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Wirtschaft - Villach & Klagenfurt
Hintergrund
Ausbaupläne von Infineon mit der Rekordinvestition von 1,6 Milliarden am Standort Villach © LPD/Bauer

Alle an einem Strang

Infineon: Mit vereinten politischen Kräften

Villach – Mit 1,6 Milliarden Euro baut die Infineon Technologies AG am Standort Villach eine vollautomatisierte Chipfabrik für die Fertigung von 300 Millimeter-Dünnwafern. Eingeladen von Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende der Infineon Technologies Austria AG, und Landeshauptmann Peter Kaiser machte sich heute, Freitag, die Kärntner Landesregierung ein Bild vom geplanten Ausbau. Auch Bürgermeister Günther Albel durfte nicht fehlen.

 6 Minuten Lesezeit (758 Wörter)

Eine Präsentation, bei der auch die Klubobmänner der im Landtag vertreten Parteien sowie Villachs Bürgermeister Günther Albel begrüßt werden konnten, sollte alle politischen Entscheidungsträger in die Pläne einbinden, um ein Ziehen an einem gemeinsamen Strang zu forcieren. „Diese europaweit beachtete Großinvestition ist wirtschaftlich, technologisch aber auch gesellschaftlich ein Meilenstein für Infineon Austria. Sie stellt einen bedeutenden Schritt für die Stärkung unseres Hochtechnologie-Standorts in Villach dar“, sagte Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende der Infineon Technologies Austria. Sie betonte: „Es braucht nun rasch die richtigen Maßnahmen für diese weitreichende Standortentwicklung. Dazu zählen vorrangig die Sicherstellung infrastruktureller Maßnahmen wie Verkehr, Versorgungssicherheit im Energiebereich, Wohnraumschaffung und Kinderbetreuung sowie die entsprechenden Bildungskonzepte. Wir haben mit der Stadt Villach und dem Land Kärnten gemeinsam gute Vorrausetzungen für diese Standortentscheidung erarbeitet. Jetzt gilt es, die diskutierten Maßnahmen gemeinsam umzusetzen.“ So werden 550 Wohnungen für die neuen Mitarbeiter benötigt. Eine To-Do-Liste zur Mega-Investition finden sie weiter unten.

Alle sollen an einem Strang ziehen. - © LPD/Bauer

Investitions-Domino erwartet

Albel verwies ebenso auf den Faktor Zeit: „Konzerne wie Infineon benötigen eine rasche öffentliche Verwaltung. Da ist Villach ein bekannt verlässlicher Partner.“ Daher habe man bereits vor Wochen im Stadtsenat einstimmig eine To-Do-Liste abgesegnet (siehe unten), welche Verfahren nun in welchem Zeitraum abgehandelt werden müssen. Zudem rechnet Albel mit einer Magnet-Wirkung der Infineon-Investition: „Wenn sich so große Firmen ansiedeln, folgen unweigerlich weitere.“ 

LH Dr. Peter Kaiser
Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende der Infineon Technologies Austria,
Günther Albel, Bürgermeister Villach - © LPD/Bauer

LH Peter Kaiser (SPÖ)

„Seht her, Kärnten ist für Unternehmen so attraktiv, dass Weltmarktführer unglaubliche Summen investieren. Unsere konstante politische Linie hat dazu geführt, dass die Wirtschaft wieder an Kärnten glaubt, und an das Potential, das in unserem Land ebenso vorhanden ist wie der unbedingte politische Wille, Investoren bestmöglich zu unterstützen.“

LR Sara Schaar (SPÖ)

„Dieses Milliardenprojekt ist für Kärnten nachhaltig! Wir müssen gemeinsam versuchen, auch die Natur- und Umweltsituation vor Ort bestmöglich zu gestalten.“

LR Daniel Fellner (SPÖ)

„Der Ausbau von Infineon mit den verbundenen Investitionen in Höhe von 1,6 Milliarden Euro am Standort Villach ist phantastisch für Kärnten und stärkt nicht nur die Region, sondern das ganze Bundesland enorm. Damit ist Kärnten weiter mit Vollgas unterwegs Richtung Zukunft.“

LHStv.in Gaby Schaunig (SPÖ)

„Dass sich Kärnten konzern-intern gegen andere mögliche Standorte durchsetzen konnte, zeigt, dass unser Land nach der Aufarbeitung der Lasten der Vergangenheit nunmehr als Wirtschaftsstandort international geachtet und begehrt ist.“

LR Martin Gruber (ÖVP)

„Ein so deutliches Ja zum Standort Kärnten eines internationalen Konzerns macht stolz und freut mich. Die Politik hat nun die Aufgabe, Rahmenbedingungen zu schaffen, um das Unternehmen bei dieser Investition bestmöglich zu unterstützen, sei es durch Verfahrensbeschleunigungen, durch die verbesserte Anbindung der Mitarbeiter an den öffentlichen Verkehr oder die Anbindung des Standorts an Radwege, um eine attraktive Gesamtsituation zu schaffen.“

LR Ulrich Zafoschnig (ÖVP

„Dieser große Schritt von Infineon ist auch ein Effekt der verlässlichen Wirtschaftspolitik der vergangenen Jahre. Wir werden nun im Land Kärnten gemeinsam in der Regierung und mit allen Partnern Maßnahmen setzen, diese Entscheidung bestmöglich zu begleiten. Insbesondere werden wir alle Hebel in Bewegung setzen, damit die nötigen Verfahren rasch durchgeführt werden.“

To-Do-Liste zur Mega-Investition

  • Änderungen im Flächenwidmungs- und Bebauungsplan
  • Abwicklung von Bau-, Gewerbe- und Wasserrechts-Genehmigungsverfahren
  • Errichtung einer neuen Anbindungsstraße zur Infineon. Diese wird, hinter dem bestehenden Hochwasser-Damm, entlang der Gail geführt werden. Das dafür benötigte Areal ist seit 2002 per Gemeinderatsbeschluss für gewerbliche Entwicklung vorgesehen
  • Anpassung der Wassermengen – sowohl, was die Versorgung der künftig ungleich größeren Infineon betrifft, als auch punkto Abwässer für die Villacher Kläranlage
  • Bessere Verkehrsanbindung des Infineon-Areals an den öffentlichen Verkehr
  • Ausbau des Radwegenetzes: Hier geht es um die Schaffung einer durchgehenden
  • Radverbindung von der Infineon zum Villacher Hauptbahnhof. Man weiß, dass bereits derzeit rund 800 Infineon-Mitarbeiter mit dem Rad von und zur Arbeit fahren. Tendenz steigend
  • Planerische Maßnahmen, um den Bau von rund neuen 150 Wohnungen zu ermöglichen
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Fakten zur neuen Chipfabrik

  • Baubeginn: Erste Hälfte 2019
  • Geplanter Produktionsstart: Anfang 2021
  • Gebäudefläche gesamt: 60.000 m²
  • Investitionsvolumen: 1,6 Mrd. Euro
  • Investitionszeitraum: 6 Jahre
  • Beschäftigte: 400 hochqualifizierte Arbeitsplätz
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