kärnten gut sind. „Diese gilt es, konsequent weiter zu verbessern“, so der Wirtschaftslandesrat.

Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger zeigt sich ebenfalls hoch erfreut: „Dieses Vorhaben ist ein ganzes Paket, das nicht nur aus der Investition in ein Werk besteht. Die gesamte Infrastruktur wird neu errichtet, da geht es um Wohnraum für die Mitarbeiter/innen, Betreuungsplätze für Kinder, aber auch den Bildungssektor.“ An der FH Kärnten sollen eigene Studienplätze für die Ausbildung von Mitarbeitern des Konzerns angeboten werden. Auch Nationalrat Peter Weidinger sieht in der Investition große Chancen, an die man sich anpassen muss: „Daher muß jetzt die gesamte Bildungslandschaft diesen neuen Gegebenheiten angepasst werden. Vom Kindergarten bis zur Fachhochschule sind das für Villach Chancen, die wir nutzen werden.“

220-kV-Leitungen als wichtiger Eintscheidungsfaktor:

Inwiefern die Verzögerungen rund um die Stromtrassen und der schlussendliche Baustart der 220/110-kV-Netzabstützung Einfluss gehabt haben wollten wir wissen: „Wir wussten sowieso, dass diese Leitung kommen muss, da sie für Kärnten allgemein ein wichtiges Projekt ist“, erklärt uns Dr. Thomas Reisinger von Infineon Technologies Austria AG. Das Projekt selbst war durchaus wichtig für Infineon bei der Entscheidungsfindung. Mit Verzögerungen hat man aber gerechnet.

FPÖ: Breitband-Ausbau benötigt

Als unverzichtbar für die Stärkung des Hightech-Standorts Villach bezeichnet die Klubobfrau des freiheitlichen Gemeinderatsklubs, Katrin Nießner, die 1,6 Milliarden-Investition von Infineon. „Der für 2019 geplante Infineon Ausbau soll als Chance für einen Digitalisierungsschub für Villach genutzt werden“, fordert Nießner. Deshalb müsse der Daten-Highway-Ausbau in der ganzen Stadt mit voller Kraft vorangetrieben werden. „Bis dato verfügt Villach noch nicht über ein stadtumfassendes Konzept zum Breitband-Ausbau.“ Sie kündigt einen entsprechenden Antrag für die nächste Gemeinderatssitzung an.

Mit der neu geplanten Chipfabrik und dem bereits vor einer Woche angekündigten Forschungszentrum werden insgesamt rund 750 neue Arbeitsplätze am Standort Villach geschaffen. - © 5min.at

Team Kärnten: Bürokratische Stolpersteine müssen beseitigt werden

Als „enormen Gewinn für unser Bundesland“ sieht Team Kärnten-Obmann Gerhard Köfer die Milliardeninvestition von Infineon in Kärnten: „Jetzt gilt es von landespolitischer Seite alles dafür zu unternehmen, dass diese Investition rasch möglich wird. Die notwendigen Verfahren sind umgehend durchzuführen.“ Laut Köfer müssen alle möglichen bürokratischen Stolpersteine aus dem Weg geräumt werden.  Das vorgestellte Gesamtprojekt werde, so Köfer weiter, dazu führen, dass sich Villach aber auch das gesamte Bundesland verändern: „Es braucht ein Gesamtkonzept, damit ganz Kärnten von dieser Jahrhundertchance und dem Aufschwung profitiert.“

Übrigens:

Die Produktion bei Infineon steht nie still. Nur einmal im Jahr wird für wenige Stunden pausiert um zum Beispiel Notaus-Knöpfe zu testen oder Wartungen durchzuführen. Selbst bei geringer Auslastung ist es produktiver die Maschinen weiter laufen zu lassen.

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